Archiv für den Monat: Juni 2014

Atemkontrolle bei Hunden hilft Herzerkrankungen frühzeitig zu erkennen

„Ich kann ein Herzgeräusch hören“. Wenn der Tierarzt das bei einer Routineuntersuchung feststellt und dabei auch noch sorgenvoll die Stirn in Falten legt, muss es etwas Ernstes sein. Dabei wirkt der Hund doch ausgeglichen und gesund, freut sich aufs Gassi gehen und hat einen guten Appetit. Trotzdem ist jetzt Vorsicht geboten, denn ein Herzgeräusch ist häufig der erste Befund bei Herzerkrankungen. Es entsteht durch Verwirbelung an den Herzklappen, wenn diese nicht mehr richtig schließen.

Die Diagnose lautet dann: Klappenendokardiose. Sie ist eine der häufigsten Herzerkrankungen beim Hund. Man spricht von einer Klappenendokardiose, wenn sich die Herzklappen zwischen Vorkammer und Hauptkammer des Herzens so verändern, dass sie nicht mehr richtig schließen mit der Konsequenz, dass das Blut statt in den Kreislauf wieder in den Vorhof zurückfließt. Meist ist die linke Herzklappe betroffen, man spricht dann nach dem Namen der linken Herzklappe auch von einer Mitralklappenendokardiose. Durch die gestörte Herzklappenfunktion sinkt die Herzleistung des Tieres – und zwar mit zunehmender Undichtigkeit der Klappen. Wenn der Herzmuskel dann im Verlauf der Erkrankung nicht mehr in der Lage ist, die verminderte Leistung zu kompensieren, kommt es zu den typischen Anzeichen einer Herzinsuffizienz. Das können Husten, Kurzatmigkeit oder geringere Belastbarkeit und allgemeine Schwäche sein.

Die chronische und meist schleichend verlaufende Klappenerkrankung ist bei Hunden die Hauptursache einer Herzinsuffizienz und betrifft vor allem kleinere Hunderassen. Größere Hunderassen leiden dagegen öfter unter der sogenannten „dilatativen Kardiomyopathie“, einer Erweiterung und Erschlaffung des Herzmuskels. Ein wichtiges Indiz für den Verlauf einer Herzerkrankung ist die Atemfrequenz, die über einen längeren Zeitraum geprüft werden sollte. Der Tierhalter kann dem Tierarzt wichtige Informationen liefern, indem er ein Atemtagebuch führt. Dabei müssen beim ruhenden, aber nicht schlafenden Hund die Atemzüge pro Minute gezählt werden, und das möglichst immer am gleichen Wochentag und zur selben Uhrzeit.

Gesunde Hunde atmen je nach Grösse 10 bis 40mal pro Minute. Alles was darüber hinaus geht, sollte dem Tierarzt mitgeteilt werden, damit der weitergehende Untersuchungen einleiten kann. Die frühzeitige Diagnose ist der beste Garant für eine Linderung des Krankheitsverlaufes beim Hund. Denn mit Medikamenten und einem umfassenden Therapieprogramm lässt sich sein Leben spürbar erleichtern.

Weitere Informationen unter: http://ots.de/nsRXf

Luxemburger Welpenhändler erneut nicht vor Gericht erschienen

Am 24.06.2014 wurde in Luxemburg der Prozess gegen einen illegalen Welpenhändler fortgesetzt. Nachdem der Händler zum ersten Verhandlungstermin am 10. Oktober 2013 nicht erschien, wurde der Prozess zunächst vertagt. Doch heute ist der Angeklagte erneut nicht zum Gerichtstermin erschienen, berichtet VIER PFOTEN. Der Richter hat darum die mögliche Strafe für den Welpenhändler erhöht: Nun geht es nicht mehr um eine reine Geldstrafe, sondern es stehen neun Monate Haftstrafe auf Bewährung im Raum. Der nächste Gerichtstermin ist für den 15. Juli angesetzt, dann soll auch das Urteil fallen.

„Der Richter hat mit der Straferhöhung deutlich gemacht, dass er diesen Fall nicht lapidar behandelt“, sagt Birgitt Thiesmann von VIER PFOTEN. Die Kampagnenleiterin gegen den illegalen Welpenhandel war heute bei der Gerichtsverhandlung in Luxemburg vor Ort. „Nur durch höhere Strafen können die illegalen Händler abgeschreckt werden. Es ist zwar schade, dass der Händler nach wie vor nicht wegen Tierquälerei angeklagt ist, sondern „nur“ wegen einer fehlenden Handelsermächtigung. Doch wenn Händler jetzt häufiger zu Freiheitsstrafen anstelle von Geldbußen verurteilt werden, wird zumindest ein klares Signal gesetzt, dass der illegale Welpenhandel kein Kavaliersdelikt ist“, so Thiesmann.

Zum Hintergrund des Prozesses
2008 war dem Welpenhändler die Handelsermächtigung entzogen worden, doch er machte einfach weiter. Jahrelang schmuggelte er kranke und viel zu junge Hunde von Tschechien aus nach Luxemburg. Dort verkaufte er sie mit gefälschten Dokumenten. Nachdem bei einer Kontrolle 2010 nichts auffälliges festgestellt wurde und auch nicht aufflog, dass er seinen Handel ohne gültige Erlaubnis betrieb, wurde er erst 2012 auf Drängen einer Journalistin überführt: Bei einer Kontrolle wurde er mit zwölf vernachlässigten Welpen im Auto vor seinem Haus erwischt. Doch auch da tat sich erst einmal nichts, denn der zuständige Amtsveterinär sah keinen Handlungsbedarf. Erst als das dubiose Geschehen an die Presse gelangte, schaltete sich das Landwirtschaftsministerium ein und der Fall kam ins Rollen. Der Amtsveterinär wurde versetzt und die Gerichtsverhandlung für den 10. Oktober 2013 anberaumt. Die Anklage lautete auf Tierquälerei und illegale Einfuhr von Welpen ohne gültige Handelserlaubnis, im Nachhinein kam jedoch heraus, dass das Gericht die Anklage wegen Tierquälerei fallen gelassen hatte.

Mit dem Hund in den Urlaub: Darauf sollten Sie achten

Vor dem Start in den wohlverdienten Sommerurlaub gibt es immer genug zu planen und zu organisieren. Wer mit seinem Hund verreisen will, muss auch dessen Wohlergehen während der Fahrt und am Urlaubsort ganz besonders im Auge haben. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. gibt Tipps für eine unbeschwerte Reise:

„Ganz wichtig ist die Registrierung des Hundes in unserer Datenbank“, betont Philip McCreight, Leiter von TASSO. Sollte das Tier während der Autofahrt oder am Urlaubsort weglaufen, lässt es sich über die registrierten Angaben schneller wiederfinden und exakt dem Besitzer zuordnen. „Sicherster Weg zur Identifizierung ist der vom Tierarzt unter die Haut des Vierbeiners eingesetzte Transponder mit eindeutiger Kennung“, so McCreight weiter. „Beispielsweise der Minitransponder, der nur etwa so groß ist wie ein Reiskorn.“ Die mit einem speziellen Scanner ausgelesenen Daten könne ein Tierheim oder Tierarzt an TASSO durchgeben, der Verein würde dann sofort den Besitzer per Handy über den Fund informieren. „Dieser Service ist für alle Beteiligten vollkommen kostenlos“, betont er.

Damit es gar nicht erst zum Ausbüxen kommt, empfiehlt der Tierschutzexperte, den Hund nicht nur bei Pausen während der An- und Abreise, sondern auch während der ersten Tage am Urlaubsort nicht ohne Leine laufen zu lassen: „Die unbekannte Umgebung macht manche Tiere so nervös, dass sie die Kommandos ihres Besitzers überhören und aufgeschreckt die Flucht ergreifen.“ Dies würde nicht nur dem Hund und seiner Familie den Urlaubsspaß verderben, in der Nähe stark befahrener Straßen oder der Autobahn könne dies auch ganz schlimme Folgen haben, weiß McCreight.

Verantwortungsbewusste Hundebesitzer packen zum Reiseproviant für Kinder und Erwachsene natürlich auch Wasser für den Hund und den passenden Napf. Mit dem Fressen sollte man allerdings vorsichtig umgehen. McCreight: „Dauert die Autofahrt mehrere Stunden, kann dem Hund bei vollem Magen übel werden. Am besten ist es, man füttert ihn vier bis sechs Stunden vor Reiseantritt und dann erst wieder am Urlaubsort. Hunde können diese „Hungerkur“ problemlos ertragen.“

Bei Reisen in Länder der EU zwingend vorgeschrieben ist der EU-Heimtierausweis mit aktuellen Impfdaten, sagt McCreight. Für Tiere, die nach dem 3. Juli 2011 geboren wurden, sei zudem die Kennzeichnung mit einem Transponder notwendig („Chippflicht“). Eine Tätowierung werde bei einer möglichen Kontrolle nicht mehr akzeptiert. „Der Pass enthält neben Angaben zum Halter auch Adresse, Name, Art und Geschlecht des Tieres einschließlich Geburtsdatum, Fellkleid und Daten zu Impfungen.“ Angegeben seien außerdem die Transponder- beziehungsweise Tätowiernummer.

Auf was man sonst noch beim Urlaub mit dem Hund achten sollte, verrät die Checkliste von TASSO:

Vor der Reise:

– Fahrten und Urlaubsort mit dem Tierarzt besprechen

– Länderspezifische Vorschriften für bestimmte Hunderassen überprüfen

– Vorrat an wichtigen Medikamente anlegen

– Gültigkeit der allgemeinen und länderspezifischen Schutzimpfungen überprüfen und ggf. nachholen

– Bei Auslandsreisen die Einreisebestimmungen abklären (Botschaft)

– Wenn notwendig, nur hier erhältliches Futter kaufen

– Abklären, ob in der gebuchten Unterkunft Hunde überhaupt erlaubt sind

Fürs Gepäck:

– EU-Heimtierausweis

– Nummer und Kontaktdaten der eigenen Haftpflichtversicherung und eines Tierarztes im Urlaubsort

– Transportkorb, Maulkorb (ist in einigen Ländern vorgeschrieben), Leine, Körbchen oder Decke

– Frisches Trinkwasser in der Flasche, Wassernapf

– Plastiktüten und Schaufel

– Futter, Leckereien, Dosenöffner

– Bürste, Kamm, Handtuch, Spielzeug

Für die Reiseapotheke:

– Medikamente, die der Hund ständig einnehmen muss

– Mittel gegen Reisekrankheit und Beruhigungsmittel

– Mittel gegen Durchfall

– Wundspray/Desinfektionsmittel

– Augen- und Ohrentropfen

– Tücher zum Reinigen von Augen und Pfoten

– Zeckenzange

– Verbandmaterial

Weiterführender Link: https://www.tasso.net/Service/Wissensportal/Auf-Reisen-mit-Hund-und-Katze