Archiv für den Monat: September 2014

Die glücklichen Gewinner der „Goldene Pfote 2014“

Am vergangenen Samstag zeichnete die Tierschutzorganisation TASSO e.V. im Rahmen der Veranstaltung „Rund um´s Tier“ die Gewinner des Tierschutzpreises „Die Goldenen Pfote 2014“ aus. Die Preisverleihung fand im Hotel Holiday Inn Frankfurt Airport-North in Frankfurt am Main statt.

Unter dem Motto „Mensch rettet Tier – Tier rettet Mensch“ wurden in diesem Jahr mutige Helfer geehrt, die ein Tier aus einer gefährlichen und ausweglosen Situation gerettet und dazu beigetragen haben, dass es wieder wohlbehalten an seine glücklichen Besitzer zurückvermittelt werden konnte. „Mit diesem Preis von Tierschützern für Tierschützer möchten wir Menschen unsere Anerkennung entgegenbringen, die den Tierschutzgedanken leben und in diesem Sinne eine besondere Leistung erbracht haben“, beschreibt Philip McCreight, Leiter von TASSO, die Bedeutung der Goldenen Pfote.

Das sind die diesjährigen Gewinner:
Den dritten, mit 500 Euro dotierten Preis erhielt Verena Rötzel aus Siegen, deren Schäferhund-Collie-Mix Max dafür sorgte, dass eine zwischen zwei Garagen eingeklemmte Katze erfolgreich geborgen werden konnte. „Ich denke nicht, dass die Katze ohne Max überlebt hätte, denn es war auch schon ziemlich spät und kalt und sie war schon sehr kräftelos. Deswegen denke ich, war das schon die einzige Rettung für die Katze“ , schätzt Verena Rötzel die Rettungsstation in unserem vorab gedrehten Kurzfilm ein. Da sie leider nicht selbst vor Ort sein konnte, wurde sie von ihrer Zwillingsschwester Vanessa vertreten, die den Preis entgegennahm. Verena Rötzel spendet ihren Gewinn an den Tierschutzverein Alchetal e.V. aus Siegen.

Mit dem zweiten Preis und einem Scheck über 1.500 Euro wurde die Feuerwache 4 in Dortmund ausgezeichnet. Die Feuerwehrmänner hatten kurzerhand eine Sauerstoff-Maske für Menschen umfunktioniert, um einer Katze das Leben zu retten, die aus einer brennen Wohnung evakuiert wurde und zu ersticken drohte. „Wir sind natürlich da, um Menschen, aber auch Tiere sowie Sachgegenstände zu retten. Deswegen freue ich mich erstmal über diese Nominierung, obwohl es an sich auch unsere Pflicht ist“, bedankte sich Ulf Hammerschmidt von der Dortmunder Feuerwehr während der Preisübergabe. Das Preisgeld kommt der Tierschutzorganisation Arche Noah 90 e.V. aus Dortmund zugute.

Über den ersten Preis freut sich Andreas Gruber aus Bad Abbach bei Regensburg, der Anfang des Jahres den einjährigen Mischlingsrüden Börnie von einem Mauervorsprung an einer Donauschleuse rettete und somit vor dem sicheren Erfrieren bewahrte. „Im ersten Moment habe ich gedacht, es braucht jemand Hilfe. Da war die Überwindung nicht so groß, denn wenn jemand Hilfe braucht, hilft man“, beschreibt Herr Gruber seine Gedanken, als er Börnie in besagter Januarnacht bellen hörte. Auch Börnies Frauchen Cornelia Blochberger ist überglücklich, dass alles so gut ausgegangen ist. „Börnie hat sich Herrn Gruber mitten ins Herz gebellt“, sagte sie in ihrer Dankesrede. Herr Gruber hat sich dazu entschieden, seinen Gewinn zu gleichen Teilen an die Deutsche Kinderkrebshilfe und den Setterburg – Gnadenhof für Jagdhunde des Tierfreunde Niederbayern e.V. zu spenden.

TASSO bedankt sich bei allen Gewinnern für ihren mutigen Einsatz!

Hintergrund:
Aus einer großen Anzahl dramatischer und rührender Rettungsaktionen, die sich im Laufe der letzten zwölf Monate in ganz Deutschland ereignet haben, hatte TASSO fünf Rettungsgeschichten ausgewählt. Zu jeder dieser Geschichten wurde ein Kurzfilm gedreht, in dem die Retter ihre persönliche Rettungsaktion vorstellten. Bis zum 15. August konnten Tierfreunde auf der TASSO-Homepage anschließend darüber abstimmen, wer den ersten mit 3.000 Euro, den zweiten mit 1.500 Euro und den dritten mit 500 Euro dotierten Preis erhalten sollte.

Die Gewinnervideos sowie weitere Informationen zur „Goldenen Pfote 2014“ finden Sie unter http://www.tasso.net/Die-goldene-Pfote.

Hunde helfen gegen Depressionen

Hunde tun dem Menschen gut. Das zeigen uns unsere Erfahrungen, aber auch zahlreiche wissenschaftliche Studien. Dass Hunde auch eine positive Wirkung auf depressive Personen haben, belegt eine Untersuchung, die am Zentrum für Seelische Gesundheit in Marienheide bei Gummersbach an stationären Patienten durchgeführt wurde.

Unter der Leitung von Dr. Andreas Sobottka, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erhielten die Patienten im Rahmen der Studie hundegestützte Therapiestunden. Um einen Vorher-Nachher-Vergleich anstellen und positive Effekte ermitteln zu können, wurde vor Beginn der Therapie von jedem Studienteilnehmer der Schweregrad der Depression sowie die Einstellung der Patienten zu Hunden festgehalten.

Während des Untersuchungszeitraumes wurden die Patienten in zwei Gruppen unterteilt. Zunächst erhielt eine der beiden Gruppen zusätzlich hundegestützte Therapiestunden. Die andere Gruppe bekam die übliche Behandlung ohne tierische Unterstützung. Nach vier Wochen wurde gewechselt. Dabei wurde jedem Patienten einer von elf Australian Working Kelpies zugewiesen. Da man aus früheren Studien wusste, dass die Bindung zu einem Hund positive Effekte bewirken kann, hat man durch verschiedene Maßnahmen die Bindung zwischen Patient und Hund gestärkt. Beispielsweise sahen die Studienteilnehmer Filme, die „ihren“ Hund als Welpen oder mit dem eigenen Nachwuchs zeigten. Oder sie halfen ihrem tierischen Begleiter, einen Hindernisparcours oder die Angst vor einem unbekannten Objekt zu überwinden.

Im Ergebnis fand der Forscher heraus: Depressive Symptome gehen deutlich schneller zurück, wenn zusätzlich hundegestützte Therapie eingesetzt wird. Besonders deutlich war dieser Effekt bei suizidgefährdeten Personen. IVH

LKW mit illegal getöteten Hunden gestoppt

Am Donnerstag haben 20 Demonstranten der Tierschutzstiftung VIER PFOTEN in Bragadiru (Nähe Bukarest) einen LKW voll toter Hunde gestoppt. Die Tiere wurden von der Bukarester Tierschutz-Aufsichtsbehörde ASPA illegal getötet. Neben Teilnehmern aus Rumänien waren auch Deutsche, Engländer und Österreicher bei der Straßenblockade im Einsatz. Während der friedlichen Protestkundgebung hielten sie fünf Meter lange Banner mit der Aufschrift “Ministerpräsident Ponta, stoppen Sie die Hundetötungen!” hoch und klebten Aufkleber mit der Aufschrift “illegal” und “Verbrechen” auf den LKW.

Seit fast drei Monaten tötet die ASPA, die der Bukarester Stadtverwaltung untergeordnet ist, illegal gesunde Hunde. Die rumänische Regierung ergreift keine Maßnahmen, um dies zu stoppen. Während der Protestkundgebung riefen die Demonstranten die Polizei. Sie forderten die Beamten auf, die LKW-Tür zu öffnen und unter anderem dem Verdacht nachzugehen, dass illegale Substanzen für die Tötung der Hunde verwendet worden waren. Die Beamten weigerten sich zunächst, den LKW zu öffnen. Erst nach drei Stunden intensiver Verhandlungen beschlagnahmten sie das Fahrzeug und eskortierten es zur Polizeistation in Domnesti. Dort öffneten sie den LKW. Nur ein Vertreter von VIER PFOTEN durfte dabei sein, die Anwesenheit von Journalisten und anderen Personen war nicht gestattet.

„Der Moment, als die Polizeibeamten die Tür öffneten, war grotesk. Der Gestank war so stark, dass die Polizisten zurückwichen”, berichtet Gabriel Paun, Kampagnendirektor bei VIER PFOTEN. “Ein strafrechtlicher Ermittler stieg dann im Schutzanzug in den LKW.“ Der LKW gehört dem Bioabfall-Entsorgungsunternehmen Stericycle, das von der ASPA beauftragt wurde, die Kadaver von den in staatlichen Tierheimen illegal getöteten Streunerhunden zu transportieren und zu entsorgen. Die Polizei hat angekündigt, VIER PFOTEN innerhalb von 48 Stunden einen genauen Untersuchungsbericht zukommen zu lassen.

Rumänische Regierung muss handeln
VIER PFOTEN fordert die Polizei auf, das Gesetz und die Entscheidung des Appellationsgerichts vom 20. Juni 2014 zu vollstrecken, in der die Anwendungsnormen des Tötungsgesetz aufgehoben worden waren. “Harte rechtliche Schritte gegen die Täter wären die einzige Möglichkeit, eine laute Botschaft an all diejenigen zu senden, die mit den Hundetötungen in Rumänien zu tun haben”, sagt Gabriel Paun. “Im Moment ist die Situation der Streunerhunde völlig außer Kontrolle. Wir fordern Ministerpräsident Ponta auf, die Hundetötungen sofort zu stoppen!”

Über 8.000 getötete Hunde seit Juni
Laut jüngster Aussage des ASPA-Chefs Răzvan Băncescu wurden mehr als die Hälfte aller 16.000 in Bukarest getöteten Streunerhunde nach dem 20. Juni 2014 getötet, also nachdem das Bukarester Appellationsgericht die Anwendungsnormen des Tötungsgesetzes aufgehoben hatte. VIER PFOTEN hat Anzeige gegen mehrere Vertreter des ASPA-Managements erstattet. Doch die Hundetötungen sind nur das Ende einer langen Liste illegaler Praktiken in den staatlichen Tierheimen Rumäniens. Im Juli 2014 hatte VIER PFOTEN einen schockierenden Bericht und Videoaufnahmen illegaler Aktivitäten in der Mehrzahl der rumänischen staatlichen Tierheime veröffentlicht. Nicht eines der 43 untersuchten öffentlichen Tierheime entsprach dem Gesetz. Bis zu 29 Gesetzesverstöße wurden auf Video dokumentiert, wie zum Beispiel tote Hunde, die im Tierheim zwischen noch lebenden Hunden lagen, überfüllte Zwinger, Exkremente auf dem Boden der Hundezwinger sowie verletzte und kranke Tiere ohne medizinische Versorgung.