Archiv für den Monat: Februar 2015

Widerrechtlicher Hundeabschuss durch Jäger

Innerhalb von nur vier Wochen wurden zwei Familienhunde bei Neustadt und Alsfeld im Beisein ihrer Besitzer widerrechtlich von Jägern erschossen. Einer der beiden Hunde wurde nur drei Meter neben seinem Halter getötet. Beide Hundehalter betonen ausdrücklich, dass ihre Hunde nicht gewildert haben.

TASSO verurteilt die Abschüsse aufs Schärfste und fordert das gesetzliche Verbot des Haustierabschusses durch Jäger. „Die derzeit gültigen Regelungen zum Haustierabschuss sind unverhältnismäßig, willkürlich und gehen weit über das hinaus, was zum Schutz von Wildtieren erforderlich ist“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. „Wir fordern die Hessische Landesregierung auf, das Abschussverbot von Hunden und Katzen, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, endlich umzusetzen, damit Vorkommnisse dieser Art für die Zukunft ausgeschlossen werden können. Dazu verweisen wir auch auf den Beschluss des Tierschutzbeirats der Hessischen Landesregierung vom 17. September 2014, der ebenfalls ein Verbot des Haustierabschusses fordert. Ferner erinnern wir an das Landtagswahlprogramm von Bündnis 90/Die Grünen, das ebenso ein Abschussverbot vorsah. Bündnis 90/Die Grünen stellen derzeit die für die Bereiche Tierschutz und Jagd zuständige Ministerin.“

TASSO weiß: Wissenschaftliche Studien belegen, dass Menschen ihre Hunde und Katzen als vollwertige Familienmitglieder empfinden. Der Abschuss eines geliebten Haustieres bedeutet auch immer unendliches Leid für die Besitzer und ihre Familien. In der Beziehung zwischen Mensch und Haustier hat sich in den vergangenen Jahren ein gesellschaftlicher Wandel vollzogen, der sich auch in der Jagdgesetzgebung niederschlagen muss.

Gleichzeitig weisen die Tierschützer darauf hin, dass das gültige Ordnungsrecht schon jetzt harte Sanktionen für wildernde Hunde und ihre Halter vorsieht. Nach § 2 der Hessischen Hundeverordnung gelten Hunde, die „durch ihr Verhalten gezeigt haben, dass sie unkontrolliert andere Tiere hetzen oder reißen“, als „gefährlich“. Ihre Haltung ist erlaubnispflichtig und an strenge Auflagen wie Wesenstest, Sachkundenachweis und polizeiliches Führungszeugnis gebunden. Darüber hinaus erneuert TASSO seine Forderung nach einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde, die ebenfalls im Koalitionsvertrag vorgesehen ist, sowie nach einer Einführung eines Sachkundenachweises für Hundehalter. „Auch Wildtiere haben ein Recht auf Leben und Unversehrtheit“, so Mike Ruckelshaus abschließend. „Und sachkundige, geschulte Hundehalter und wohl erzogene Hunde stellen für sie keine Gefahr dar.“