Archiv für den Monat: Oktober 2013

Jagdhundeausbildung nicht tierschutzgerecht – Jägerschaft setzt auf fragwürdige Propaganda

Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Füchsen in sogenannten Schliefanlagen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hatte über die Presse verbreiten lassen, dass diese Form der Hundeausbildung tierschutzgerecht sei. Ein dazugehöriges Video soll zeigen, dass der Umgang mit den Füchsen sowie das Training mit dem Hund problemlos ablaufen. Für die Tierschützer ist dies jedoch lediglich Propaganda, denn abgesehen von einigen wenigen Sequenzen, besteht das Video nur aus Statements der Jägerschaft. Szenen der tatsächlichen Ausbildungspraxis sind – wohl mit gutem Grund – kaum zu sehen.

„Solche geradezu archaisch anmutenden Jagd- und Ausbildungsmethoden als notwendig und zusätzlich als tierschutzgerecht zu bezeichnen, ist irreführend und empörend“, ärgert sich Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die wenigen Ausschnitte im Video des DJV, bei welcher der Fuchs tatsächlich in der Anlage zu sehen ist, zeigen eindeutig ein verängstigtes Tier. So etwas ist nicht zu rechtfertigen!“. Für die Tierschützer verstößt diese Form der Jagdhundeausbildung gegen das Tierschutzgesetz. Denn sowohl in den Schliefanlagen, wie auch bei der späteren Baujagd, werde ein Tier auf ein anderes gehetzt. Die grausame Baujagd führe häufig zu schweren Verletzungen durch Kämpfe zwischen Fuchs und Jagdhund. Immer wieder kommen auch Jagdhunde in den Fuchsbauten zu Tode, was seitens der Jägerschaft gerne verschwiegen werde.

Schliefanlagen
In sogenannten Schliefanlagen werden Jagdhunde auf den Praxiseinsatz bei der Jagd auf Füchse oder Dachse vorbereitet. Dabei wird ein Fuchs in einen künstlich angelegten Bau mit mehreren Gängen und Kammern (Kesseln) gesetzt, woraufhin ihn der Hund in dem Gangsystem aufspüren muss. Auch wenn dabei Fuchs und Hund durch ein Gitter voneinander getrennt bleiben, ist dieses Vorgehen mit großem Stress für die verwendeten Füchse verbunden.
Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich seit Jahren für die Abschaffung von tierschutzwidrigen Ausbildungsmethoden von Jagdhunden an lebenden Tieren ein, egal ob es sich dabei um den Einsatz von Füchsen in Schliefanlagen oder das Hetzen von Jagdhunden auf lebende, flugunfähig gemachte Enten geht. Unabhängig davon sei die Fuchsbejagung in ihrer derzeitigen Form ganz grundsätzlich in Frage zu stellen, denn deren Wirksamkeit und ökologische Notwendigkeit seien nicht zweifelsfrei nachgewiesen, teilte der Verband in Bonn mit.

Hunde: Hormone in die gewünschte Richtung lenken

Sie tun dies bei Tieren, bei Menschen, sogar bei Pflanzen, und halten die Evolution in Schwung. Hormone wecken den Fortpflanzungstrieb, machen den Mann zum Mann, Blüten zur Duftfalle, den Rüden zum Alphatier. Natürlicherweise führt das Treiben der Hormone zur Nachkommenschaft und dient der Arterhaltung.

Manchmal laufen die „Botenstoffe der Lust“ aber auch aus dem Ruder. Dann verursachen sie Krankheiten oder rufen beim Rüden sogar massive Verhaltensstörungen hervor. Oft ist die Kastration des Hundes oder der Hündin eine gute Möglichkeit, hormonbedingte Probleme zu lösen oder ungewollte Nachkommenschaft zu verhindern. Doch sollte man damit nicht allzu lange warten. Denn Rüden sind bereits im Alter von sieben bis 14 Monaten zeugungsfähig, die Hündin erreicht ihre Geschlechtsreife etwa im gleichen Zeitraum. Kleinere Hunde können sogar noch früher Nachwuchs zeugen als größere Rassen. Die Geschlechtsreife der Hündin ist leicht an ihrer ersten Läufigkeit zu erkennen. Spätestens dann nützt nur noch „aufpassen“, eine Verhütungsvariante mit unsicherem Ausgang. Besser ist es, sich vor der „heißen Phase“ über geeignete Verhütungsmethoden zu informieren.

Hundehalter, die auf Nummer sicher gehen und keine Hunde züchten wollen, entscheiden sich häufig für die Kastration. Damit ist die vollständige chirurgische Entfernung der Eierstöcke gemeint. Was man beachten muss: Kastrierte Hündinnen können nie wieder Junge bekommen. Alternativ bietet sich die Injektion von Gestagen an, um die Läufigkeit zu verhindern. Bei den meisten Hündinnen stellt sich nach einigen Monaten wieder ein normaler Sexualzyklus ein und sie können auch wieder Nachwuchs bekommen.

Auch Rüden können kastriert werden. Ein operativer Eingriff ist notwendig, wenn beide Hoden entfernt werden. Durch die Kastration wird die Hormonproduktion unterbunden und bringt die Lust aufs andere Geschlecht zum Erliegen. Trotz aller Vorteile schrecken viele Hundehalter zunächst vor einem chirurgischen Eingriff zurück. Auch deshalb, weil der Eingriff nie mehr rückgängig gemacht werden kann. Für den Rüden ist die medikamentöse Kastration mittels Implantat vielleicht die sympathischere und sanftere Alternative. Die darin enthaltenen Wirkstoffe verhindern die Produktion von Sexualhormonen. Je nach Implantat dauert es sechs bis acht Wochen bis der Rüde unfruchtbar ist, die Wirkung hält sechs bis zwölf Monate an. Übersteigerter Sexualtrieb, unerwünschtes Rüdenverhalten oder Streunen können zwar hormonell bedingt sein, nicht immer aber ist das Testosteron daran schuld. Mit dem zeitweisen Ausschalten von Testosteron lässt sich sehr gut feststellen, ob sich eine spätere operative Kastration positiv auswirken könnte. Auch für Rüden, die vielleicht doch zu einem späteren Zeitpunkt in der Zucht eingesetzt werden sollen, ist die medikamentöse und damit umkehrbare Kastration eine sinnvolle Alternative.

So bringt die Silvesterknallerei keinen Stress für den Hund

Was den meisten Menschen in der Silvesternacht Vergnügen bereitet, wird für Hunde mit ihrem feinen Gehör fast immer zur Tortur. Böller und Raketen werden als unkalkulierbare Bedrohung empfunden und können Panik auslösen. Während Hunde vermehrt hecheln, heftig zittern und Herrchen oder Frauchen nicht mehr von der Seite weichen, verkriechen sich Katzen und werden ganz starr vor Angst, sodass es ihren Besitzern oft gar nicht auffällt, welche Nöte ihre Samtpfote durchleidet.

Spirale der Angst durchbrechen

Wie eine Studie der Ceva Tiergesundheit belegt, leiden rund 80 Prozent aller Haustiere unter der Angst vor Knallkörpern. Jedes Feuerwerk – auch in der Fastnachtszeit oder etwa bei Volksfesten – verstärkt die negativen Gefühle, sodass sich die Panik am Ende sogar bei einem heftigen Sommergewitter einstellen kann.

Entspannte Feiertage durch ein Gefühl der Sicherheit

Besitzer kennen die Angst ihres Vierbeiners: Aber den Hund mit Medikamenten ruhigzustellen, ist für die meisten keine Lösung. Doch mit Adaptil für Hunde gibt es in der Tierarztpraxis eine Alternative: Als Zerstäuber für die Steckdose enthalten sie hundespezifische Pheromone, die dem Tier ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit vermitteln können. Gerade zu Silvester empfehlen Tierärzte den Einsatz dieser Duftbotenstoffe: Die Tiere werden nicht ruhiggestellt, sondern – wie wissenschaftliche Studien belegen – auf natürliche Art entspannter. Egal, ob es sich um eine herzkranke alte Dackeldame oder um einen Welpen handelt, der sein erstes Silvester erlebt. Die Pheromone sind uneingeschränkt einsetzbar und lassen etwa bei Welpen Silvesterangst gar nicht erst aufkommen.

Damit Hund den Jahreswechsel möglichst entspannt erleben, werden die Zerstäuber bereits Mitte Dezember in der Steckdose eingesteckt. Weitere Infos sowie Tipps für Silvester für Hunde finden sich unter www.adaptil.de.

Schul- und Lesehunde erobern deutsche Klassenzimmer

Im Umgang mit Hunden können Kinder vieles lernen. Schulen und andere Bildungseinrichtungen setzen die Vierbeiner deshalb verstärkt als Co-Pädagogen auf vier Pfoten ein. Vor allem Hunde haben sich als sogenannte Lese- oder Schulhunde in deutschen Klassenzimmern etabliert.

Experten des Netzwerks Schulhundweb gehen von mehr als 1.000 Lehrern bundesweit aus, die mithilfe ihrer Vierbeiner die Motivation, Konzentration und das Miteinander ihrer Schüler fördern. „Die Zahl der Lehrer, die ihre Schüler von der Anwesenheit eines Schulhundes profitieren lassen, wächst“, sagt Dr. Rainer Wohlfarth, Psychologe am Institut für Alltagskultur, Bewegung und Gesundheit an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Wer sich als Lehrer beim Portal Schulhundweb (www.schulhundweb.de) registrieren lassen will, muss eine freiwillige Selbstverpflichtung bezüglich der eigenen Ausbildung und Regeln zum Schutz des Hundes unterzeichnen.

Das pädagogische Konzept des Schulhundes besteht darin, dass Lehrkräfte ihren geeigneten Hund jede Woche für wenige Schulstunden mit in den Unterricht bringen. Das Tier wird in Aufgaben und Spiele eingebunden oder liegt in Ruhe an seinem Platz. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge führt ein Hund im Klassenzimmer zu mehr Aufmerksamkeit, Respekt, Motivation und Rücksichtnahme unter den Schülern. „Tiere können für Kinder und Jugendliche ein hervorragender Motivator sein, wenn man sie richtig einsetzt“, sagt Wohlfarth.

Das gilt besonders für Schüler mit Lernschwierigkeiten. Eine besondere Form des Schulhund-Konzeptes, der sogenannte Lesehund, basiert auf der Tatsache, dass die Anwesenheit eines Tieres Konzentration und Motivation der Schüler fördern. „Leseübungen sind oft nicht beliebt bei Schülern“, sagt Wohlfarth. „Ein freundlicher Hund kann eine entspannte Atmosphäre und so eine ganz neue Lernsituation schaffen.“ So zeigte eine wissenschaftliche Untersuchung mit Grundschülern, dass der Hund signifikant dazu beitrug, Lesefähigkeiten zu verbessern und die Motivation zum Üben sogar über die Zeit des Hunde-Einsatzes hinaus aufrecht zu erhalten. IVH

Der erste Prozess gegen einen illegalen Welpenhändler in der EU wurde vom Gericht in Luxemburg vertagt

Der Angeklagte selbst blieb der Verhandlung fern, der von ihm beauftragte Rechtsanwalt hatte kein Mandat.

Obwohl gegen den Welpenhändler auch wegen Tierquälerei ermittelt wurde, steht er nun nur wegen unerlaubtem Handels vor Gericht. VIER PFOTEN appelliert eindringlich an das Gericht, das Leiden der Welpen nicht unter den Teppich zu kehren. Mit einer 2,5 Meter großen Justitia-Statue zeigten VIER PFOTEN Aktivisten aus sechs Ländern symbolisch in der Luxemburger Innenstadt, dass das Leben von Welpen mehr wiegen muss als der Profit.

„Dass der Welpenhändler nur wegen der fehlenden Handelslizenz vor Gericht steht, zeigt, dass es hier rein um den Profit geht. Der Welpenhändler sollte dringend auch wegen Tierquälerei angeklagt werden, schließlich ist er für das Leiden und den Tod zahlreicher Welpen verantwortlich!“, fordert Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. „Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt. Luxemburg hat mit diesem Prozess immer noch die Chance, ein weltweites Zeichen für mehr Fairness, Gerechtigkeit und Respekt gegenüber Tieren zu setzen!“

Die Geschichte des Hundehändlers, der vor Gericht stand, erinnert an einen TV-Krimi: Obwohl er bereits 2008 wegen Dokumentenfälschung und unerlaubter Ausübung des Tierarztberufes gerichtlich verurteilt und ihm die Handelsermächtigung entzogen wurde, machte er einfach weiter. Jahrelang schmuggelte der angeklagte Hundehändler viel zu junge und kranke Welpen von Tschechien nach Luxemburg und verkaufte die Tiere mit gefälschten Papieren. Viele der Hunde waren todkrank, andere starben trotz intensiver ärztlicher Behandlung. „Ganz offensichtlich ist der Welpenhändler sich der Ernsthaftigkeit seines Vergehens aber überhaupt nicht bewusst, sonst wäre er heute vor Gericht erschienen“, kritisiert Dr. Stephany.

Weitere Informationen: http://www.stoppuppytraders.org

Hund stürzt aus 6. Stock und überlebt

Einen großen Schutzengel muss der zehnjährige Foxterrier „Poker“ gehabt haben: Am Freitag, den 27. September, stürzte er aus dem offenen, mit einem Kindergitter gesicherten Wohnungsfenster knapp 15 Meter in den Garten des Mehrfamilienhauses in Passau-Hals. Gebremst wurde der Aufprall durch Büsche und Sträucher, in die er fiel. Da der Rüde alleine Zuhause war, bemerkte seine Halterin, Marion Sowa, zunächst nichts von dem Unfall. Der verletzte „Poker“ schleppte sich noch einige hundert Meter weiter zur Ilz-Schleife, wo er zusammenbrach. Dort fanden ihn Spaziergänger und informierten die Katzenhilfe Passau-Hals. Mitarbeiter des Vereins holten das verletzte Tier ab. Mit einem Lesegerät überprüften die Tierschützer anschließend, ob der Foxterrier gekennzeichnet ist. Das Gerät schlug an. Mit der Nummer des Transponders hatte Marion Sowa ihren Hund zum Glück bei TASSO e. V registriert. So konnte sie informiert werden: „Eine TASSO-Mitarbeiterin rief an und sagte ‚Wir haben Ihren Hund gefunden‘“, erzählt sie. „ Ich dachte zunächst, dass sei ein schlechter Scherz, denn ich war ja in der Annahme, Poker ist Zuhause!“ Schnell wurde klar, dass dies kein Scherz war. Sofort holte sie ihren Hund ab.

Trotz des abgebremsten Sturzes musste „Poker“ dringend tierärztlich versorgt werden. Die Äste und Zweige der Sträucher hatten großflächige Wunden verursacht. Mittlerweile ist er wieder Zuhause. „Er ist schon fast wieder völlig gesund. Ich bin den Findern, der Katzenhilfe und vor allem TASSO sehr dankbar, dass ich dank ihrer Hilfe meinen Hund wieder bekommen habe.“, betont Marion Sowa. Erst vor vier Monaten war „Poker“ über die Organisation „Pro4Pet“ aus einer Tötungsstation in Ungarn nach Deutschland gekommen. „Ohne Registrierung hätte ich ihn wohl nie wieder gesehen.“