Archiv für den Monat: Juli 2013

Impfpflicht gegen Tollwut beachten – Bei grenzüberschreitenden Reisen mit Hunden gelten strenge Vorschriften

Nachdem bei einem jungen Hund im fränkischen Bamberg, der von Marokko nach Deutschland eingeführt worden war, die für Mensch und Tier gefährliche Tollwut nachgewiesen wurde, weist das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz darauf hin, dass die vorgeschriebenen Einreisebestimmungen für Hunde, Katzen und Frettchen dringend eingehalten werden müssen. Zum Schutz von Mensch und Tier müssen Heimtiere bei der Einreise in die Europäische Union grundsätzlich durch einen Mikrochip gekennzeichnet sein. Zudem ist in einem Begleitdokument nachzuweisen, dass ein gültiger Impf­schutz gegen Tollwut besteht. Tollwut ist nach wie vor eine der gefährlichsten virusbedingten Infektionskrank­heiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Eine Ansteckung erfolgt meist durch den Biss tollwütiger Hunde. Das Bundesministerium warnt daher eindringlich vor dem Kontakt mit Tieren in Ländern, in denen Tollwut bei Hunden vorkommt. Das gilt insbesondere für streunende Hunde. Weil Tollwut unbehandelt immer tödlich verläuft, sind Impfmaßnahmen beim Menschen nach dem Biss eines tollwütigen Tieres lebensrettend. Tollwutverdächtige Tiere können nicht therapiert werden und müssen gemäß der Tollwut-Verordnung getötet werden. Durch vorbeugende Impfmaßnahmen bei Mensch und Tier ist die Krankheit jedoch vermeidbar.
Der aus Marokko stammende Hund musste in Bamberg eingeschläfert werden, nachdem er durch Aggressivität gegenüber seiner Besitzerin aufgefallen war. Im Labor wurde bei dem Hund das Tollwutvirus nachgewiesen. Einen vergleichbaren Fall gab es Anfang Juni in Spanien, wo Urlauber ebenfalls einen infizierten Hund aus Marokko mitgebracht hatten.

Nähere Informationen zur Tollwut finden Sie auf der Internetseite des BMELV unter www.bmelv.de/tollwut. Einzelheiten zu den Einreisebestimmungen für Heimtiere sind unter www.bmelv.de/heimtiereinreiseregelung abrufbar. Eine Karte mit den Ländern, in denen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko mit Tollwut besteht, kann auf der Internetseite der Welt­gesundheitsorganisation (WHO) unter www.who.int/rabies/Global_Rabies_ITH_2008.png abgerufen werden.

Erholsame Auszeit für Hund und Halter

Gemeinsam zu wandern, ist eine der natürlichsten Möglichkeiten, Hunde artgemäß auszulasten. Wenn Zwei- und Vierbeiner fit und gesund sind, sind auch Tagestouren von bis zu 20 Kilometern kein Problem. Um sich und den Hund konditionell auf die erste gemeinsame Wandertour vorzubereiten, empfiehlt es sich, die täglichen Spaziergänge kontinuierlich auszudehnen und für den Einstieg kürzere Routen durch ebenes Gelände zu wählen.

Während sich Hundepfoten optimal den unterschiedlichsten Bodenbedingungen anpassen, steht und fällt die Wandertour für den Zweibeiner mit dem richtigen Schuhwerk. Der Schuhhersteller Baak beispielsweise hat mit dem „Dog Walker“ eigens für Hundehalter eine Schuhserie entwickelt, die besonders auch für lange Wandertouren durch unwegsames Gelände geeignet und im Online-Shop unter www.baak-dogwalker.de erhältlich ist. Unterwegs sollte der Hund möglichst nicht mit einem Halsband, sondern mit einem gepolsterten Brustgeschirr geführt werden. Außerdem nimmt man am besten mehrere Leinen mit, um den vierbeinigen Begleiter den jeweiligen Gegebenheiten entsprechend sichern zu können. Ein faltbarer Napf, Wasser und Leckerlis gehören natürlich auch zur Ausrüstung sowie eine Tube Pfotensalbe, zum Schutz der Pfötchen auf steinigen Wegen, und eine kleine Notfallapotheke vom Tierarzt, die auch nicht fehlen sollten.

Importhunde – die Leishmaniose reist mit

Wer „Hunde aus dem Ausland“ googelt wird schnell fündig. Bei knapp 570.000 Treffern sollte sich doch der eine, der richtige vierbeinige Hausgenosse finden lassen. Die meisten Angebote stammen aus dem Mittelmeerraum, wo streunende Hunde ein großes Problem darstellen. Nicht selten stehen die Länder dem machtlos gegenüber oder sie greifen zu drastischen Maßnahmen, die unter hiesigen Tierschutzaspekten nicht zu rechtfertigen sind.

Zunehmend finden deshalb herrenlose Hunde aus den südlichen und südosteuropäischen Ländern in Deutschland ein neues Zuhause. Das Internet macht es möglich. Doch Vorsicht ist geboten, denn importierte Tiere führen häufig gefährliche Krankheiten mit im Gepäck wie beispielsweise die Leishmaniose oder auch die Herzwurmkrankheit.

Am häufigsten wird die durch Mücken übertragene Leishmaniose importiert. Man geht davon aus, dass in den betroffenen europäischen Regionen von insgesamt 15 Millionen Hunden etwa 2,5 Millionen mit dem Erreger der Leishmaniose infiziert sind. Mit jedem Importhund steigt also die Gefahr einer Verbreitung in Deutschland. Schon jetzt leben hier schätzungsweise 20.000 Hunde, die sich mit der Leishmaniose angesteckt haben.

Erkrankte Hunde leiden unter Müdigkeit, Haarausfall oder Hautausschlägen. Dabei magern sie stark ab. Im fortgeschrittenen Stadium sind auch innere Organe betroffen. Nicht immer sieht man den Hunden aber an, dass sie sich mit dem Leishmaniose-Erreger infiziert haben. Die Zeit von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen kann nämlich bis zu sieben Jahren dauern. Ein Importhund ist somit auch ein potentielles Gesundheitsrisiko.

Die Krankheit ist nicht heilbar und muss ein Leben lang sehr aufwändig behandelt werden. Ohne Medikamente sterben die Hunde nach Ausbruch der Krankheit meist innerhalb kurzer Zeit. Die Tragik, die dahinter steht: Die Tierhalter sind mit der Situation oftmals überfordert und so endet die ehrenhafte Rettungsaktion für einen herrenlosen Streuner nicht selten in einem deutschen Tierheim. Für den Hund bedeutet das „lebenslänglich“, denn diese Tiere sind kaum noch vermittelbar.

Seriös arbeitende Vermittlungsportale bieten spezielle Laboruntersuchungen an, mit denen eine mögliche Leishmaniose nachgewiesen werden kann. Auf solch einem Test sollte man vor der Einführung des neuen Hausgenossen unbedingt bestehen. Der Zusatz „geimpft und entwurmt“ allein reicht nicht aus. Zwar gibt es eine Impfung gegen die Leishmaniose, die jedoch nicht zum „normalen“ Impfpaket, in dem beispielsweise die Tollwutimpfung enthalten ist, dazu gehört.
Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

Erneuter Fall von illegalem Welpenhandel aufgedeckt

Am vergangenen Samstag entdeckte die Polizei bei einer Routinekontrolle auf der A70 bei Schweinfurt 78 Hundewelpen verschiedenster Rassen. Die erst vier bis acht Wochen alten Tiere waren im Kofferraum zusammengepfercht und sollten in Belgien weiter verkauft werden. Der 55-jährige Fahrer aus Tschechien hatte keine Genehmigung für den qualvollen Transport. Die Hundewelpen wurden beschlagnahmt und in einem Tierheim untergebracht, der Fahrer nach Hinterlegung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt. Dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handelt, weiß die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN.

Das Geschäft mit den Rassewelpen blüht. Billigst und unter katastrophalen Zuständen in Osteuropa in Massen „produziert“, werden die Hundebabys zu Abnehmern in ganz Europa gekarrt. Zu früh von ihren Müttern getrennt und meistens ungeimpft, sterben viele der Tiere bereits nach kurzer Zeit. Doch dieser Ausfall ist einkalkuliert und wird durch die immensen Gewinnspannen wieder ausgeglichen.

Über Internet- oder Zeitungsinserate können Interessenten jede Hunderasse inklusive der meist gefälschten Impfpässe zu vermeintlichen Schnäppchenpreis erwerben. Geschönte Angaben und Fotos täuschen darüber hinweg, dass es sich bei den Welpen in der Regel um kranke und traumatisierte Tiere handelt.

Die Mütter solcher Welpen sind nichts anderes als reine „Gebärmaschinen“, so Birgitt Thiesmann, Kampagnenleiterin bei VIER PFOTEN. „Oftmals selbst krank und völlig ausgelaugt, können sie ihren Jungen weder Gesundheit noch Geborgenheit schenken. Körperliche und seelische Folgen sind damit schon vorprogrammiert.“ Kein Wunder also, dass die Kosten für den Tierarzt schnell den Kaufpreis für einen „Billig-Welpen“ übersteigen. „Die Rechnung des Käufers Geld zu sparen, geht also nicht auf“, sagt Thiesmann.

Um den illegalen Welpenhandel zu stoppen, fordert VIER PFOTEN schon seit langem eine EU-weite Chip- und Registrierungspflicht. „So würden die Welpen, aber auch die Käufer geschützt“, erklärt Birgitt Thiesmann. Mithilfe der internationalen Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel verfolgt VIER PFOTEN das Ziel, durch Aufklärung der Bevölkerung sowie durch politische Forderungen die kriminelle Vorgehensweise der Hundehändler zu unterbinden. Auch die Bundestierärztekammer, Prominente, Tierärzte und Betroffene unterstützen die VIER PFOTEN-Kampagne.
„Der aktuelle Vorfall bei Schweinfurt zeigt einmal mehr, wie groß der Handlungsbedarf für eine Chip- und Registrierungspflicht ist“, so Birgitt Thiesmann von VIER PFOTEN.

Weitere Informationen auf www.vier-pfoten.de/kampagnen/heimtiere/welpenhandel

Praktische Expertentipps für einen gesunden Hund

Hierzulande gibt es etwa fünf Millionen Hunde – die meisten davon leben in einem Zuhause, in dem sie als Familienangehörige betrachtet und geliebt werden. So machen sich ihre Besitzer natürlich Sorgen, wenn der Vierbeiner einmal krank oder verletzt ist. Blondine Feniuk, Tierheilpraktikerin und Expertin für Hundegesundheit beim Hundespezialisten Schecker GmbH, gibt Tipps für die Gesunderhaltung des beliebtesten Haustiers der Deutschen.

Was kann man selbst behandeln?

Blondine Feniuk: Kleine Wunden werden mit klarem Wasser gereinigt, desinfiziert und nötigenfalls verbunden. Zecken sind nicht nur unangenehm, sondern als Infektionsüberträger auch gefährlich. Die fachgerechte Entfernung mit speziellen Zeckenzangen oder Zeckenpinzetten ist also unbedingt nötig. Bei Floh- und Milbenbefall entfernt entsprechendes Shampoo die aktiven Parasiten, Ungezieferpuder beseitigt die Reste und das Tragen eines Ungezieferhalsbandes beugt neuem Befall vor. Leichten Durchfall therapiert man, indem man dem Hund einen Tag lang keine feste Nahrung gibt, dabei aber für reichlich frisches Wasser sorgt.

Viele Hunde leiden unter Zahnproblemen, wie kann man vorbeugen?

Blondine Feniuk: Tägliche Zahnpflege ist sehr wichtig. Zahnstein und Zahnerkrankungen können sich auf den gesamten Körper auswirken. Vorbeugen kann man mit kalorienarmen, harten Hundekuchen, speziellen Dentalsnacks, Kauknochen und durch regelmäßiges Zähneputzen.

Manche Rassen neigen zu Gelenkproblemen, was tun?

Blondine Feniuk: Zur Vorbeugung kann man während der ersten zwei Lebensjahre des Hundes ein Gelenk-Aufbaukonzentrat zufüttern. Sind bereits Symptome aufgetreten, eignet sich spezielles Ergänzungsfutter zur Stärkung des Bindegewebes.

Wann muss ein Hund zum Tierarzt?

Blondine Feniuk: Grundsätzlich sollte man nicht selbst herumdoktern, wenn Durchfall länger als drei Tage oder Appetitlosigkeit länger als zwei Tage dauert, bei hohem Fieber über 40 Grad und Husten sowie wenn das Allgemeinbefinden des Tiers offensichtlich stark beeinträchtigt ist.

Gesund mit Hund: Babys profitieren

Hunde machen kleine Kinder nicht nur glücklich, sondern auch gesund. Zu diesem Ergebnis kam ein internationales Forscherteam nach einer aufwändigen Untersuchung in Finnland. Die Wissenschaftler führten eine Studie mit 397 Eltern durch, die zwischen 2002 und 2005 Babys bekommen hatten. Ziel war, festzustellen, ob es einen Zusammenhang zwischen Atemwegserkrankungen bei Babys und dem Zusammenleben mit einem Hund im Haushalt gibt.

Die jungen Eltern führten ein Jahr lang ein Tage-buch, in dem sie den Gesundheitszustand ihrer Kinder genau festhielten. Dabei ging es vor allem um Krankheiten im Bereich der Atemwege wie Erkältungen oder Entzündungen von Hals oder Ohren. Die Hundehalter unter ihnen beschrieben außerdem, ob und wie viel ihr Baby in Kontakt mit dem Tier kam. Nach einem Jahr füllten alle Teilnehmer einen zusammenfassenden Fragebogen aus.

Das Ergebnis dieser Auswertung ergab: Die Kinder, die in ihrem ersten Lebensjahr mit einem Hund in einem Haushalt lebten, litten seltener unter Infektionen der Atemwege als Kinder ohne Tierkontakt. Zudem erkrankten sie seltener an Ohrenentzündungen und erhielten zur Behandlung weniger Antibiotika. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass der Kontakt mit Hunden einen positiven Effekt auf Erkrankungen der Atemwege hat“, schlussfolgern die Forscher in einer Zusammenfassung ihrer Untersuchung. „Das unterstützt die Theorie, dass Tierkontakte für Kinder wichtig sind und zu einer besseren Resistenz gegenüber Erkrankungen der Atemwege führen.“

Dabei hatten Hunde, die mehrere Stunden des Tages draußen verbringen, offenbar den besten Effekt auf die Gesundheit der Babys. Die Forscher sehen darin einen Hinweis, dass das Immunsystem der Babys stärker gefordert war und sich deshalb schneller anpasste. IVH