Archiv für den Monat: März 2014

Zecken ─ Gefahr für Mensch und Tier

Zecken übertragen die mitunter gefährlichen Krankheiten Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Ein einziger Stich kann ausreichen, die Krankheit zu übertragen, wenn die Zecke die Bakterien (Borreliose) oder Viren (FSME) in sich trägt. Da der diesjährige milde Winter vermuten lässt, dass es dieses Jahr mehr Zecken geben wird als üblich, gibt die Tierschutzorganisation TASSO e.V. Tipps für Tierhalter, was sie bei einem Zeckenstich tun können:

„Für Hunde und Katzen gibt es über den Tierarzt zu beziehende Mittel wie Halsbänder und Spot on Präparate, sogenannte Repellentien, als Zeckenprophylaxe“, erklärt Philip McCreight, Leiter von TASSO. „Das Mittel sickert dabei ins Unterhautfettgewebe und reichert sich dort an. Beim Stich der Zecke „vergiftet“ sich der Blutsauger und fällt ab. Die Mittel schützen das Tier also nicht vor dem Stich selbst. Ob eine Impfung gegen Borreliose nötig und sinnvoll ist, muss jeder in Absprache mit seinem Tierarzt entscheiden. Menschen können sich nur gegen FSME impfen lassen, jedoch nicht gegen Borreliose.“

Bei der Entfernung von Zecken sei darauf zu achten, so McCreight weiter, dass alle Teile der Zecken entfernt werden, also der Kopf nicht hängen bleibt, um Entzündungen zu vermeiden. Am besten helfe eine spezielle Zeckenzange, die so nah wie möglich an der Hautoberfläche angesetzt wird. Keinesfalls sollte Druck auf den Zeckenkörper ausgeübt werden. Das führe dazu, dass die Zecke ihren Mageninhalt und Speichel und damit, sofern vorhanden, die Erreger in den Körper des Tieres abgibt. Dann werde die Zecke vorsichtig und gerade aus der Haut gezogen. Keinesfalls sollte man Öl oder Klebstoff zu Hilfe nehmen.

Grippeähnliche Symptome, Schlappheit, Müdigkeit und Hinken sowie Gelenkschmerzen können ein Hinweis auf eine Infektion sein. Zecken übertragen beim Hund auch die gefürchteten Krankheiten Babesiose (Hundemalaria) und Ehrlichiose. TASSO rät daher, im Zweifelsfall das Tier einem Tierarzt vorzustellen.

Weiterführende Links:
Mehr zum Thema Borreliose auf www.tasso.net/Service/Wissensportal/Medizin
Karte zu FSME-Risikogebieten: www.rki.de/fsme-karte ─ Die Gebiete in Deutschland, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) jährlich als FSME-Risikogebiete klassifiziert werden, nehmen von Jahr zu Jahr zu und konzentrieren sich eher auf den süddeutschen Raum. Zecken, die Borreliose verursachen, meist ist es hierzulande die Auwaldzecke, sind hingegen in ganz Deutschland zu finden.

Behörden misshandeln Hunde in VIER PFOTEN Klinik in Bukarest

Am vergangenen Freitag haben mehrere Hundefänger der rumänischen Veterinär-Aufsichtsbehörde ASPA 18 Hunde, die in der Obhut der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN waren, misshandelt und auf brutale Weise weggebracht. Sie brachen das Schloss der VIER PFOTEN-Tierklinik im 6. Bezirk von Bukarest auf, nahmen die Hunde mit und zerstörten die Außenboxen zur postoperativen Pflege der Tiere. VIER PFOTEN verurteilt aufs Schärfste diese grausame und illegale Aktion, die von der Bukarester Stadtverwaltung angeordnet und von der ASPA ausgeführt wurde.

Die Hunde wurden von den städtischen Hundefängern auf extrem grausame Weise eingefangen (siehe YouTube-Video unten) und in das städtische Tierheim in Bragadiru in der Nähe von Bukarest gebracht. Die Hundefänger gingen dabei nicht nur gegen die Hunde-Außenboxen von VIER PFOTEN vor, sondern auch gegen das Tierheim, auf dem sich die Klinik befindet. Etwa 75 Hunde wurden brutal gefangen und weggebracht. Gemäß den Berichten von mehreren Augenzeugen starben mindestens vier Hunde vor Ort aufgrund der Misshandlungen. Vertreter des städtischen Tierheims weigern sich, die Hunde zurückzugeben und verstoßen damit gegen mehrere Artikel des neuen Streunerhunde-Gesetzes.

„Die grausame Aktion der ASPA ist absolut sinnlos“, erklärt Gabriel Paun, Kampagnendirektor bei VIER PFOTEN. „Diese Hunde wurden von uns aus schlimmsten Lebensbedingungen gerettet. Unsere Teams brachten sie zurück ins Leben. Ihre Adoption war bereits in die Wege geleitet. Die Hundefänger haben einige Tiere getötet und zahlreiche verletzt. Wir werden unser Bestes geben, diejenigen, die das Massaker überlebt haben, erneut zu retten. Und wir hoffen, dass wir liebevolle Familien für sie finden.“

VIER PFOTEN besitzt einen laufenden Vertrag mit der Verwaltung des 6. Bezirks über ein Streunerhunde-Kastrationsprojekt und über die Nutzung der Tierklinik, die das Eigentum der Stadt ist. Seit letztem Freitag verwehren Vertreter der ASPA nun VIER PFOTEN-Mitarbeitern den Zugang zum Gebäude. Das Protokoll über die Streunerhunde-Kastration, unterzeichnet von einem Vertreter des Rathauses des 6. Bezirks, ist gültig bis April 2014 und VIER PFOTEN hat keine Aufforderung erhalten, das Gebäude zu räumen. Die Art und Weise, wie die Verwaltung des 6. Bezirks gegen das Protokoll verstößt, ist komplett unverständlich, in Anbetracht der Tatsache, dass VIER PFOTEN Spendengelder sowie viel Zeit und Mühe in dieses Projekt investiert hat, das vom Rathaus ausdrücklich erwünscht war. VIER PFOTEN hat bis heute über 3000 Hunde im 6. Bezirk kastriert. „Die städtischen Hundefänger haben Schlösser aufgebrochen und unsere Außenboxen zerstört. Das ist illegal“, betont Gabriel Paun. „Wir haben bei der Polizei Anzeige erstattet und werden auf legalem Wege gegen die ASPA vorgehen. Die Hauptvorwürfe: Tötung von Tieren und Tierquälerei, Diebstahl, Beschlagnahme privater Güter und Vandalismus.“ Der Missbrauch wurde in Anwesenheit der örtlichen Polizei des 6. Bezirks verübt. Anstatt einzugreifen, blockierten Polizisten den Eingang und verwehrten VIER PFOTEN-Mitarbeitern den Zutritt zu den Außenboxen.

Im Oktober 2013 trat ein Streunerhunde-Tötungsgesetz in Kraft, nachdem ein Monat zuvor ein kleiner Junge von Streunerhunden tödlich verletzt worden war. Die Ausgestaltung des neuen Streunerhunde-Gesetzes, das deren Tötung erlaubt, wurde Ende letzten Jahres veröffentlicht. Kurz darauf kam es zu den ersten Massakern an Streunern. In den letzten Wochen berichteten viele Tierschutzorganisationen und Bürger über Misshandlungen und Gesetzesbruch durch lokale Behörden. VIER PFOTEN legte am 10. März beim Appellationsgericht in Bukarest Berufung gegen das umstrittene Tötungsgesetz ein. „Die Situation ist offensichtlich außer Kontrolle. Es ist höchste Zeit, dass der Premierminister die Dinge in die Hand nimmt und das Tötungsgesetz sowie die Misshandlungen stoppt. Nur er hat die Macht, dies zu tun“, sagt Gabriel Paun.

YouTube-Video über die Misshandlung der Hunde durch die Behörden: http://www.youtube.com/watch?v=UUT11bt_Jjc&feature=youtu.be

Weitere Informationen auf: http://www.vier-pfoten.de/projekte/streunerhilfe/stray-animal-care/rumaenien

Wurmbefall bei Hund und Katze

Endlich Frühling: Mildere Temperaturen, längere Tage, mehr Sonnenschein – den Tatendrang sollten Tierhalter nicht nur für den Frühjahrsputz oder das Bepflanzen des Gartens nutzen, sondern auch dazu, sich regelmäßiger um die gesundheitliche Vorsorge ihrer Haustiere zu kümmern.

Unerwünschte „Untermieter“ kommen bei Hunden und Katzen häufiger vor als Herrchen und Frauchen vermuten. Während Flöhe und Zecken unkompliziert erkennbar sind, lässt sich Wurmbefall leider schwerer diagnostizieren. Viele Tierbesitzer vertrauen auf die Kotuntersuchung beim Tierarzt. Doch diese Methode hat ihre Tücken: Da Vierbeiner die Wurmeier nicht kontinuierlich ausscheiden, werden Proben oft fälschlich negativ bewertet – obwohl ein Befall bspw. mit Bandwürmern nicht ausgeschlossen werden kann (1). Ausreichenden Schutz bietet nur regelmäßiges Entwurmen.

Deutsche Hunde- und Katzenbesitzer entwurmen ihre Haustiere im Durchschnitt nur zweimal jährlich (2) – und damit bloß etwa halb so oft, wie es unabhängige Experten empfehlen (3). Oft wird nur entwurmt, wenn der Vierbeiner sich infiziert hat. Um den empfohlenen vierteljährlichen Rhythmus einzuhalten, hilft die Verknüpfung der Behandlung mit dem Beginn einer neuen Jahreszeit – so wie jetzt mit dem Frühling.

Eine ein- bis zweimalige Entwurmung pro Jahr bietet keinen ausreichenden Schutz (4). Je nach Alter und Haltung des Tieres ist eine unterschiedliche Behandlungshäufigkeit notwendig, denn nicht für alle Vierbeiner ist das Risiko, sich mit Parasiten zu infizieren, gleich. Besonders wichtig ist der Schutz vor Würmern im Welpenalter, da Jungtiere anfälliger für Infektionen sind. Tierärzte beraten über geeignete Präparate und klären über Infektionsrisiken auf.

Weiterführende Informationen unter http://www.hund-katze-entwurmen.de

(1) Adolph C. et al.: Prevalence of Dipylidium caninum and Taenia
taeniaeformis in cats, 2011 / Adolph C. et al.: Prevalence of covert
infections with intestinal helminths in dogs, 2013
(2) Studie zum Entwurmungsverhalten in Deutschland (durchgeführt für
Novartis Animal Health), 2012
(3) ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites)
(4) Bundesverband für Tiergesundheit e.V.; http://tinyurl.com/nfazq2z

„Wühltischwelpen – nein danke!“

Fast 700 Internethunde in nur einem Jahr. Alle im Kassler Tierheim. „Über die Hälfte aller bei uns abgegebenen Hunde wurden zuvor über das Internet verkauft“, berichtet der Leiter des Tierheims und Erste Vorsitzende des Bunds gegen Missbrauch der Tiere, Karsten Plücker (44). Eine alarmierende Bilanz mit steigender Tendenz. In der Wau-Mau-Insel, dem Kassler Tierheim, spiegelt sich das, was deutschlandweit zum Problem wird: Skrupellose Hundehändler, die kranke Welpen zu Dumping-Preisen im Internet verscherbeln.

Gegen diesen Missstand macht sich die Aktion „Wühltischwelpen – nein danke!“ stark. Eine Initiative, die vor zwei Jahren vom Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. (VDH), TASSO, dem Bund gegen Missbrauch der Tiere (BMT), der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie e.V. (GTVMT), der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT) und Vier Pfoten Deutschland ins Leben gerufen wurde. Im Fokus stehen unseriöse Anbieter, die das Internet nutzen, um die Ware Hund anzupreisen. Viele der Welpen kommen aus Osteuropa. Die dortigen Aufzuchtsbedingungen sind haarsträubend.

Es gibt Vermehrungsanstalten, in denen Rassehunde und Mischlinge angeboten werden, die sich am lukrativsten vermarkten. Oft drängen sich viele Hunde auf engstem Raum, in stark verschmutzten Verschlägen. Wurmkuren und Impfungen? Fehlanzeige. Stattdessen gibt es gefälschte Papiere und einen Kleinbus- oder Kofferraum-Transfer nach Deutschland. Dort wird gekauft. Von Menschen, die Mitleid mit den Elendswelpen haben. Und von Menschen, die einen Rassehund zum Schnäppchenpreis wollen. Meistens bereuen sie diese Entscheidung schnell. Denn viele Welpen sind sterbenskrank. Hinzu kommen Verhaltensauffälligkeiten, die aus katastrophalen Aufzuchtsbedingungen und mangelnder Sozialisation entstehen. Kommt der Besitzer nicht klar, was oft passiert, landet der Hund im Tierheim. Zum Beispiel in Kassel.

Weitere Infos:
www.wuehltischwelpen.de

„Tag des Hundes“ am 1. Juni

In der Bundesrepublik leben derzeit etwa fünf Millionen Hunde. Damit zählen sie neben den Katzen zu den beliebtesten Haustieren der Deutschen. Der treue Blick, der zärtliche Stubser mit der kalten Samtschnauze oder ausgelassenes Toben im Garten – für viele ist es einfach schön, den Alltag mit einem tierischen Begleiter zu teilen. Genau diese positive Grundstimmung trägt der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) seit 2010 alljährlich mit dem „Tag des Hundes“ in die gesamte Republik. In Kooperation mit Tierarztpraxen, Hundevereinen und vielen weiteren Akteuren finden am 1. Juni facettenreiche Veranstaltungen rund um den Hund statt.

Ein Herz für alle Rassen: Ängste und Vorurteile bekämpfen, Vertrauen fördern

Dieser Tag soll Gelegenheit bieten, die einzigartige Verbindung zwischen Mensch und Tier zu beleuchten. Noch gibt es Ängste und Vorurteile gegenüber einigen Rassen unter den Vierbeinern – zum Beispiel bei den sogenannten Kampf- oder Listenhunden (Hunde, die vom Gesetzgeber als potenziell gefährlich eingeschätzt werden). Tier- und Hundeschutzvereinen ist es deshalb wichtig, aufzuzeigen, dass kein Hund von Natur aus aggressiv ist. Skeptikern soll die Befangenheit genommen und Tierhaltern gleichzeitig ein korrekter Umgang mit ihrem Tier näher gebracht werden. Sven Poplawski, Verantwortlicher im Kundenservice der Agila Haustierversicherung AG, unterstreicht: „Was zählt, ist der richtige und geschulte Umgang mit dem Tier – nicht die Rasse.“ Weitere Informationen gibt es auch unter www.agila.de.

Prominente Unterstützung: Botschafter im Namen des Hundes

In diesem Jahr übernimmt Starköchin und Hundeliebhaberin Cornelia Poletto die Schirmherrschaft für den Tag des Hundes. Einmal mehr wollen Tierzuchtvereine und -heime sowie Hundesportclubs ein breites Publikum ansprechen. Es sollen unter anderem Schulen, Kindergärten und Seniorenheime besucht werden, um auch älteren Menschen und Kindern den Zugang zu Hunden zu erleichtern. Dabei können Hemmschwellen abgebaut und Vertrauen sowie soziale Kompetenzen gefördert werden.

114 illegal gehandelte Welpen bei Verkehrskontrollen entdeckt

Gleich zwei illegale Welpentransporte wurden in den letzten Tagen von der Verkehrspolizei bei Routinekontrollen auf der A6 entdeckt. Beim ersten Fall stießen die Beamten im Kofferraum eines Kleintransporters auf 37 Hundewelpen und 10 Katzenbabys verschiedenster Rassen. Am Montag fanden sie sogar 77 Hundewelpen vor. Beide Male sollten die erst vier Wochen alten Tiere von der Slowakei aus nach Spanien transportiert und dort verkauft werden. Es wird vermutet, dass es sich unter Umständen um den selben Händler handelt – der nach der Beschlagnahmung der Welpen einfach umgekehrt ist, um den Ausfall so schnell wie möglich wieder wettzumachen. Noch gibt es dafür aber keine Bestätigung. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts von Urkundenfälschung und Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Um den illegalen Welpenhandel zu stoppen, fordert VIER PFOTEN schon seit langem eine EU-weite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde.

„Die aktuellen Fälle machen deutlich, dass die skrupellosen Händler von Anzeigen und Strafen nicht abgeschreckt werden. Der Profit bei einem Transport von 77 Welpen geht in die zehntausende von Euro“, berichtet Dr. Martina Stephany, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN. Zu früh von ihren Müttern getrennt und meistens nicht geimpft, sterben viele der Tiere bereits nach kurzer Zeit. „Dieser Ausfall ist einkalkuliert und wird durch die immensen Gewinnspannen wieder ausgeglichen“, sagt Dr. Stephany. Über Internet- oder Zeitungsinserate können Interessenten jede Hunderasse inklusive der meist gefälschten Impfpässe zum vermeintlichen Schnäppchenpreis erwerben. Geschönte Angaben und Fotos täuschen darüber hinweg, dass es sich bei den Welpen in der Regel um kranke und traumatisierte Tiere handelt.

„Die Mütter solcher Welpen sind nichts anderes als reine Gebärmaschinen“, kritisiert Dr. Stephany. „Oftmals selbst krank und völlig ausgelaugt, können sie ihren Jungen weder Gesundheit noch Geborgenheit schenken. Körperliche und seelische Folgen sind damit vorprogrammiert.“ Kein Wunder also, dass die Kosten für den Tierarzt schnell den Kaufpreis für einen „Billig-Welpen“ übersteigen. „Die Rechnung des Käufers Geld zu sparen, geht also nicht auf“, sagt Dr. Stephany.

„Eine EU-weite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde würde die Welpen, aber auch die Käufer schützen“, erklärt Martina Stephany. Mit einer internationalen Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel verfolgt VIER PFOTEN das Ziel, durch Aufklärung der Bevölkerung sowie durch politische Forderungen die kriminelle Vorgehensweise der Hundehändler zu unterbinden. Auch die Bundestierärztekammer, Prominente, Tierärzte und Betroffene unterstützen die VIER PFOTEN-Kampagne. „Die aktuellen Vorfälle bei Nürnberg zeigen einmal mehr, wie groß der Handlungsbedarf für eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht ist“, so Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN.

Weitere Informationen auf www.vier-pfoten.de/kampagnen/heimtiere/welpenhandel

NABU fordert strenge Strafe für geplanten illegalen Wolfsfang

Zum Start des Prozesses um zwei illegale Fanganlagen vor dem Amtsgericht Zossen fordert der NABU strenge Strafen. Angeklagt ist der Geschäftsführer eines privaten Forstgutes. In dem Forstgut werden zahlreiche Schalenwildarten, insbesondere Rothirsche und Mufflons gehalten. Der NABU geht davon aus, dass störende Wölfe beseitigt werden sollten. Im Winter 2011/2012 wurden in Brandenburg, im Raum Baruth-Johannismühle (Landkreis Teltow-Fläming) zwei Zaunanlagen gefunden, die nach Einschätzung des NABU allein dazu angelegt worden waren, um illegal Wölfe zu fangen. Dies ist nach § 71 Bundesnaturschutzgesetz verboten. Weiterhin wird damit gegen den Tierschutz, das Jagd- und Forstrecht verstoßen.

Dabei handelt es sich um zwei Zaunanlagen von etwa drei Metern Höhe und einer Fläche von mehreren hundert Quadratmetern. In beiden Anlagen wurden jeweils drei Schafe gehalten. Es waren Eingänge von ca. ein Meter Höhe in der Art eingebaut, dass ein um den Zaun laufender Wolf in eine Schleuse gelangen und schließlich aus der Anlage nicht mehr entkommen könnte. Der Zaun war entsprechend der Schutztechnik für Herdenschutz gegen Wölfe mit einem Untergrabungsschutz versehen. Ein Wolf wäre damit dem Betreiber der Anlage hilflos ausgeliefert gewesen.

Es wäre auch denkbar gewesen, dass sich freilaufende Hunde in diese Fanganlagen verirren, was ebenso gegen das Tierschutz -und Jagdrecht verstoßen würde. Die Behauptung jedoch, man würde mit diesen Anlagen wildernde Hunde fangen wollen, wäre aus NABU-Sicht unsinnig, weil Übergriffe von Hunden auf Wild in Brandenburg selten und maximal sporadisch auftreten. Aus Sicht des NABU ist der illegale Fang von Wölfen nicht nur billigend in Kauf genommen worden, sondern war gezielt die Funktion der Anlage. NABU-Wolfsexperte Markus Bathen: „In dieser Anlage vereinigten sich die Erfahrungen aus historischen Wolfsfanganlagen mit den neuesten Erkenntnissen, wie Zäune beschaffen sein müssen, um für Wölfe unüberwindbar zu sein. Sinn und Zweck der Anlage war allein der Fang von Wölfen.“

Seit 2007 ist das Vorkommen von Wölfen in dieser Region nachweislich belegt. Im August 2007 wurde in der benachbarten Rochauer Heide ein illegal erschossener Wolf gefunden. Ein Täter konnte nie ermittelt werden. Wölfe sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Tierart. Eine Nachstellung ist nach § 71 Bundesnaturschutzgesetz verboten und kann mit einer Strafe bis zu fünf Jahren Haft oder bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Verhandlung:
Amtsgericht Zossen, Gerichtstr. 10, 15806 Zossen
4.3.2014, 9.00 Uhr, Saal 110, Ds 250/13 Vergehen nach dem Bundesnaturschutzgesetz (Vorwurf der Errichtung von Fanganlagen für Wölfe)