Archiv für den Monat: Dezember 2014

Silvester mit HUnd

An Silvester gehen jedes Jahr Millionenbeträge in die Luft. Was für den Menschen ein aufregendes Erlebnis ist, ist für unsere vierbeinigen Mitbewohner oft der reinste Stress. Tiere haben ein weitaus besseres Gehör als wir Menschen und reagieren wesentlich empfindlicher auf Lautstärke. Was für den Menschen also längst noch keine Lärmbelästigung darstellt, wird für das Tier schnell zur Qual. Das zeigt auch die Geschichte von Mischlingshund Packo aus Köhn.

Am Silvestertag ist Packo durch ein Feuerwerk am frühen Abend erschreckt worden und nahm Reißaus. Die ganze Nacht verbrachte sein Herrchen Horst Grewenig mit Suchen und Warten. „Packo muss kurz zu Hause gewesen sein, als wir noch auf der Suche waren“, erinnert sich Horst Grewenig an den Abend. „Eine Blutspur an der Haustür verriet es uns. Der Arme musste verletzt sein!“ Zum Glück war es nicht viel Blut. „Die Nacht war lang, und ich meldete Packo bei TASSO als vermisst und benachrichtigte auch die benachbarten Polizeireviere“, beschreibt Grewenig die Silvesternacht 2013. „Am Vormittag des 1. Januars dann der erlösende Anruf. Packo war gefunden!“ Völlig apathisch suchte er in einer Küche im Nachbarort Zuflucht. Das zuständige Tierheim holte ihn noch am Abend, um ihn so wenig wie möglich der Knallerei auszusetzen. Packo hat den Jahreswechsel mit einem kleinen Loch in der Pfote und einem großen Schrecken überstanden.

Zum Glück war Packo bei TASSO registriert. Lärm, Menschenansammlungen oder andere unvorhersehbare Einflüsse begünstigen, dass Tiere aus der Not heraus das Weite suchen. „Besonders bei unvorhergesehenem Lärm passiert es ganz schnell, dass sich Tiere losreißen und ausbüxen“, erklärt Philip McCreight, Leiter von TASSO. „Wer sein Tier schützen will, registriert es. Wenn es verschwindet, ist die Chance, es zu finden, dadurch am größten.“ Die Statistik von TASSO zeigt: Jedes Jahr laufen in der Silvesternacht rund 2,5 mal so viele Tiere weg als an den anderen Tagen im Jahr. Die Kolleginnen und Kollegen in der Notrufzentrale von TASSO arbeiten 24 Stunden am Tag das ganze Jahr – auch an Silvester und Neujahr. Die Registrierung ist kostenfrei und ganz unkompliziert auch online möglich: www.tasso.net/registrierung

Wer seinen Vierbeiner vor unnötigem Stress schützen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. TASSO gibt wertvolle Tipps für Tierhalter:

Schließen Sie Fenster und Türen und lassen Sie die Rollläden herunter. Je weniger Licht und Lärm nach innen dringen, umso besser.
Bleiben Sie bei Ihrem Tier oder stellen Sie ihm eine andere ihm vertraute Person während des Jahreswechsels an seine Seite.
Nehmen Sie Ihrem Tier nicht die Möglichkeit des Hörens. Die Ohren zuhalten oder gar verstopfen führt dazu, dass es sich nur noch mehr aufregt.
Beginnen Sie bereits einige Tage vorher mit der Vorbereitung auf die Silvesternacht: Besonders Haltern ängstlicher Hunde raten wir, die Tiere rund um das Feuerwerk beim Gassigehen anzuleinen, da bereits vor und auch nach dem 31. Dezember Knaller gezündet werden könnten.
Registrieren Sie Ihr Tier bei TASSO. Wenn es Ihnen entwischt ist die Chance so am größten, dass wir es Ihnen zurückbringen können.

Pfotencheck: Was die Hundetatze im Winter braucht

Viele Menschen kennen es von sich selbst: Im Winter sind die Hände oft spröde, manchmal auch rissig. Dem Hund geht es nicht anders. Zumal er ja bei Kälte auf mit Eis, Schnee und Salz bedeckten Wegen quasi „barfuß“ läuft. Rauer Teer oder Rollsplitt machen den Pfoten ohnehin ganzjährig zu schaffen. Damit der beste Freund des Menschen den Winter dennoch unbeschwert genießen kann, ist die richtige Pflege der Pfoten das A & O.

„Grundsätzlich ist es wichtig, nach jedem Spaziergang die Pfoten des Vierbeiners auf Verschmutzungen und Fremdkörper zu überprüfen und diese zu entfernen“, betont Dr. Heidi Bernauer-Münz, praktizierende Tierärztin, Tierverhaltenstherapeutin und Vorsitzende des Arbeitskreises für Kleintiere der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. „Verletzungen an den Ballen oder zwischen den Zehen können sich leicht infizieren. Dann ist der Gang zum Tierarzt notwendig und die Heilung kann langwierig sein. Daher ist Vorsorge in jedem Fall besser als Nachsicht.“
Pfoten auch zwischen den Zehen auf Fremdkörper untersuchen

Für Pfotencheck und -pflege sind nur wenige Minuten täglich erforderlich. Dabei ist es wichtig, besonders die Bereiche zwischen den Ballen zu untersuchen, denn beim Aufsetzen der Pfoten während des Laufens werden die Zehen aufgespreizt und Schmutz und Fremdkörper können sich auch dort festsetzen. Da manche Hunde an den „Füßen“ kitzelig sind, lassen sie sich nicht gern dort anfassen und ziehen die Pfoten immer wieder weg. „Mit ein wenig Übung und Geduld kann man dem Hund beibringen stillzuhalten. Am besten fängt man schon im Welpenalter mit dem Training an und fördert durch Leckerchen die Bereitschaft des Hundes zur Körperpflege“, so die Tierärztin.
Nach der Reinigung Pfoten eincremen

Neben der routinemäßigen Kontrolle benötigen Hundepfoten im Winter zusätzlich Pflege. Dr. Bernauer-Münz: „Dafür die Pfotenballen und -zehen sowie die Zwischenräume der Zehen mit einem feuchten Tuch von Schmutz und Salz reinigen und gut abtrocknen. Da Hunde gern ihre Pfoten lecken, würden sie sonst das Salz aufnehmen und das bekommt ihnen nicht gut. Anschließend Zehen und Ballen gegebenenfalls mit einer geeigneten Fettcreme oder einem speziellen Pfotenspray behandeln. Dies empfiehlt sich besonders dann, wenn die Haut bereits spröde ist.“

Bei Hunderassen mit langem Fell kann sich an den Haaren zwischen den Zehen und Ballen Schnee festsetzen und zu Eisklumpen verdichten. Oft sind auch kleine Steinchen mit dabei. „Das ist dann sehr schmerzhaft für den Hund beim Gehen und Verletzungen können die Folge sein. Daher sollte das Fell mit einer abgerundeten Schere regelmäßig gekürzt werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Haut nicht verletzt wird“, empfiehlt Dr. Bernauer-Münz. Auch spezielle Hundeboots können die Pfoten schützen.

Beherzigen Hundehalter diese Tipps, kann der Vierbeiner auch bei Eis und Schnee unbeschwert herumtollen und kommt auf gesunden Pfoten durch den Winter. IVH