Archiv für den Monat: September 2012

Hund trifft Pferd trifft Mensch

Es ist ein einzigartiges Ereignis: An keinem anderen Ort lassen sich gleichzeitig 10 000 Hunde aus 240 Rassen sowie rund 300 Pferde erleben. Und „Erleben“ ist ein wichtiges Stichwort für die erwarteten – mehr als 75 000 – Besucher der großen Messe Hund & Pferd vom 12. bis 14. Okto-ber in den Dortmunder Westfalenhallen. Denn zu dem hautnahen Erleben der beliebten Freizeitpartner gehört auch ein umfangreiches und spannendes Programm, das an jedem Tag Unterhaltung fast ohne Unterbrechung, vom Morgen bis zum Abend, bietet. Dazu zählen die großen Rassehunde-Wettbewerbe ebenso, wie actionreiche Vorführungen am großen Showring und Mitmachaktionen für die ganze Familie.

Fit & gesund
Die Gesundheit der Tiere ist in diesem Jahr ein weiteres wichtiges Thema – denn die Halter kümmern sich so intensiv wie nie darum, dass es ihrem Hund oder dem Pferd in allen Belangen gut geht. Daher können etwa Hundehalter am Stand des Futter-Herstellers Pedigree einen kostenlosen Zahncheck des Tieres durchführen lassen. Nach dem tierärztlichen Check Up gibt es einen Befundbogen, der eventuelle Veränderungen an Zahn und Zahnfleisch dokumentiert und so die weitere Behandlung vereinfacht. Ebenfalls um Gesundheit und auch um Sicherheit geht es beim ADAC: Hier zeigen Experten, wie der Hund im Auto optimal gesichert ist – so, dass das Risiko im Falle eine Unfalles sinkt. Pferde-Ausbilder wiederum gewähren Einblick in ihre Arbeit – sie zeigen den Pferdefreunden aber auch, wo die Grenze zwischen fachgerechtem und anspruchsvollem Training gegenüber Methoden zu finden ist, die als pferdeunwürdig gelten. Vor Ort sind während der Hund & Pferd namhafte Experten wie Peter Kreinberg, Nathalie Penquitt, Marius Schneider und auch Gaby Hans. Zudem geben sowohl im Hunde- als auch im Pferdebereich Züchter wertvolle Tipps zur Anschaffung der Tiere und zu deren individuellen Ansprüchen.

Rassiges Highlight
Das große Highlight sind auch in diesem Jahr die großen Rassehunde-Wettbewerbe der Bundessieger & Nationalen Ausstellung, bei denen die Schönsten der Schönen mit der Aussicht auf gute Platzierungen und glänzende Pokale gegeneinander antreten. Auf die Besucher warten mehr als 10 000 Rassehunde, darunter auch solche, die wie der Cao de Castro Laboreiro so selten sind, dass mancher sie hier zum ersten Mal sehen wird. Doch auch Halter von Mischlingen müssen sich mit ihren Lieblingen nicht zurückhalten: Für Mischlingshunde findet ebenfalls ein Wettbewerb statt, an dessen Ende die Sieger gekürt werden.

Stars im Showring
Am großen Showring lassen sich Action und echte Stars live erleben. Zum ersten Mal ist in diesem Jahr Coffey dabei – der spektakuläre Australian-Shepherd Rüde, der im Kino-Film der beliebten „Fünf Freunde“-Saga den Hund Timmy spielte. Auf der Hund & Pferd wird Coffey beweisen, dass sein Repertoire weit über das auf der Leinwand gezeigte hinausgeht. Stars sind auch Yvo Antoni und sein Jack-Russell-Terrier PrimaDonna – gemeinsam begeisterten sie Millionen Fernsehzuschauer und siegten schließlich in der RTL-Show „Das Supertalent“. Jetzt wollen sie den Besuchern zeigen, welche neuen und spannenden Tricks sie beherrschen. Hinzu kommt im Showring Hunde-Action vom Feinsten: Etwa Hundesport-Vorführungen wie Hunde-Frisbee auf Weltniveau. Auch Rettungshunde überzeugen dort mit atemberaubenden Leistungen.

Pferde-Fußball
Beeindruckend ist das Showprogramm der Pferde. Etwa wenn die außergewöhnliche Schäferin Anne Krüger ein Pferd, zwei Hunde und eine ganze Schafherde gleichzeitig punktgenau dirigiert. Ein unvergessliches Erlebnis sind die Barock-Darbietungen von Marius Schneider, der Pferde, Hunde und Falken trainiert und nicht umsonst als neuer Star am Barock-Himmel gilt. Dieses Mal erstmals mit dabei: Der Horsemanship-Trainer Uwe Weinzierl mit einer außergewöhnlichen Verlade-Show und die Haflinger Freunde Rheinland mit ihren zauberhaften Blondschöpfen. Außerdem tanzen Pferd und Mensch gemeinsam Menuett, LED-Friesen erstrahlen hell wie der Sternenhimmel, Viererzüge donnern durch die Arena, vierbeinige Fußball-Teams inszenieren „Deutschland gegen Italien“ neu, Pferde-Pilates verspricht mehr Fitness und romantische Hochzeitskutschen machen Mädchenträume wahr. Das große Zirkuslektionen-Seminar, das täglich von 13 bis 14.30 Uhr stattfindet, zeigt schonungslos auf, wann Training in Tierquälerei übergeht und hilft dabei, den richtigen Weg zu finden. Und auch die Biomechanik des Pferdes steht im Fokus der diesjährigen Messe – weshalb einige Pferde kunterbunt angemalt werden.

Hund und Pferd gemeinsam
Natürlich zeigen Hund und Pferd auch, wozu sie gemeinsam imstande sind: Beim Horse & Dog Trail meistern sie in stummer Absprache Aufgaben als Team, überqueren Brücken und passieren Tore. Zudem informieren Workshops über die Reitbegleithundeausbildung: Trainer zeigen hier unter anderem, wie sie Pferde und Hunde sicher durch die Natur und den Straßenverkehr leiten. Besucher erfahren von Experten auch, welche Hunderassen und welche Pferde besonders gut zueinander passen. Und die neusten Führgeschirre für Reitbegleithunde kann man auf der Hund & Pferd auch gleich testen.

Neuheiten und Familienspaß
Das ist längst nicht alles: Die Hund & Pferd versteht sich als Familienmesse, und daher kommen auch die kleinsten Besucher nicht zu kurz. Sie können Schnupperreitstunden absolvieren, Wichtiges über den Umgang mit Hunden lernen oder sich einfach beim Kinder-Schminken und in der Hüpfburg amüsieren. Die Eltern haben derweil die Gelegenheit, sich bei zahlreichen Herstellern und Händlern über neueste Produkte rund um Hund und Pferd zu informieren.

Daten und Fakten
Die Hund & Pferd findet von 12. bis 14. Oktober in den Dortmunder Westfallenhallen statt. Die Öffnungszeiten sind jeweils von 9.00 bis 18.30 Uhr. Die Tageskarte für Erwachsene kostet 12 Euro, eine Dauerkarte 24 Euro. Am Freitag zahlen Besucher ab 13 Uhr nur den halben Preis, am Sonntag haben Kinder freien Eintritt.

Karten gibt es online unter www.hund-und-pferd.de oder bei ausgewählten ADAC-Geschäftsstellen in NRW. Wichtiger Hinweis für Besucher mit eigenem Hund: Impfausweis und gültige Tollwutschutzimpfung nicht vergessen!

Straßenhunde in Kiew: Hilfsaktionen erfolgreich

Die Hilfsaktionen des Deutschen Tierschutzbundes für Straßenhunde in Kiew laufen weiterhin erfolgreich. Zusammen mit ukrainischen Tierärzten und Mitarbeitern seines Tierschutzzentrum Odessa führt der Deutsche Tierschutzbund in drei Tierkliniken in Kiew Kastrationsaktionen durch. Darüber hinaus haben Tierschützer und Stadt eine gemeinsame Medienkampagne zur Aufklärung über die Straßenhundeproblematik fortgesetzt. In der Stadt Charkiw scheint es dagegen weiter Hundetötungen zu geben – der Verband hat dagegen beim Bürgermeister der Stadt protestiert, denn genau wie das deutsche verbietet auch das ukrainische Tierschutzgesetz Tötungsaktionen.

„Die Fußball-EM ist vorbei, aber die Straßenhunde sind geblieben. Uns war es schon bei der Vertragsunterzeichnung mit der Stadt Kiew wichtig, dass wir alle Hilfsaktionen nachhaltig angehen. Nur mit dem Dreiklang aus einfangen, kastrieren und freilassen und der Aufklärungsarbeit kann die Straßenhundeproblematik nachhaltig gelöst werden“, betont Wolfgang Apel, Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes, der die Ukraine-Projekte koordiniert.

Gerade erst hat der Verband einen Tierrettungswagen ausgestattet. Verletzte Tiere müssen nicht mehr mit Taxen und Privatfahrzeugen in die Kliniken gebracht werden, sondern werden jetzt schon während des Transportes tierärztlich versorgt. Darüber hinaus hat der Deutsche Tierschutzbund Baumaßnahmen in drei Tierkliniken unterstützt, um die tierschutzgerechte Unterberingung der Tiere bei der kontrollierten Nachsorge nach tierärztlichen Maßnahmen zu gewährleisten. Gemeinsam mit der Stadt Kiew hat der Deutsche Tierschutzbund eine Medienkampagne gestartet: Neben Spots im ukrainischen Fernsehen wurden in Kiew an vielen Orten, unter anderem in Metro-Wagen, Plakate mit Kontaktdaten der Anlaufstellen aufgehängt. Mit diesen Maßnahmen machen die Tierschützer auf die Bedeutung der Kastration von frei lebenden Hunden wie auch Hunden in Privathaushalten aufmerksam. Denn auch unkastrierte Hunde aus Privathaushalten tragen stark zur Vermehrung der Straßentiere bei. „Die Ukrainer sind sehr tierlieb und wollen mehr über unsere Projekte wissen und auch selbst mithelfen, das Elend der Straßentiere zu verringern“, so Apel.

Sorgen bereiten dem Deutschen Tierschutzbund Hilferufe von Tierfreunden wonach es in der ukrainischen Stadt Charkiw weiterhin Hundetötungen geben soll. Dagegen hat der Verband beim
Bürgermeister der Stadt protestiert und gleichzeitig das nachhaltige Konzept „Fangen, Kastrieren und Freilassen“ vorgestellt. Dieses praktiziert der Verband in seinem Tierschutzzentrum in der Stadt Odessa bereits seit Jahren erfolgreich: Die Anzahl der Straßenhunde sind in der Stadt nach Schätzungen um 50 Prozent zurückgegangen, viele Tiere konnten nach der Kastration auch an neue Halter vermittelt werden.

Monica Lierhaus: Hund Lucy hilft ihr zurück ins Leben

Die beliebte Sportmoderatorin spricht in der Zeitschrift DOGS über ihren Alltag. An ihrer Seite: Dalmatinerhündin Lucy, mit der sie sich per Blickkontakt verständigt

„Es war gut, dass Lucy da war“, erinnert sich Monica Lierhaus an ihre schwere Zeit im Krankenhaus. Ein Poster der Dalmatinerhündin direkt gegenüber vom Bett schenkte der Sportmoderatorin Kraft. Ihr erstes Wort, nachdem sie lange nicht sprechen konnte, war der Name Lucy. Lierhaus weiß noch, wie der Arzt scheinbar beiläufig danach fragte. „Es kam einfach aus mir raus“, sagt sie im Gespräch mit DOGS, dem Lifestyle-Magazin für Hundefreunde. Auch heute sind Monica Lierhaus und ihre Lucy ein eingespieltes Team, sie verständigen sich per Blickkontakt. Die Mutter der Journalistin kommt mit der Hundedame jeden Tag zu Besuch. Allein kann die 42-Jährige noch nicht für den Vierbeiner sorgen. Er könnte sie umreißen, was nicht passieren darf. Die Begeisterung für Hunde liegt bei ihr in der Familie. „Bei uns lieben alle Sport und alle Hunde. Ich hatte immer einen, als Kind hatten meine Schwester und ich sogar jeder einen“, erzählt sie DOGS. Die Hamburgerin besaß bereits einen Schmetterlingshund – „der mit Würde ertragen hat“, dass sie ihm Puppenkleider anzog – einen Dobermann und einen Jack Russell. Die derzeitige Dalmatinerhündin ist freilich nicht alleiniger Auslöser gesundheitlicher Fortschritte – aber ihr ansteckendes Lächeln hilft ein wenig. Und wenn Lierhaus sich in jemanden verliebt hätte, der keine Hunde mag? „Das wäre sein Problem.“ Aber so jemanden gab es noch nicht.

Monica Lierhaus hatte am 6. Januar 2009 ihren letzten Auftritt als Sportreporterin für die ARD bei der Vierschanzentournee. Dann wurde ihr ein Hirnaneurysma entfernt. Wegen Komplikationen während der Operation wurde sie in ein künstliches Koma versetzt, das fast vier Monate andauerte. Schrittweise kämpft sich Monica Lierhaus zurück ins Leben. Was Glück für sie bedeutet? – „Ich möchte bei der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien dabei sein. Als Journalistin.“
Die DOGS-Ausgabe 5/2012 mit dem vollständigen Beitrag ist im Handel erhältlich.

Rettungshunde-WM: Deutsche marschieren voran

Bei der 18. Weltmeisterschaft für Rettungshunde treten in der Ukraine 50 Teilnehmer und 16 Mannschaften aus 11 Nationen an. Die Debatte über Gewalt gegen Straßenhunde sorgte für Absagen

Wo alle Technik versagt, helfen Hunde, Menschenleben zu retten. Bei sportlichen Wettkämpfen zeigt sich, welches Team aus Mensch und Tier am besten harmoniert. Vom 26.-30. September werden in Romny, drei Autostunden östlich von Kiew, die Weltmeister in den Sparten Fährten-, Flächen- und Trümmersuche ermittelt. Deutschland stellt neben Teilnehmern aus den Niederlanden das größte Kontingent Westeuropas: mit insgesamt acht Startern vom Verein für deutsche Schäferhunde (Süßen, Böblingen, Bochum), dem Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Berlin und dem Rettungshundezug Thüringen. Veranstalter ist die Internationale Rettungshunde Organisation IRO.

Zwtl.: Zeigen, dass Hunde geschätzte Partner sind

„Für die IRO als weltumspannende Dachorganisation ist es wichtig, den Rettungshundegedanken auch außerhalb der Schengener Grenzen zu transportieren“, sagt IRO-Vizepräsident Detlef Kühn. Der Boykott einiger Mitglieder wegen der aufgebauschten Debatte über Gewalt gegen Straßenhunde sei überraschend gekommen, auch Aufklärungsarbeit half nichts. „Umso mehr freut es mich, dass die IRO stabil genug ist, die WM in der Ukraine auszutragen. Wir werden zeigen, dass Tiere geschätzte Partner sein können, in einer besonderen Form des Zusammenlebens.“

Am meisten Hundeführer starten für die Ukraine. Die weiteren Teilnehmer kommen aus Argentinien, Tschechien, Ungarn, Spanien, Slowenien, Rumänien, Polen und Korea. Für den Erfolg ist nicht nur ein guter, nervenstarker Hund nötig, sondern auch die richtige Taktik. Wer ohne Fehler innerhalb von 30 Minuten alle versteckten Personen findet, bekommt am meisten Punkte.

Tierische Nulldiät – Hunde bei Mahlzeiten ignorieren

Gejaule beim Abendessen, bettelnder Blick beim Picknick im Grünen oder die Hundepfote auf dem Schoß beim nachmittäglichen Stück Kuchen – Welpen und auch erwachsene Hunde können sehr überzeugend sein, wenn sie etwas vom Essen ihrer Halter abbekommen möchten. Meist hat der Mensch selbst den Grundstock dafür gelegt, denn ein Welpe käme von allein gar nicht darauf zu betteln.

„Vier Mahlzeiten am Tag sollte ein Welpe erhalten und ist dann auch nicht mehr hungrig“, sagt Claudia Blank, Hundetrainerin und Tierverhaltenstherapeutin aus Gütersloh. „Wird ihm grundsätzlich nichts vom Essen seiner Halter abgegeben, beginnt er im Normalfall auch nicht zu betteln.“

Fällt allerdings regelmäßig etwas vom Tisch, so merkt sich das der kleine Hund schnell: „Insbesondere wenn kleine Kinder anwesend sind, kann schon mal ein Krümelchen auf die Erde fallen – veranlasst durch solch eine positive Erfahrung, lernt der Welpe, dass es sich lohnt, unter dem Tisch auszuharren und auf Nachschub zu warten“, sagt Blank.

Hundebesitzer sollten von Beginn an dafür sorgen, dass der Welpe sein Futter ungestört zu sich nehmen kann und ihn bei ihren eigenen Mahlzeiten komplett ignorieren.

Nimmt man einen älteren Hund zu sich, der bislang betteln durfte, kann ihm das nach und nach durch konsequentes Verhalten wieder abgewöhnt werden: „Der Hund sollte zwar beim Essen anwesend sein dürfen, also nicht in einen anderen Raum gesperrt werden, aber keine Aufmerksamkeit bekommen“, empfiehlt Blank. „Wichtig ist, Nervenstärke zu zeigen, wenn er mit allen Mitteln versucht, etwas vom Tisch zu bekommen. Denn ist er damit einmal erfolgreich, war das bisherige Training umsonst.“

Besonders wichtig ist, grundsätzlich keine Ausnahmen zu machen. Denn auch wenn der Hund nun gelernt hat, nicht zu betteln, so ist das alte Verhalten zwar verlernt, aber nicht vergessen und wird bei Inkonsequenz wieder die Überhand gewinnen. IVH

Neues Hundegesetz in Hessen?

Der Deutsche Tierschutzbund, sein Landestierschutzverband Hessen und der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) begrüßen gemeinsam den von der SPD-Landtagsfraktion vorgelegten Gesetzentwurf zur Hundehaltung in Hessen. Dieser steht heute im Landtags-Innenausschuss im Rahmen einer Anhörung zur Debatte. Der Gesetzentwurf setzt auf Gefahrenprävention und nicht auf pauschale Vorverurteilung von Hunden bestimmter Rassen. Neben der Verpflichtung zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung und der Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht, wird in dem Entwurf auch ein Sachkundenachweis für Hundehalter gefordert. Hier setzen die Verbände darauf, dass der Gesetzgeber die Verpflichtung auf den Hundehalter beschränkt und nicht von allen Personen fordert, die ein Tier ausführen. Zudem plant die SPD-Fraktion eine Chip- und Registrierpflicht. Nach Auswertung der gemeinsamen Anhörung werden der Innen- und der Umweltausschuss in einer weiteren Sitzung eine Empfehlung für das Landtagsplenum aussprechen.

Der Landestierschutzverband Hessen war an der Ausarbeitung des Gesetzentwurfs entscheidend beteiligt. „Bereits seit Jahren fordern wir wie auch der bpt eine nachprüfbare Sachkunde für Hundehalter aller Rassen statt Rasselisten. Die Beißvorfälle mit Nicht-Listenhunden sind seit Einführung der Hessischen Verordnung kontinuierlich und rapide gestiegen – nun wird es Zeit für ein Hundegesetz, welches jeden Hund wieder Hund sein lässt und gleichzeitig für Sicherheit sorgt“, so Hans-Jürgen Kost-Stenger, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Hessen.

Allerdings bietet nur eine länderübergreifende Kennzeichnung mit Registrierung umfassenden Schutz für das Tier. „Sinnvoll wäre es deshalb, wenn die Kennzeichnungs- und Registrierpflicht analog dem Hessischen Gesetz bundeseinheitlich geregelt würde“, führt bpt-Präsident Dr. Hans-Joachim Götz fort. Die Verbände fordern deshalb die Bundesländer auf, das Kennzeichnen und Registrieren in ihren Hundegesetzen verpflichtend zu verankern.

„Es ist dringend geboten, die bisher geltende hessische Verordnung komplett zu überarbeiten Der Gesetzentwurf setzt präventiv an und dient damit der Gefahrenabwehr und dem Tierschutz. Falls sich im hessischen Landtag eine Mehrheit findet, wäre das eine auch gute Grundlage für eine dringend notwendige bundeseinheitliche Verordnung. 16 derzeit verschiedene Wege sind nicht zielfördernd“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, in einer Stellungnahme.

Das Deutsche Haustierregister (DHR) ist das derzeit einzige von einem gemeinnützig anerkannten Tierschutzdachverband, dem Deutschen Tierschutzbund, getragene Register. Falls das Land Hessen vorausgeht, steht das DHR im Rahmen einer „Beleihung“ als Partner für ein hessisches Zentralregister bereit. Das DHR ist mit Millionen Daten aus ganz Europa vernetzt.