Archiv für den Monat: Juli 2015

Verreisen mit dem Vierbeiner

Kaum ein passionierter Hundehalter kann es sich vorstellen, die schönste Zeit des Jahres ohne seinen vierbeinigen Freund zu verbringen. Statt den Hund in einer Tierpension abzugeben, kommt er ganz selbstverständlich mit in die Ferien. Auch die Tourismusbranche hat sich längst auf die entsprechende Zielgruppe eingestellt und bietet immer mehr hundefreundliche Urlaubsziele und -unterkünfte an.

Transportbox oder Absperrnetz

Obwohl man Hunde auch in der Bahn oder dem Flugzeug mitnehmen kann, ist es weitaus günstiger und praktischer, das Auto zu nutzen. Denn während man bei der Bahn für Vierbeiner, die nicht in einer Hundetasche oder -box transportiert werden, den halben Fahrpreis zahlen muss, dürfen größere Tiere im Flieger zumeist nur kostenpflichtig im Frachtraum mitreisen. Im Auto dagegen lassen sich Körbchen, Lieblingsspielzeug, Näpfe und Futter bequem im Kofferraum verstauen. Vor allem aber kann man öfter mal eine Pause einlegen, bei denen sich die Fellnase bewegen, etwas trinken und ihr Geschäft verrichten kann.

„Wichtig ist dabei, dass der Hund in einer Transportbox oder hinter einem Absperrnetz oder -gitter untergebracht ist“, weiß Reiseexpertin Beate Fuchs vom Verbraucherportal Ratgeberzentrale.de. Das diene nicht nur seiner Sicherheit, sondern sei – was viele nicht wissen – durch die Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben. Eine große Auswahl an Sicherungssystemen und Boxen gibt es zum Beispiel im Online-Shop von Schecker, einem der größten europäischen Versender im Bereich Hundebedarf, unter www.schecker.de.

Impfpass und Erste-Hilfe-Set

Bevor es losgeht, ist auch ein Besuch beim Tierarzt empfehlenswert. Er kann beurteilen, ob der Hund fit für die Reise ist und mit Impfungen oder Präparaten vorsorgen, dass sich der Hund unterwegs keine Parasiten oder Infektionen einfängt. Sinnvoll ist auch ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Wundkompressen, Verbandspäckchen und Zeckenzange, um im Fall der Fälle schnell reagieren zu können. Nicht zuletzt sollte man den EU-Heimtierausweis nicht vergessen, ohne den die Einreise ins EU-Ausland nicht möglich ist.

„Tierische“ Urlaubsfreunde: keine Impfung – keine Einreise nach Deutschland

Verliebt in den Hund: Viele Touristen freunden sich im Urlaub mit einem streunenden Vierbeiner an und wollen ihn mit nach Deutschland nehmen. Doch so einfach ist das nicht. „Bevor Tiere einreisen dürfen, müssen sie ausreichend geimpft sein. Als Nachweis ist in allen EU-Ländern ein EU-Heimtierausweis verpflichtend, bei Drittländern eine Tiergesundheitsbescheinigung“, erklärt Dr. Frank Offeney, Tierarzt beim Infocenter der R+V Versicherung in Wiesbaden. Fehlt dies, drohen eine mehrmonatige Quarantäne für den Vierbeiner und mehrere tausend Euro Kosten für die neuen Besitzer.

Wer sich nach dem Urlaub nicht von einem lieb gewonnenen Streuner trennen will, sollte die Aus- und Einreisevorschriften kennen. „Für die Einreise nach Deutschland wie in alle anderen EU-Länder brauchen Hunde und Katzen eine gültige Tollwutimpfung und müssen durch einen Mikrochip gekennzeichnet sein“, sagt R+V-Experte Dr. Offeney. Zusätzlich empfiehlt er eine Wurmkur, eine gründliche Untersuchung beim Tierarzt und einen Bluttest, um die sogenannten Mittelmeerkrankheiten auszuschließen.

Der Tierarzt trägt die Tollwutimpfung in den EU-Heimtierausweis ein, der seit dem 1. Oktober 2004 innerhalb der EU Pflicht ist. Wichtig: Die Impfung darf nicht älter als 12 Monate, muss aber mindestens 21 Tage alt sein.

Noch strenger sind die Regelungen für Länder, in denen die Tollwutgefahr besonders groß ist. Wer beispielsweise ein Tier aus der Türkei, Tunesien oder Marokko mitbringen will, muss 30 Tage nach der Tollwutimpfung eine Kontrolluntersuchung vorweisen. Danach muss er noch einmal drei Monate mit der Einreise warten. Sind die erforderlichen Impfungen und Untersuchungen nicht vorhanden, kann es an der EU-Grenze Probleme geben. Die Internetseite der jeweiligen Botschaft bietet genaue Informationen darüber, welche Vorschriften gelten.

Mehr Tipps unter
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Keine Entwarnung bei Urlaub mit Hunden in Dänemark!

Auch wenn Dänemark ab dem 1. Juli 2014 Änderungen am landeseigenen Hundegesetz vorgenommen hat, warnen die Tierschutzorganisationen TASSO e.V. und VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz weiterhin vor Reisen mit Hund nach Dänemark.

Nach wie vor gilt seit dem 1. Juli 2010 in Dänemark ein Verbot von Zucht, Haltung und Einfuhr für folgende 13 als gefährlich gelistete Hunderassen: Pitbull Terrier, Tosa Inu, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Amerikanische Bulldogge, Boerboel, Kangal, Zentralasiatischer Ovtcharka, Kaukasischer Ovtcharka, Südrussischer Ovtcharka, Tornjak und Sarplaninac

Bei Hunden dieser Rassen oder auch solchen, deren Erscheinungsbild nur einer dieser Rassen ähnelt und nicht mittels Herkunftsnachweisen als nicht einer der verbotenen Rassen zugehörig identifiziert werden können, muss immer noch mit einer polizeilichen Beschlagnahmung und gegebenenfalls auch Tötung gerechnet werden. Dies kann insbesondere Mischlingshunde betreffen. Das gleiche gilt auch für jegliche Hunde, die auf dänischem Territorium in einen Beißvorfall verwickelt sind. Hier entscheiden seit vergangenem Jahr „dog experts“ (Hundesachverständige) über die Tötung des Hundes, zuvor war dies Aufgabe der Polizei. Offiziellen Angaben des dänischen Landwirtschaftsministeriums zufolge wurden bisher 600 Hunde aufgrund des dänischen Hundegesetzes getötet, die dänische Organisation fairdog schätzt diese Zahl weitaus höher ein. Die Tierschutzorganisationen TASSO e.V. und VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz haben bereits in der Vergangenheit deutliche Kritik an der dänischen Hundegesetzgebung, insbesondere an der rassebezogenen Gefährlichkeitseinstufung von Hunden geäußert.

„Das Gefährlichkeitspotential eines Hundes ist von vielen rasseunabhängigen Faktoren wie unter anderem menschlichem Fehlverhalten abhängig“, weiß Birgitt Thiesmann von VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz. „Kein Hund ist von Geburt an bissig oder gefährlich.“

Für Mike Ruckelshaus, tierschutzpolitischer Sprecher von TASSO, heißt dies klar: „Hunde pauschal aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit als gefährlich einzustufen ist wissenschaftlich unhaltbar. Rasselisten, ganz gleich ob in Dänemark oder Deutschland, gaukeln lediglich eine Scheinsicherheit vor, leisten aber keinen effektiven Beitrag zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden.“

Dass seit der Änderung des dänischen Hundegesetzes im letzten Jahr Grundbesitzer auf ihrem Grundstück keine streunenden Hunde mehr abschießen dürfen, bewerten die beiden Tierschutzorganisationen jedoch als einen Erfolg ihrer jahrelangen Proteste gegen das antiquierte dänische Feld- und Weggesetz von 1872.