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Bremerhaven: Veterinäramt beschlagnahmt illegal gehandelte Welpen

Erfolgreicher Einsatz gegen die Welpenmafia. Am 03. April hat der Veterinärdienst des Landes Bremen in Bremerhaven illegal gehaltene Welpen von einem Händler beschlagnahmt. Der entscheidende Hinweis kam von VIER PFOTEN. Mitarbeiter hatten die Welpen auf eBay-Kleinanzeigen entdeckt. Sie waren misstrauisch geworden, da der Händler Welpen unterschiedlichster Rassen anbot. Die international tätige Stiftung für Tierschutz setzt sich seit Jahren gegen die Machenschaften der Welpenmafia ein.

Die Tierschützer raten dazu, sich im Falle eines Verdachts direkt an die nächste Polizei- oder Veterinärbehörde zu wenden. Erst im vergangenen Monat konnten durch die Mithilfe einer Privatperson und dem prompten Handeln der Behörde vierzehn Welpen von einem illegalen Händler in Ingolstadt beschlagnahmt werden. Betroffene, die bereits einen kranken Welpen gekauft haben, können sich über www.stoppuppytraders.org bei VIER PFOTEN melden.

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN:
„Das Veterinäramt hat in diesem Fall vorbildlich reagiert. Mit kranken, nicht geimpften, viel zu jungen Welpen zu handeln, ist kein Bagatelldelikt und muss konsequent bestraft werden. Ebenso wichtig: Onlineportale wie eBay-Kleinanzeigen müssen strengere Regeln einführen, damit Dealer diese Plattformen nicht mehr für den illegalen Handel nutzen können.“

Rolltreppen sind für Hunde tabu

Hunde haben auf einer Rolltreppe nichts zu suchen. Darauf weist die in Sulzbach bei Frankfurt ansässige Tierschutzorganisation TASSO e.V. mit Nachdruck hin. Immer wieder gibt es Hundehalter, die ihre Tiere mit auf die Rolltreppe nehmen, immer wieder kommt es dabei zu schlimmen Unfällen.

„Rolltreppen sind für Hunde viel zu gefährlich“, warnt TASSO-Leiter Philip McCreight eindringlich. Sehr schnell kann sich das Tier vor allem am Ende der Treppe mit den Krallen oder Haaren in dem stählernen Aufsatz verfangen. Die Folgen sind meist dramatisch. Wahnsinnig schmerzhaft und blutig ist es für die Tiere zum Beispiel, wenn ihnen dabei eine Kralle gezogen wird. Nicht selten mussten auch schon vor Ort ganze Zehen amputiert werden, um das Tier zu retten.

McCreight wünscht sich daher, dass deutlicher darauf hingewiesen wird, dass Rolltreppen für Hunde tabu sind. „Die kleinen Schilder, die oft am Fuße der Treppe angebracht sind, werden leicht übersehen oder nicht ernstgenommen“, kritisiert der Tierschützer und appelliert an Verkehrsbetriebe und Kaufhäuser, deutlicher vor den Gefahren zu warnen. Vor allem ist aber der Halter gefragt: Kleine Hunde gehören auf den Arm, mit großen sollte unbedingt eine normale Treppe oder der Aufzug genutzt werden.

Hundesitting: Wer zahlt, wenn der Hund einen Schaden verursacht?

Rund fünf Millionen Hunde leben in deutschen Haushalten. Häufig sind sie die besten Freunde des Menschen. Seit 2010 gebührt ihnen deshalb ein eigener Tag, der vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) ins Leben gerufen wurde. Unter dem Motto „Unser Tag des Hundes“ finden am kommenden Wochenende deutschlandweit Aktivitäten statt, die die besondere Bedeutung dieses treuen Begleiters in unserer Gesellschaft hervorheben sollen. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. nimmt diesen Tag zum Anlass, um Antworten auf Haftungsfragen beim Hundesitting zu geben.

Hundehalter kennen das: Hin und wieder stehen Termine an, bei denen der Vierbeiner nicht dabei sein kann. Viele bringen das Tier für diese Zeit zu einem Freund oder sogar zu einem professionellen Hundesitter. Doch was passiert, wenn der Hund ausgerechnet, während er in der Obhut des Hundesitters ist, einem Dritten gegenüber einen Schaden verursacht? Wer zahlt, wenn zum Beispiel ein Radfahrer durch die Schuld des Hundes stürzt und sich verletzt?

„In jedem Fall haftet der Hundehalter gemäß § 833 Satz 1 BGB und zwar unabhängig von der Tatsache, dass er gar nicht dabei war und den Vorfall nicht verhindern konnte“, gibt die für TASSO tätige Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries zu bedenken. Ob zusätzlich zum Halter auch der Hundesitter haften muss, hängt davon ab, ob es sich beim Hundesitten um eine Gefälligkeit handelte, oder ob es einen Vertrag gab0. Diese Abgrenzung kann im Einzelfall mitunter schwierig sein. Aber sie ist entscheiden. Denn, wurde zwischen Halter und Sitter ein Vertrag geschlossen, muss auch der Hundesitter für entstandene Schäden haften und möglicherweise ein Schmerzensgeld zahlen, erklärt Ann-Kathrin Fries. Eine solche Vereinbarung kann auch mündlich geschlossen werden, bei professionellen Tiersittern sollten die Regelungen zu Beweiszwecken aber besser schriftlich festgehalten werden.

Doch wo beginnt ein Vertrag und wo endet die Gefälligkeit? Maßgeblich für die Abgrenzung ist, ob ein Rechtsbindungswille vorhanden war und ob eine Gegenleistung vereinbart wurde, erklärt Anwältin Ann-Kathrin Fries. Bezahlt der Hundehalter den Aufpasser, oder erbringt er eine andere Gegenleistung, handelt es sich um ein vertraglich vereinbartes Hundesitting. Das kann zum Beispiel schon der Fall sein, wenn zwei Hundehalter sich regelmäßig zu festen Zeiten mit jeweiligen Betreuung der beiden Hunde abwechseln. „§834 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) regelt, dass derjenige, der für einen anderen die Führung und Aufsicht eines Tieres durch einen Vertrag übernimmt, auch für den Schaden verantwortlich ist, der einem Dritten zugefügt wird“, betont Ann-Kathrin Fries. Professionelle Hundesitter haben daher in der Regel eine gewerbliche Haftpflichtversicherung.

„Passt die beste Freundin nur gelegentlich einige Stunden aus Nettigkeit umsonst auf den Hund auf, handelt es sich um eine Gefälligkeit“, erklärt die für TASSO tätigte Anwältin weiter. Passiert dann etwas, übernimmt die Haftpflichtversicherung des Halters die Kosten für entstandene Schäden, sofern das Hüten durch fremde Personen im konkreten Vertrag eingeschlossen ist. Dann würde die Freundin – neben dem Halter – nur noch dann haften, wenn sie grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat.

TASSO-Tipp für Hundehalter:
„Damit Sie als Halter auf der sicheren Seite sind, sollten Sie sich vergewissern, dass Ihre Haftpflichtversicherung das gelegentliche Hüten des Hundes durch Fremde einschließt“, rät Ann-Kathrin Fries. „Da schnell Schäden in enormen Höhen entstehen können, sollten Sie unbedingt auf eine hohe Versicherungssumme achten. Prüfen Sie Ihre Versicherungsunterlagen, und achten Sie beim professionellen Hundesitting darauf, dass Ihnen ein Vertrag vorgelegt wird.“

Wolf MT6 ist tot

Der Wolf MT6 ist getötet worden, wie das niedersächsische Umweltministerium mitgeteilt hat. In einer gemeinsamen Stellungnahme äußerten die Naturschutzverbände IFAW, NABU und WWF Bedauern über den Tod des Tieres und zugleich Verständnis für die Entscheidung. Auch wenn das Schicksal des Einzeltieres tragisch sei, habe MT6 durch sein auffälliges Verhalten ein nicht mehr zu kalkulierendes Risiko für Menschen dargestellt. Zuvor hatte das niedersächsische Umweltministerium entschieden, den Wolf wenn möglich einzufangen und in ein Gehege zu bringen. MT6 hatte sich wiederholt Menschen mit Hunden genähert und generell ein unberechenbares Verhalten an den Tag gelegt. Vergrämungsaktionen hatten in den vergangenen Monaten keine Erfolge gezeigt. Experten waren sich einig, dass erneute oder weitere Vergrämungsversuche bei dem Wolf MT6 nicht dazu führen würden, dass er sein Verhalten ändert. Aufgrund dieser fachlichen Einschätzung ist die Entnahme des Tieres für die Verbände nachvollziehbar.

„Die dauerhafte Rückkehr des Wolfs nach Deutschland ist nur mit der breiten Akzeptanz der Bevölkerung möglich. Es muss daher vermieden werden, dass einzelne auffällige Wölfe die Akzeptanz der ganzen Art gefährden. Auch muss verhindert werden, dass ein auffälliger Wolf sein Verhalten an den Nachwuchs weitergibt und somit möglicherweise ein ganzes Rudel auffälliges Verhalten zeigt“, so die Verbände. Um derartige Vorfälle zukünftig zu vermeiden, forderten die Verbände ein besseres und effizienteres Management seitens der Behörden an – vor allem in potentiellen Konfliktfällen.

Kritisch ist nach gemeinsamer Auffassung der Verbände, dass nicht ausreichend untersucht ist, wodurch das auffällige Verhalten von MT6 ausgelöst wurde. „Wir plädieren ausdrücklich für die intensive Beobachtung des Munsteraner Rudels, aus dem das Tier ursprünglich stammt. Ziel muss es sein, dass sich ein Verhalten bei anderen Wölfen nicht wiederholt. Für den Fall, dass weitere Tiere auffälliges Verhalten zeigen, sollten zeitnah umfassende Vergrämungsmethoden eingeleitet werden. Da es besonders gefährlich wird, wenn Wölfe durch Menschen angefüttert werden und man sie auf diese Weise lehrt, Menschen aktiv aufzusuchen, muss die Aufklärungsarbeit auch seitens der zuständigen Behörden weiter intensiviert werden“, so IFAW, NABU und WWF.

Zugleich betonten alle drei Verbände einhellig, dass sich aus dem aktuellen Fall keine Gesetzmäßigkeit ableiten lässt. „Der Wolf ist eine in Deutschland streng geschützte Tierart. Jedes potentiell kritische Verhalten muss gesondert bewertet werden. Richtschnur und Leitlinie hierfür muss ein entsprechender Wolfs-Managementplan sein, der von den einzelnen Bundesländern im Vorfeld erarbeitet wurde. Die Einschätzung von Konfliktfällen beruht dabei auf einer Veröffentlichung des Bundesamtes für Naturschutz zum Umgang mit Wölfen in Deutschland“, so die Verbände.

Deutsche Welpenhändler in Österreich festgenommen

Ein Welpenhändlerpaar aus Deutschland wurde am Dienstag in Österreich wegen Tierquälerei und Betrug festgenommen. Mitarbeiter der Stiftung VIER PFOTEN hatten sich zuvor als Kaufinteressenten ausgegeben und auf dem Hof der Züchter Videoaufnahmen erstellt. Die Tierschützer deckten katastrophale hygienische Zustände auf, viele Welpen waren offensichtlich krank. Die 52-Jährige und ihr 43-jähriger Mann züchteten früher in Deutschland. Nach Ärger mit den Behörden und einem Tierhalteverbot zog das Paar auf einen Bauernhof im oberösterreichischen Bezirk Rohrbach. Die Welpen verkauften sie über das Internet.

VIER PFOTEN ist auf der Suche nach weiteren Betroffenen, die einen Welpen bei den betrügerischen Händlern gekauft haben. Hinweise nimmt die Stiftung unter office@vier-pfoten.at sowie die Landespolizeidirektion Oberösterreich unter der Telefonnummer 0043 / 59133403333 entgegen. VIER PFOTEN engagiert sich mit einer internationalen Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel und fordert eine europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde. Die Stiftung sieht die Verantwortung aber auch bei den Online-Plattformen.

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin VIER PFOTEN:
„Das Händlerpaar hat die Welpen auf den Plattformen Ebay-Kleinanzeigen.de, Deine-Tierwelt.de, Haustier-Anzeiger.de und Markt.de mit der Ortsangabe ‚Passau‘ eingestellt. Wir appellieren an alle Geschädigten, sich umgehend mit Informationen und Schadensersatzforderungen bei der Polizei zu melden. Erst wenn das ganze Ausmaß der Tierquälerei aufgedeckt ist, können die Händler ihrer angemessenen Strafe überführt werden. Grundsätzlich sollten Tierfreunde niemals einen Welpen im Internet kaufen. Das Ausmaß des illegalen Welpenhandels ist enorm und die Gefahr, im Internet einem Betrüger aufzusitzen, ist groß. Es liegt in der Verantwortung der Online-Plattformen, sich von diesen tierfeindlichen und verbraucherschädigenden Aktivitäten durch strikte Regeln zu distanzieren.“

Hintergrundinformationen
Auf Online-Plattformen stehen täglich hunderte Welpen zum Verkauf. Mit oftmals gefälschten Fotos wird für die vermeintlichen Schnäppchen geworben. Wie viel Leid, Betrug und Korruption sich hinter dem Handel verbergen, erfährt der Käufer jedoch nicht. Besonders in Osteuropa werden tausende Welpen unter schlimmsten Bedingungen produziert. Hundebabys werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt und meist schon krank, verwurmt und mit gefälschten Impfpässen quer durch Europa transportiert. Ihre neuen Besitzer sind meist mit hohen Tierarztkosten und nicht selten sogar mit dem frühen Tod der Welpen konfrontiert. VIER PFOTEN engagiert sich mit einer internationalen Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel und fordert eine europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde.

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Erstmalig Haftstrafe für Welpenhändler

In Seligenstadt stand gestern Nachmittag ein Ehepaar vor Gericht, das seit mindestens zehn Jahren mit Welpen aus dubiosen Quellen handelt. Die Tiere sind durchweg krank oder starben. Markus und Petra L. wurden wegen Betrugs zu 15 Monaten Haft ohne Bewährung sowie fünf Jahren Zucht- und Haltungsverbot verurteilt. Das Paar hatte bereits 2005 und 2008 Haft auf Bewährung bekommen. Jetzt ist davon auszugehen, dass die Verurteilten in Berufung gehen werden.

Die international tätige Stiftung VIER PFOTEN begrüßt das Urteil des Amtsgericht Seligenstadt als deutliches Signal gegen den illegalen Welpenhandel. Das Paar aus Seligenstadt/Hessen hatte im großen Stil sämtliche Hunderassen über verschiedene Internetportale wie EBAY Kleinanzeigen angeboten, sogar im Ausland. In diesen Anzeigen war von eigener Zucht, gesunden und geimpften Hunden die Rede, was jedoch schon deshalb nicht stimmen konnte, weil die Händler nicht über die entsprechende Anzahl von Muttertieren verfügten. Die Welpen kosteten zwischen 350 und 1.050 Euro. Tatsächlich kamen die Hunde aus dubiosen Quellen, waren oft krank, manche starben sogar. In vielen Fällen gab es weder Impfpässe noch Kaufverträge. Obwohl gestern „nur“ acht Fälle verhandelt wurden, folgte die Richterin dem Plädoyer des Oberamtsanwaltes und zog das Gesamtbild des betrügerischen Paares in Betracht. Markus und Petra L. betrieben trotz vielfacher Verurteilungen das Geschäft weiter und zeigten keinerlei Bedauern, weder für die kranken Welpen noch für die geschädigten Käufer.

Auch bei VIER PFOTEN meldeten sich zahlreiche betrogene Hundebesitzer. Die gemeinsamen Recherchen mit HR konnten die kriminelle Vorgehensweise der Welpenhändler schließlich eindeutig belegen.

Birgitt Thiesmann (52), Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN:
„Dieses Urteil ist ein Meilenstein für die Kampagnenarbeit von VIER PFOTEN, denn es zeigt, dass illegaler Welpenhandel kein Kavaliersdelikt ist. Wir hoffen, dass die Entscheidung des Gerichts wegweisend für andere Fälle dieser Art sein wird. Skrupellose Welpenhändler sollen verstehen, dass ihr Geschäftsmodell und das damit verbundene Leid der Tiere hart bestraft wird.“

Besonders in Osteuropa werden tausende Welpen unter schlimmsten Bedingungen produziert. Hundebabys werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt und meist schon krank, verwurmt und mit gefälschten Impfpässen quer durch Europa transportiert. Ihre neuen Besitzer sind meist mit hohen Tierarztkosten und nicht selten sogar mit dem frühen Tod der Welpen konfrontiert. VIER PFOTEN engagiert sich mit einer internationalen Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel und fordert eine europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde.

Der Hundeprofi unterwegs

Wenn es um das Verhältnis zwischen Mensch und Hund geht, macht Martin Rütter so schnell keiner etwas vor. Doch bei „Der Hundeprofi unterwegs“ verlässt der Tier-Experte sein gewohntes Revier! Zum Auftakt der neuen Staffel (am 28. November um 19:10 Uhr bei VOX) begibt er sich auf Spurensuche rund um die Rückkehr der Wölfe in Deutschland. Seit einigen Jahren häufen sich Meldungen und Bilder von unüblichen Begegnungen mit den scheuen Tieren. Martin Rütter will diesem Phänomen auf den Grund gehen: „Als Hundetrainer kommt man um das Thema Wolf natürlich nicht herum. Die beiden Arten stammen zwar voneinander ab, verhalten sich aber oft ganz anders“, erklärt er. Um mehr über den Urahnen aller Haushunde herausfinden, spricht der Tierpsychologe deswegen mit Wolfsexperten, mit Befürwortern und Gegnern ihrer Rückkehr und sucht selbst die Nähe zu den Wölfen.

Sie waren jahrzehntelang aus den heimischen Wäldern verschwunden, doch seit etwa 15 Jahren sind sie zurück: Rund 300 Wölfe gibt es inzwischen wieder in Deutschland. Viele Naturschützer und Experten sind erfreut über die Rückkehr der Wölfe – doch zunehmend gibt es auch Stimmen gegen die neuen alten Waldbewohner, da sich beängstigende Wolfsbegegnungen häufen. So einen irritierenden Vorfall hat unter anderem Hundebesitzerin Anja Nowak in der Lüneburger Heide erlebt. Als sie mit ihren zwei Golden Retrievern im Wald spazieren war, standen plötzlich sieben Wölfe nur wenige Meter von ihr entfernt! „Es ist für mich ein sehr nachhaltiges Erlebnis. Eigentlich ist es im Grunde das schrecklichste und auch das faszinierendste Erlebnis gewesen, das ich je hatte“, beschreibt Anja den ungewöhnlichen Zwischenfall. Es scheint, als hätten die Tiere ihre Scheu vor den Menschen verloren. Für den Wolfsexperten vom Naturschutzbund Markus Bathen gibt es in diesem Fall jedoch nur eine Erklärung: „Das sind Welpen-Trupps, die sind nicht auf Beutezug, sondern erkunden ihr Revier. Wenn sie einen Menschen zum ersten Mal sehen, sind sie natürlich interessiert.“

Doch es gibt auch ausgewachsene Tiere, die sich entgegen ihrem natürlichen Verhalten extrem nah an den Menschen heran trauen. Seine Recherchen führen Martin Rütter dabei immer wieder zu einem ganz bestimmten Wolfsrudel, das auf einem Truppen-Übungsplatz im niedersächsischen Munster lebt. Warum benehmen sich diese Wölfe als seien sie an Menschen gewöhnt? Für Biologin Gesa Kluth vom Lupus-Institut, das für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland zuständig ist, steht fest: „Wölfe suchen normalerweise nicht die Nähe zum Menschen, denn sie haben, anders als Hunde, keine soziale Bindung zu Menschen. Aber meine Theorie ist ganz klar: Irgendetwas ist mit diesen Tieren aus dem Munster-Rudel passiert. Die verhalten sich anders, als der Rest der Wölfe, den wir beobachten.“ Findet Martin Rütter dazu Antworten beim Kommandanten des Truppenübungsplatzes, Oberstleutnant Jörg Heimann und kann Förster Jörg-Rüdiger Tilk, der dort für die Tierwelt zuständig ist, weiterhelfen? Warum haben diese Tiere ihre Scheu verloren? Und stellen Wölfe in Deutschland tatsächlich eine Bedrohung dar, wie immer häufiger zu hören ist?

Wie es Martin Rütter in einem Wolfsgehege ergeht und was betroffene Landwirte und Schäfer von der Wolfs-Rückkehr halten, zeigt VOX in der ersten neuen Folge von „Der Hundeprofi unterwegs“ am 28. November 2015 um 19:10 Uhr. Den zweiten Teil der Reportage über Wölfe in Deutschland sehen die Zuschauer am 5. Dezember um 19:10 Uhr.

Vernichtungsfeldzug gegen Hunde in Rumänien

Seit mehreren Jahren setzt sich die Tierschutzorganisation TASSO e.V. bereits für Straßenhunde in Rumänien ein. Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen, die der Kampf gegen die Not der Tiere verbindet, will TASSO das Leid der Streuner verringern und unterstützt die Mahnwache des Vereins „Stuttgarter Stimmen für Streuner“, die am Samstag, den 18. April 2015 in Stuttgart stattfindet. Start ist um 14 Uhr am Schlossplatz.

Mit der Mahnwache, zu der auch der rumänische Tierrechtler Claudiu Dumitriu anreist, will TASSO dazu beitragen, den Straßenhunden in Rumänien eine Stimme zu geben. Im September 2013 mussten alle Tierschutzvereine einen herben Rückschlag in ihrer Arbeit verkraften: nach dem Tod eines Kindes, angeblich durch Straßenhunde, wurde die mühsam abgeschaffte Tötung von Streunerhunden per Gesetz wieder eingeführt. „Die staatlich sanktionierte Tötungsmaschine lief wieder an. Mit Kopfgeldprämien wurde die lukrative Jagd auf die Hunde gestartet. Tierschutzvereine wurden als Störfaktor angesehen und in ihrer Arbeit behindert“, erinnert sich Petra Zipp, Leiterin Tierschutz Ausland bei TASSO, an die aufwühlende Zeit. „Tierschützer bemühen sich in verschiedenen rumänischen Städten seit Jahren, Tierheimstrukturen aufzubauen und integrierte Kastrationsprojekte durchzuführen – ein Kampf gegen Windmühlen, um das Problem der Straßenhunde nachhaltig und human zu lösen.“

Um diesen Machenschaften Einhalt zu gebieten, unterstützt TASSO Claudiu Dumitriu, der rechtlich und politisch gegen diese Tierquälereien vorgeht und für eine Veränderung der Gesetze kämpft. „Der schreckliche Umgang mit den Hunden in den städtischen Tierheimen ist eine Schande für Rumänien“, schildert er die Situation vor Ort. „Schlimmster Auswuchs ist zurzeit die Gründung eines sogenannten Tierschutzvereins durch die Hundefänger und mehrere Gemeinden, um im Kreis Brasov auf diesem Wege hochoffiziell alle Hunde einzufangen und zu entsorgen. Eine gewaltige Aufgabe für den Tierschutz, gegen diese Tierquälerei anzugehen. Wichtig ist jetzt, beharrlich und sachkundig weiter für Tierschutz in Rumänien zu arbeiten und die Tiere und die Menschen, die sich dort für sie einsetzen, nicht im Stich zu lassen“, appelliert er weiter an die Menschen.

„Das Einfangen und Einsperren unter katastrophalen Bedingungen ist sinnlos und löst das Straßenhundeproblem nicht, sondern füllt nur die Taschen der korrupten Hundefängermafia“, erklärt Petra Zipp. „Nur die flächendeckende Kastration aller Hunde, auch Hunde mit Halter, und eine Kennzeichnung und Registrierung kann diesem Elend ein Ende bereiten.“

Geplante Abschaffung der Rasseliste

Am Mittwoch, den 25. März 2015 berät der Umweltausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags über den Entwurf für ein neues Hundegesetz. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. begrüßt den vorliegenden Gesetzentwurf, sieht aber gleichzeitig Verbesserungsbedarf. Die wichtigste Neuerung stellt für die Tierschützer die geplante Abschaffung der Rasseliste dar.

„Wir freuen uns, dass nach Niedersachsen nun auch Schleswig-Holstein die umstrittene Rasseliste abschaffen will“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland von TASSO e.V. „Die Rasseliste hat keinen Beitrag zu einer effektiven Gefahrenabwehr geleistet. Das belegt sehr eindrucksvoll die landesweite Beißstatistik von 2010. Von 135 Beißvorfällen wurde nur einer von einem Listenhund verursacht.“

„Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich die Gefährlichkeit eines Hundes nicht anhand seiner Rassezugehörigkeit bestimmen lässt“, erklärt Mike Ruckelshaus. Seiner Ansicht nach habe die Stigmatisierung bestimmter Hunderassen dazu geführt, dass diese Hunde vermehrt in Tierheimen abgegeben würden und nur sehr schwer an ein neues Zuhause zu vermitteln seien.

Gleichzeitig weisen die Tierschützer darauf hin, dass die im Entwurf vorgesehene Kennzeichnung mit einem Mikrochip wertlos ist, wenn sie nicht mit den Tier- und Halterdaten in einer zentralen Datenbank kombiniert wird. Erst beides zusammen, Kennzeichnung und Registrierung, ermöglicht die Identifizierung eines Tierhalters. „Wir bei TASSO erleben jeden Tag, wie wichtig die Registrierung ist“, betont Philip McCreight, Leiter von TASSO, diesen Schritt. „Nur so haben die Tiere die größtmögliche Chance, zu ihrem Halter zurückzufinden.“ Bei TASSO sind derzeit insgesamt bereits knapp 4,4 Millionen Hunde kostenfrei registriert.

Weiter sieht die Tierschutzorganisation TASSO Bedarf zur Nachbesserung beim Sachkundenachweis. „Ein Sachkundenachweis sollte, wie auch in Niedersachsen, für alle Hundehalter verpflichtend sein“, sagt Mike Ruckelshaus abschließend. „Ein solcher Nachweis trägt auch den Anforderungen an eine artgemäße und verhaltensgerechte Hundehaltung und somit dem Tierschutzgedanken Rechnung. Darüber hinaus führt ein Sachkundenachweis, dessen theoretischer Teil vor der Aufnahme der Hundehaltung absolviert werden muss, dazu, dass die Zahl der unüberlegt angeschafften Hunde, die anschließend im Tierheim abgegeben werden, sinkt. Die Einführung eines Sachkundenachweises stellt ferner ein wirkungsvolles Instrument im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel dar.“

Werkzeug im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel

Bundesminister Schmidt veranlasst Tollwut-Impfpflicht für Welpen, die nach Deutschland gebracht werden.

Ab sofort dürfen Hundewelpen nur noch nach Deutschland gebracht werden, wenn sie einen dokumentierten Impfschutz gegen Tollwut haben. Das sieht die Verordnung zur Änderung tierseuchenrechtlicher Verordnungen und zur Aufhebung der Sperrbezirksverordnung vor, die Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in Berlin unterzeichnet hat. „Mit den neuen Regelungen geben wir den Kontrollbehörden ein weiteres Werkzeug im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel an die Hand“, sagte Schmidt.

Bisher musste der Nachweis über eine wirksame Tollwut-Schutzimpfung nur für Hundewelpen vorliegen, die zu Handelszwecken transportiert wurden. Privatpersonen, die Welpen transportierten, mussten lediglich plausibel darlegen können, dass ein Welpe keinen Kontakt zu potenziell Tollwut-infizierten Tieren hatte. Mit der neuen Verordnung gilt seit dem 29. Dezember 2014 für private Transporte von Hundewelpen dieselbe Regelung wie für gewerbliche. Hintergrund sind Berichte der Kontrollbehörden, nach denen in der Vergangenheit wiederholt Handelstiere als Heimtiere deklariert und unter den erleichterten Bedingungen des privaten Reiseverkehrs transportiert wurden.

Zum Zeitpunkt der Impfung müssen die Welpen mindestens zwölf Wochen alt sein, der Impfschutz wird 21 Tage nach dem Impftermin wirksam. Erst danach dürfen Hundewelpen frühestens nach Deutschland transportiert werden. Bei privaten Transporten reicht die Dokumentation der Impfung im Heimtierpass aus, bei gewerblichen muss zusätzlich ein Gesundheitszeugnis vorliegen. Die neuen Regelungen gelten auch für Katzen und Frettchen. Sie betreffen den Transport aus anderen EU-Mitgliedstaaten oder Drittstaaten nach oder durch Deutschland.