Archiv für den Monat: April 2017

Hilfe gegen Reisekrankheit beim Hund

Manche Hunde lieben das Autofahren und können es kaum abwarten, bis es losgeht. Andere werden nervös, hecheln, bellen, zittern oder müssen sich sogar im Fahrzeug übergeben. In den meisten Fällen ist die Übelkeit eine Auswirkung von Angst. So hat der Hund möglicherweise die Trennung von der Mutter und den Geschwistern oder einen Unfall negativ mit dem Autofahren verknüpft. Schafft man es, dem Hund die Angst zu nehmen, bedeutet dies meist auch den Sieg über die Reisekrankheit.

Um Hunden in stressreichen Situationen, wie dem Autofahren, zu helfen und die Angst zu nehmen, haben Tierärzte eine spezielle Produktreihe entwickelt. Diese enthält eine synthetische Nachbildung des natürlichen Beruhigungspheromons, das von der Mutterhündin gebildet wird, um ihren Welpen ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit zu vermitteln. Dieser vertraute Botenstoff hilft Hunden jeden Alters dabei, Autofahrten nicht mehr als bedrohlich zu empfinden und ruhig und entspannt zu bleiben. 15 Minuten vor Fahrtbeginn empfiehlt sich, das Spray, etwa von Adaptil, in die Transportbox oder den Kofferraum zu sprühen und so für Geborgenheit während der Fahrt zu sorgen.

Schritt für Schritt die Angst nehmen

Eine Reduzierung des Angst- und Stresslevels geht am besten in ganz kleinen Schritten, bei denen man dem Vierbeiner vermittelt, dass vom Auto nichts Schlechtes ausgeht:
– Zunächst wird das ruhige Sitzen im Auto geübt, während das Auto stillsteht und der Motor nicht läuft.
– Um das Auto mit etwas Positivem zu verbinden, gibt man Leckerlis, spielt oder kuschelt mit dem Hund im Fahrzeuginneren.
– Die Übungseinheiten sollten kurz gehalten werden und den Hund nicht überfordern.
– Im nächsten Schritt wird das Einsteigen in das Auto mit laufendem Motor geübt. Kleine Snacks als Lob und zur Ermutigung sind erlaubt.
– Sobald das problemlos klappt, kann man mit kurzen Fahrten beginnen, die man bei Erfolg allmählich verlängert.

Positive Atmosphäre schaffen

Um für den Hund eine positive Atmosphäre zu schaffen und die Lernerfolge zu unterstützen, empfiehlt es sich, ein spezielles Halsband, das ebenfalls Pheromone freisetzt, anzulegen. Das Halsband unterstützt den Hund zusätzlich am Ferienort, indem es Sicherheit und Geborgenheit in der neuen Umgebung und bei aufregenden Ereignissen, wie Feuerwerk oder Menschenmengen vermittelt.
Die Produkte sind erhältlich beim Tierarzt oder im Zoofachhandel. Mehr Informationen und Links zu Onlineshops findet man unter www.adaptil.de.

Hund Bruno überlebt rätselhaften Autounfall

So etwas hat Karl Niedermeier noch nie erlebt: Am 21. März 2017 betrat ein Kunde sein Autohaus im bayrischen Donaustauf und teilte ihm mit, er habe einen Hund im Auto. Das ist noch nichts Besonderes, dachte Karl Niedermeier zunächst schulterzuckend. Doch als er der Kunde ihm dann sein Auto zeigte, stockte dem Händler kurz der Atem. Der braune Mischling Bruno hing nach einem Unfall im Lufteinlass der Stoßstange des schwarzen BMW fest.

Bruno hatte sein Frauchen beim Spaziergang im strömenden Regen aus den Augen verloren und vermutlich wegen seiner leichten, altersbedingten Schwerhörigkeit ihre Rufe nicht mehr gehört. Orientierungslos lief er auf eine Bundesstraße und geriet vor einen fahrenden BMW. Bei dem Zusammenstoß rutschte er in den Lufteinlass des Wagens. Der Fahrer bemerkte den Unfall, fuhr sofort rechts ran, konnte Bruno jedoch nicht befreien und brachte seinen Wagen ganz vorsichtig zum nahegelegenen Autohaus.

Dort stellte Karl Niedermeier schnell fest, dass auch er Bruno nicht einfach nach vorne herausziehen, hob daher kurzerhand das Fahrzeug auf die Hebebühne, schraubte den Unterboden ab, hoffte, dass der gelassen wirkende Bruno ihn nicht vor Schreck beißen würde und befreite den Hund vorsichtig. „Er stand dann erst einmal etwas verdattert da, war aber nicht aggressiv oder verstört“, berichtet Karl Niedermeier von diesem außergewöhnlichen Moment. Anschließend fuhr Niedermeier mit Bruno zum Tierarzt, dieser las den Chip aus, den Bruno unter der Haut trägt, und informierte die TASSO-Notrufzentrale. Da das Tier keine medizinische Versorgung benötigte, nahm Niedermeier den Hund wieder mit zurück in sein Geschäft.

Unterdessen war Brunos Frauchen, Anna Paula Gabriel, bereits seit mehr als einer Stunde auf der Suche nach ihrem tierischen Liebling. Verzweifelt sprach sie Passanten an, informierte die Polizei und entdeckte plötzlich eher zufällig auf ihrem Handy eine E-Mail. Sie war von TASSO. Die Mitarbeiter aus der TASSO-Notrufzentrale hatten Anna Paula Gabriel telefonisch nicht erreichen können und daher eine E-Mail geschickt. „Ich bin sofort zum Autohaus gefahren und habe mir erstmal gar nichts dabei gedacht, dass Bruno dort ist“, erzählt sie. Erst vor Ort erfuhr sie von Brunos unglaublichem Abenteuer und konnte kaum glauben, dass ihrem Vierbeiner nichts Schlimmes zugestoßen ist, als das Auto ihn mitten auf der Bundesstraße mit etwa 70 Stundenkilometern anfuhr.

Ein paar kleinere Prellungen und einen Kratzer an der Schnauze – ansonsten war Bruno unverletzt. „Es ist wirklich ein Wunder. Ein ganz tolles Wunder! Ich bin dem Fahrer des Autos so dankbar, dass er Hilfe für Bruno gesucht hat, dem Autohaus, dass sie ihn befreit haben und TASSO, dass sie mich so schnell informiert haben“, freut sich Anna Paula Gabriel, der auch heute Freude und Überraschung noch heute anzuhören sind. Bruno hat sein Abenteuer gut überstanden. Laut seiner Halterin springt er trotz seiner 13 Jahre wie „ein junger Gott“ und hat nach wie vor keine Scheu vor Autos. Bruno muss an diesem verregneten Tag Ende März wirklich mehr als einen Schutzengel gehabt haben. Und großes Glück, so engagierten Tierfreunden zu begegnen.

Bremerhaven: Veterinäramt beschlagnahmt illegal gehandelte Welpen

Erfolgreicher Einsatz gegen die Welpenmafia. Am 03. April hat der Veterinärdienst des Landes Bremen in Bremerhaven illegal gehaltene Welpen von einem Händler beschlagnahmt. Der entscheidende Hinweis kam von VIER PFOTEN. Mitarbeiter hatten die Welpen auf eBay-Kleinanzeigen entdeckt. Sie waren misstrauisch geworden, da der Händler Welpen unterschiedlichster Rassen anbot. Die international tätige Stiftung für Tierschutz setzt sich seit Jahren gegen die Machenschaften der Welpenmafia ein.

Die Tierschützer raten dazu, sich im Falle eines Verdachts direkt an die nächste Polizei- oder Veterinärbehörde zu wenden. Erst im vergangenen Monat konnten durch die Mithilfe einer Privatperson und dem prompten Handeln der Behörde vierzehn Welpen von einem illegalen Händler in Ingolstadt beschlagnahmt werden. Betroffene, die bereits einen kranken Welpen gekauft haben, können sich über www.stoppuppytraders.org bei VIER PFOTEN melden.

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN:
„Das Veterinäramt hat in diesem Fall vorbildlich reagiert. Mit kranken, nicht geimpften, viel zu jungen Welpen zu handeln, ist kein Bagatelldelikt und muss konsequent bestraft werden. Ebenso wichtig: Onlineportale wie eBay-Kleinanzeigen müssen strengere Regeln einführen, damit Dealer diese Plattformen nicht mehr für den illegalen Handel nutzen können.“