Archiv für den Monat: Juni 2013

Bundestag stimmt gegen Chip- und Registrierungspflicht für Welpen

Der Bundestag hat gegen eine bundeseinheitliche Chip- und Registrierungspflicht für Hundewelpen gestimmt. Mit dem Antrag der Fraktion „Die Linke“ hätte man dem illegalen Welpenhandel in Deutschland einen Riegel vorschieben können, ist die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN enttäuscht. Vor allem in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien werden Welpen in Massen produziert und in winzigen Kisten, Käfigen oder Kofferräumen quer durch Europa transportiert. Viel zu jung, mangelernährt, krank und mit gefälschten Impfausweisen werden die Welpen in Deutschland zu Billigpreisen und unter falschen Angaben verkauft. Viele Tiere sterben kurz nach dem Kauf. VIER PFOTEN fordert eine bundesweit einheitliche Chip- und Registrierungspflicht für alle Hunde, damit deren Herkunft, Gesundheit und Haltungsbedingungen nachgewiesen werden können. Auf Länderebene existiert ein solches Gesetz bereits in einigen Bundesländern, z.B. in Niedersachsen seit Juli 2011.

„Mit dieser Entscheidung hat die Bundesregierung eine einmalige Chance verpasst, um dem illegalen Welpenhandel in Deutschland endlich Einhalt zu gebieten“, kritisiert Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. „Im Internet oder in Zeitungsinseraten können Interessenten jede Hunderasse kaufen, meist weit unter dem üblichen Preis. Kaum jemand ahnt, wie viel Leid, Betrug und Korruption sich dahinter verbergen, ganz abgesehen von der gesundheitlichen Gefährdung für Mensch und Tier durch die ungeimpften Tiere. Deswegen brauchen wir zum Schutz der Welpen, aber auch zum Schutz der Käufer, dringend eine Chip- und Registrierungspflicht,“ so Dr. Stephany weiter. VIER PFOTEN führt eine internationale Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel mit dem Ziel, durch Aufklärung der Bevölkerung sowie durch politische Forderungen die kriminelle Vorgehensweise der Hundehändler zu unterbinden. Unterstützt wird VIER PFOTEN dabei von der Bundestierärztekammer, von Prominenten, Tierärzten und Betroffenen.

Kollege Hund 2013: Hunde erobern deutsche Büros

Es ist so weit: Heute ruft der Deutsche Tierschutzbund zum sechsten Mal seinen Aktionstag „Kollege Hund“ aus. Querbeet durch alle Branchen beteiligen sich in diesem Jahr über 1.000 Unternehmen: Apotheken sind ebenso dabei wie Hotels, Tierarztpraxen, Versicherungen, Reisebüros und Verlagshäuser. Auch Bundestagsabgeordnete haben sich für den Hund als Kollegen ausgesprochen, und das ist verständlich. Denn mit dem Kollegen Hund verbessert sich das Arbeitsklima, Stress wird abgebaut und die Motivation steigt. So bewährt sich der Hund auch im Arbeitsalltag als treuer, verlässlicher Freund des Menschen.

Der tierische Schnuppertag soll Mitarbeitern und Hunden dazu dienen, ein mögliches Miteinander am Arbeitsplatz auszutesten. So können Firmen, bei denen Hunde bisher tabu waren, ihre Berührungsängste überwinden und Hundehalter dem Chef und den Kollegen – deren Einverständnis vorausgesetzt – einmal ihren tierischen Freund vorstellen. Neben dem Einverständnis, muss selbstverständlich auch sichergestellt sein, dass die Bedürfnisse des Tieres erfüllt werden. Der Hund sollte Rückzugsmöglichkeiten und einen Platz mit seiner Decke, seinem Napf und seinem Spielzeug haben. Die Pausen sollten dem Hund gewidmet werden. Dann steht einem erfolgreichen gemeinsamen Arbeitstag nichts mehr im Wege. Denn Hunde fühlen sich am wohlsten, wenn sie bei Herrchen und Frauchen sind. Aber auch Chefs und Mitarbeiter profitieren vom „Kollegen Hund“, da ein Hund positiv auf das Arbeitsklima wirkt: Wenn zum Beispiel ein Kollege kurz innehält, um mit dem Hund zu spielen oder auch beim Gassigehen einspringt, hebt das die allgemeine Stimmung.

Im Vorfeld hatte der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit Bundestagsabgeordneten aus mehreren Fraktionen vor dem Reichstag in Berlin für den jährlichen Aktionstag geworben. Es gibt auch bereits Befürworter aus der Regierungskoalition, Hunde in den Bundestagsbüros zuzulassen. Bisher ist der Zutritt lediglich für Blindenhunde erlaubt.

Alle Firmen, die sich am Aktionstag „Kollege Hund“ beteiligen, werden vom Deutschen Tierschutzbund mit einer Urkunde als tierfreundliches Unternehmen ausgezeichnet. Mehr Informationen zum Aktionstag finden Sie unter www.kollege-hund.de. Dort zeigt ein Video-Podcast auch Eindrücke vom letztjährigen Aktionstag.

Illegaler Welpenhandel an deutsch-polnischer Grenze

Die „Welpen-Polizei“ von VIER PFOTEN hat am Wochenende illegale Welpen-Händler an der deutsch-polnischen Grenze in Slubice entdeckt. Auf dem polnischen Marktgelände wurden die Hunde als „Schnäppchen“ angeboten. VIER PFOTEN weist darauf hin, dass sowohl der Verkauf, als auch der Kauf auf dem Marktgelände strafbar sind. In lebensgroßen Welpen-Kostümen und mit Polizeimützen und -westen bekleidet, klärten die „Welpen-Polizisten“ am Wochenende potentielle Käufer über die Tierquälerei hinter dem illegalen Hundehandel auf. Begleitet wurde die Aktion vom norwegischen TV-Sender „NRK“. VIER PFOTEN führt eine internationale Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel mit dem Ziel, durch Aufklärung der Bevölkerung sowie durch politische Forderungen die kriminelle Vorgehensweise der Hundehändler zu unterbinden. Unterstützt wird VIER PFOTEN dabei von der Bundestierärztekammer, von Prominenten, Tierärzten, Betroffenen und den Behörden.

„Der skrupellose Handel mit Rassewelpen boomt. Auf Märkten, Parkplätzen oder im Internet werden die Hunde als „Schnäppchen“ mit gefälschten Impfpässen angeboten“, erklärt Dr. Martina Stephany, Kampagnenleiterin bei VIER PFOTEN. „Zumeist werden Rassehündinnen als reine „Gebärmaschinen“ missbraucht und vegetieren nicht selten in armseligen Verschlägen vor sich hin. Ihre einzige Aufgabe: Welpen gebären. Je jünger der Hund, desto lukrativer das Geschäft. Daher werden die winzigen Hundebabys viel zu früh von der Mutter getrennt“, so Dr. Stephany weiter. Viele der jungen Hunde erkranken bereits nach kurzer Zeit ernsthaft, die meisten sterben jung. Die Kosten für den Tierarzt übersteigen schnell den Kaufpreis für einen „Billig-Welpen“. VIER PFOTEN empfiehlt jedem, der einen Hund bei sich aufnehmen möchte, einen Vierbeiner aus dem Tierheim zu adoptieren.

Hitzewelle: Hunde niemals im Auto zurückzulassen

Deutschland erwartet die erste Hitzewelle des Jahres. Mit Hinblick auf tropische Temperaturen von bis zu 37 Grad appelliert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. an alle Hundehalter, ihre Tiere niemals unbeaufsichtigt im Auto zurückzulassen. Jeden Sommer finden zahlreiche Tiere einen qualvollen Tod auf Parkplätzen, weil Hundehalter die Auswirkungen der Sommerhitze auf ihre Vierbeiner unterschätzen.

„Im Sommer steigen die Temperaturen im Auto schnell auf Backofenniveau“, so Charlotte Köhler, Kampagnenleiterin bei PETA. „Auch ein Parkplatz im Schatten oder ein leicht geöffnetes Fenster schaffen keine Abhilfe. Hunde dürfen niemals unbeaufsichtigt im Auto zurückgelassen werden. Wir appellieren an alle Bürger, in solchen Situationen einzuschreiten. Ist der Halter nicht vor Ort, sollte sofort die Polizei gerufen werden.“

Bereits wenige Minuten in der Sonne reichen, um ein geparktes Auto auf bis zu 70 Grad Celsius zu erhitzen. Da Hunde nur wenige Schweißdrüsen haben und sich hauptsächlich über Hecheln abkühlen, erleiden sie im heißen Wageninneren schnell irreparable Organschäden oder einen Herzstillstand.

Menschen, die an einem warmen Tag einen Hund im Auto entdecken, sollten schnell handeln. Ist der Besitzer des Wagens nicht auffindbar, muss umgehend die Polizei gerufen werden. Befindet sich der Hund bereits in Todesgefahr – Anzeichen dafür sind Taumeln, eine dunkle Zunge, glasige Augen, starkes Hecheln oder Erbrechen –, sollten Tierfreunde in Betracht ziehen, die Scheibe einzuschlagen. Dies kann unter Umständen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, die jedoch in keinem Verhältnis zum Tod des Tieres stehen. Allerdings sind PETA keine Fälle bekannt, in denen rechtliche Folgen für Tierretter entstanden sind. Sollte das Auto auf einem Supermarkt-Parkplatz stehen, lässt sich der Fahrzeughalter ausrufen – selbstverständlich jedoch nur dann, wenn das Tier noch außer Gefahr ist.

Kann der Hund aus dem Auto befreit werden, sind sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen erforderlich. Auch wenn sich der Zustand des Tieres durch die Versorgung scheinbar verbessert, muss der Hund wegen möglicher Folgeschäden der inneren Organe umgehend tierärztlich untersucht werden.

So schafft man Verständnis zwischen Hundebesitzern und hundelosen Mitmenschen

Er freut sich jeden Tag aufs Neue, Sie zu sehen, er ist treu ohne Wenn und Aber und bringt Sie täglich in Schwung. Der Hund! Für den Hundebesitzer ein lebenslanger, wunderbarer Freund, für den hundelosen Mitmenschen ein Kläffer, der an einem hochspringt, und vor dem man es mit der Angst bekommt, wenn er hinter einem herjagt beim friedlichen Joggen. Damit die Fronten nicht verhärten und die Begegnungen entspannter werden, sollte man mehr von seinem Gegenüber wissen, rät das Apothekenmagazin Senioren Ratgeber und Chefredakteurin Claudia Röttger erklärt, was zu tun ist damit es nicht zum Streit kommt:

Als Hundebesitzer sollten Sie sich in Menschen hineinversetzen, die nicht täglich mit Hunden umgehen und vielleicht sogar Angst vor den Vierbeinern haben. Und Sie sollten die üblichen Sprüche vermeiden, wie „der tut nix“ oder „der will doch nur spielen“. Solche Floskeln bewirken oft das Gegenteil, machen aggressiv oder noch ängstlicher, tragen aber nicht zur Konfliktlösung bei.

Ist es sinnvoll, auch ältere Hunde noch bei einer Hundeschule anzumelden?

Für ein Verhaltenstraining ist es grundsätzlich nie zu spät, denn Hunde wollen ihr ganzes Leben lang lernen, und es kommt auf alle Fälle der Beziehung zwischen Mensch und Tier zugute und erleichtert so das tägliche Miteinander. Allerdings sollten hundelose Menschen, schon im eigenen Interesse, mehr über die Vierbeiner wissen, um einen entspannten Umgang mit Hunden zu pflegen.

Radfahrer und Jogger werden in der Regel von unerzogenen Hunden belästigt. Wie sollte man sich bei einer bedrohlichen Begegnung verhalten?

So schwer es fallen mag: Bleiben Sie ruhig stehen, schauen Sie den Hund nicht an, beachten Sie ihn möglichst nicht und vor allem schreien Sie nicht. Für verantwortungsvolle Hundebesitzer gilt: Nehmen Sie den Hund an die Leine, wenn Sie festgestellt haben, dass er Menschen als Beute begreift, denn sonst kann er zu einer ernsthaften Gefahr werden und Unfälle verursachen.

Und wenn sich alle an diese Spielregeln halten, schafft man mehr Verständnis füreinander, kann so Konfliktsituationen besser vermeiden und friedlicher miteinander umgehen, schreibt der Senioren Ratgeber.

Hunde leiden noch immer in Tierversuchen

Anlässlich des Tags des Hundes am 9. Juni 2013 macht der Bundesverband Menschen für Tierrechte auf die fast 2.500 Hunde aufmerksam, die 2011 in Tierversuchen eingesetzt wurden. So hat der Verband auch den Hund zum „Versuchstier des Jahres 2013“ ernannt. Besonders müssen Hunde noch immer unter stark belastenden Langzeit-Giftigkeitsprüfungen leiden, obwohl Wissenschaftler diese Tests seit Jahren als überflüssig bewerten.

Am Tag des Hundes, ausgerufen vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), soll die besondere Rolle des Hundes für unsere Gesellschaft gefeiert werden. “Hier dürfen die tagtäglich in deutschen Tierversuchslaboren leidenden Hunde nicht vergessen werden“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. “Überfällig ist insbesondere, den Hund als Test-Spezies aus den EU-Vorschriften zum Test von Pflanzenschutzmitteln zu streichen. Das empfehlen namhafte Wissenschaftler seit Jahren.“

In der EU-Verordnung 544/2011 ist der Hund als sogenannte Nicht-Nagetierspezies für zwei Jahre dauernde Giftigkeitsexperimente vorgesehen, obwohl seit Ende der 90er Jahre bekannt ist, dass diese Versuche keine zusätzlichen Erkenntnisse zu den zuvor durchgeführten Testes mit Ratten oder Mäusen bringen. Laut Bundesversuchstierstatistik 2011 wurden 2.474 Hunde in Tierversuchen eingesetzt, davon rund 50 % für Giftigkeitstests und weitere 40 % für Tests von medizinischen Produkten und Geräten.

Der Bundesverband kritisiert weiter, dass es bisher noch kein anerkanntes komplettes tierversuchsfreies Testsystem für die Langzeitgiftigkeitstests gibt. „Während sich die USA mit ihrer Strategie ‘Toxicity Testing in the 21th Century‘* aktiv dafür einsetzen, mit humanspezifischen Methoden vom Tierversuch wegzukommen, bewegt sich in Europa zu wenig. Es wird Zeit, dass sich Europas Behörden und Politiker dieser Strategie anschließen. Deutschland sollte hier mit politischer Durchsetzungskraft und finanziellem Input Schrittmacher sein“, so Simons.

Seit 2003 ernennt der Bundesverband Menschen für Tierrechte in Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedsvereinen das „Versuchstier des Jahres“. Damit sollen Tierversuche an einer bestimmten Tierart öffentlich gemacht und die Situation der tierversuchsfreien Forschung aufgezeigt werden.

* Toxicity Testing in the 21st Century – a Vision and a Strategy, entwickelt vom National Research Council (NRC) der National Academy of Sciences der USA 2007. Ziel ist es, die regulatorische Toxikologie mit humanspezifischen und neuen technischen Methoden auf eine neue Basis Methoden zu stellen.

Ausführliche Informationen unter www.versuchstier-des-jahres.info

Tierheime massiv vom Hochwasser betroffen

Auch viele Tierheime im Osten und Süden des Landes sind vom Hochwasser betroffen. Einige mussten komplett geräumt werden. Alle Tiere konnten glücklicherweise gerettet werden, die Gebäudeschäden und die Belastung für Tier und Mensch sind aber enorm. Da die Pegelstände an vielen Stellen immer noch steigen, besteht weiterhin Gefahr und die Schäden nehmen täglich größere Ausmaße an. Der Deutsche Tierschutzbund und seine betroffenen Landesverbände koordinieren die Hilfe gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen vor Ort.

„Die bisherigen Rettungsaktionen sind eine großartige Leistung der Tierschützer vor Ort. Viele haben Tiere in Pflege übernommen oder benachbarte Tierheime haben Plätze zur Verfügung gestellt. Die Lage bleibt weiter extrem angespannt und die Schäden sind erst bezifferbar, wenn das Wasser wieder zurückgeht. Sicher aber ist, wir gehen schon jetzt von Schäden in großer Höhe aus“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Ausgehend von den schon jetzt gemeldeten Schäden wird das Gesamtausmaß vermutlich in die hunderttausende Euro gehen. Dabei wird es sich vorrangig um Gebäudeschäden handeln. Die Kosten für die Instandsetzung werden die Tierheime aufgrund der ohnehin vorhandenen Belastungen kaum selber tragen können. Am stärksten sind aktuell die Tierheime in Zeitz (Sachsen-Anhalt), Freilassing und Hallertau (beide Bayern) betroffen. In Sachsen-Anhalt spitzt sich die Lage generell weiter zu.

„Vermutlich müssen in den nächsten Tagen weitere Tiere untergebracht werden. An manchen Stellen können die Aufräumarbeiten schon beginnen, bei denen jede helfende Hand gebraucht wird. Natürlich sind auch Spenden herzlich willkommen. Jeder der in irgendeiner Form helfen möchte, sollte sich direkt an die betroffenen Tierheime vor Ort wenden“, bittet Schröder um Unterstützung für die Tierheime. Abgesehen von der Rettung von Tierheimtieren haben einzelne Vereine, die in Hochwassergebieten liegen, aber nicht selber betroffen sind, auch private Tiere von Menschen übernommen, die selber evakuiert werden mussten. Auch diese Pensionsübernahme schultern die Tierheime zusätzlich als Hilfestellung, z. B. die Tierheime in Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) und Nürnberg (Bayern).

Tierfreunde, die nicht in den betroffenen Gebieten wohnen, aber trotzdem helfen möchten, bittet der Deutsche Tierschutzbund an den Feuerwehrfonds zu spenden. Der Deutsche Tierschutzbund wird die Gelder an die betroffenen Tierheime in akuten Notsituationen unbürokratisch verteilen:

Spendenkonto mit Stichwort „Feuerwehrfonds“
Sparkasse KölnBonn
BLZ: 370 501 98
Konto: 40 444

Checkliste: Mit dem Hund in den Urlaub

Da der hiesige Sommer noch auf sich warten lässt, zieht es derzeit immer mehr Menschen in wärmere Gefilde. Wer mit seinem Hund verreisen will, muss dessen Wohlergehen während der Fahrt und am Urlaubsort ganz besonders im Auge haben. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. gibt Tipps für eine unbeschwerte Reise:

„Ganz wichtig ist die Registrierung des Hundes in unserer Datenbank“, betont Philip McCreight von TASSO. Sollte das Tier während der Autofahrt oder am Urlaubsort weglaufen, lässt es sich über die registrierten Angaben schneller wiederfinden und exakt dem Besitzer zuordnen. „Sicherster Weg zur Identifizierung ist der vom Tierarzt unter die Haut des Vierbeiners eingesetzte Transponder mit eindeutiger Kennung“, so McCreight weiter. „Beispielsweise der neue Minitransponder von Virbac, der nur etwa so groß ist wie ein Reiskorn.“ Die mit einem speziellen Scanner ausgelesenen Daten könne ein Tierheim oder Tierarzt an TASSO durchgeben, der Verein würde dann sofort den Besitzer per Handy über den Fund informieren. „Dieser Service ist für alle Beteiligten vollkommen kostenlos“, betont McCreight.

Damit es erst gar nicht erst zum Ausbüxen kommt, empfiehlt der Tierschutzexperte, den Hund nicht nur bei Pausen während der An- und Abreise, sondern auch während der ersten Tage am Urlaubsort nicht ohne Leine laufen zu lassen: „Die unbekannte Umgebung macht manche Tiere so nervös, dass sie die Kommandos ihres Besitzers überhören und aufgeschreckt die Flucht ergreifen.“ Dies würde nicht nur dem Hund und seiner Familie den Urlaubsspaß verderben, in der Nähe stark befahrener Straßen oder der Autobahn könne dies auch ganz schlimme Folgen haben, meint McCreight.

Verantwortungsbewusste Hundebesitzer packen zum Reiseproviant für Kinder und Erwachsene natürlich auch Wasser für den Hund und den passenden Napf. Mit dem Fressen sollte man allerdings vorsichtig umgehen. McCreight: „Dauert die Autofahrt mehrere Stunden, kann dem Hund bei vollem Magen übel werden. Am besten ist es, man füttert ihn vier bis sechs Stunden vor Reiseantritt und dann erst wieder am Urlaubsort. Hunde können diese Hungerkur problemlos ertragen.“

Bei Reisen in Länder der EU zwingend vorgeschrieben ist der EU-Heimtierausweis mit aktuellen Impfdaten, sagt McCreight. Für Tiere, die nach dem 3. Juli 2011 geboren wurden, sei zudem die Kennzeichnung mit einem Transponder notwendig („Chippflicht“). Eine Tätowierung werde bei einer möglichen Kontrolle nicht mehr akzeptiert. „Der Pass enthält neben Angaben zum Halter auch Adresse, Name, Art und Geschlecht des Tieres einschließlich Geburtsdatum, Fellkleid und Daten zu Impfungen.“ Angegeben seien außerdem die Transponder- beziehungsweise Tätowiernummer.

Auf was man sonst noch beim Urlaub mit dem Hund achten sollte, verrät die Checkliste von TASSO:

Vor der Reise:

– Fahrten und Urlaubsort mit dem Tierarzt besprechen
– Länderspezifische Vorschriften für bestimmte Hunderassen überprüfen
– Vorrat an wichtigen Medikamente anlegen
– Gültigkeit der allgemeinen und länderspezifischen Schutzimpfungen überprüfen und ggf. nachholen
– Bei Auslandsreisen die Einreisebestimmungen abklären (Botschaft)
– Wenn notwendig, nur hier erhältliches Futter kaufen
– Abklären, ob in der gebuchten Unterkunft Hunde überhaupt erlaubt sind

Fürs Gepäck:

– EU-Heimtierausweis
– Nummer und Kontaktdaten der eigenen Haftpflichtversicherung und eines Tierarztes im Urlaubsort
– Transportkorb, Maulkorb (ist in einigen Ländern vorgeschrieben), Leine, Körbchen oder Decke
– Frisches Trinkwasser in der Flasche, Wassernapf
– Plastiktüten und Schaufel
– Futter, Leckereien, Dosenöffner
– Bürste, Kamm, Handtuch, Spielzeug

Für die Reiseapotheke:

– Medikamente, die der Hund ständig einnehmen muss
– Mittel gegen Reisekrankheit und Beruhigungsmittel
– Mittel gegen Durchfall
– Wundspray/Desinfektionsmittel
– Augen- und Ohrentropfen
– Tücher zum Reinigen von Augen und Pfoten
– Zeckenzange
– Verbandmaterial