Archiv für den Monat: August 2012

Katzenhaushalt nimmt Hundekind auf: Harmonie ist machbar

Verliebt in einen tapsigen Hundewelpen? Das kann auch gestandenen Katzenfreunden und -haltern passieren. Darf der putzige kleine Kerl unbesorgt einziehen, wenn schon eine oder mehrere Samtpfoten im Haushalt leben?

Der Volksmund scheint dagegen zu sprechen: „Zwei wie Hund und Katze“ gehen nicht gerade friedlich und freundlich miteinander um. Andererseits: Auf nahezu jedem Bauernhof sieht man Hunde und Katzen, die in friedlicher Koexistenz leben, und oft genug schließen die ungleichen Gesellen tatsächlich Freundschaft. Ist Harmonie zwischen Hund und Katze also doch machbar?

„Durchaus“, sagt der Zoologe und Heimtier-Experte Dr. Gerd Ludwig. „Man sollte aber schon überlegen, welchen Hund man wählt. Terrier oder Jagdhunde sind vielleicht als Partner für eine Wohngemeinschaft mit Katzen nicht so gut geeignet wie ein typischer Familienhund. Und man sollte auch bedenken, dass ältere Katzen einfach mehr Zeit brauchen, um einen ‚Neuen‘ im eigenen Revier zu akzeptieren. Kater sind in der Regel toleranter als Kätzinnen.“

Ludwig empfiehlt Katzenhaltern, sich vor dem Einzug des Hundekindes eine Strategie zurechtzulegen. „Ziel sollte sein, dass die Samtpfoten die Anwesenheit des Welpen mit etwas Positivem verknüpfen.“ Klingt anspruchsvoll, ist aber gar nicht schwer zu erreichen. Und so kann es klappen:

Den Hund zunächst in einem separaten Raum unterbringen, damit beide Parteien die Chance haben, sich erst einmal an den Geruch des anderen zu gewöhnen. Ein Trick: Hund und Katze mit weichen Tüchern abrubbeln und diese Tücher jeweils unter den Futterplatz des anderen legen. So bekommt der Geruch für beide eine positive Bedeutung.
Die ersten Zusammentreffen unbedingt unter Aufsicht stattfinden lassen. Ganz wichtig: Die Katze braucht Refugien. Sie muss sich jederzeit auf einen für den Hund unerreichbaren Platz zurückziehen und auch verstecken können.
Wenig Aufhebens um den Neuen veranstalten, auch wenn es schwerfällt, damit Eifersucht keine Nahrung erhält. Den Katzen immer dann besonders viel liebevolle Aufmerksamkeit (und den einen oder anderen Leckerbissen) zukommen lassen, wenn der Welpe in der Nähe ist. So kann die Verknüpfung entstehen: „Immer wenn der Neue da ist, geht’s mir besonders gut.“ Katzen-Leckerbissen nicht auf dem Boden, sondern immer auf einem erhöhten Platz reichen, damit es kein Gerangel darum gibt. IVH

Ein dreifaches Wuff auf den Welthundetag

Es gibt viele internationale Welttage, sinnvolle und weniger sinnvolle sind darunter

So lässt sich darüber streiten, ob die Menschheit einen Welttag der Jogginghose (21. Januar) oder einen Tag der Schwertschlucker (23. Februar) braucht, zumal, wenn Schwertschlucker und Tiefkühlkost sich dieses Datum auch noch teilen müssen.

Für Hundefreunde ist auf jeden Fall der 10. Oktober ein ganz besonderer Tag. Dann ist Welthundetag. Den dürfen sich nicht nur Hundehalter im Kalender rot anstreichen. An diesem Tag soll daran erinnert werden, welche Leistungen Hunde für uns Menschen erbringen. Hunde spüren Verschüttete auf, begleiten Blinde, sorgen im Polizeieinsatz für unsere Sicherheit oder kommen Drogendealern auf die Spur. Für Kinder sind sie oft die liebsten Spielgefährten, für viele Menschen die besten Freunde, für manchen sogar Therapeut.

Weil Hunde aber so gut zu uns sind, sollten wir auch gut zu ihnen sein. Hundehalter sind verantwortlich dafür, ihren Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen – mit viel Auslauf, gesundem Futter und ausreichender Zuwendung. In die Verantwortlichkeit des Halters fällt natürlich auch die Gesundheitsvorsorge. Mit den erforderlichen Impfungen, mit regelmäßigen Wurmkuren und mit der Floh- und Zeckenprohylaxe bleiben die vierbeinigen Hausgenossen länger gesund und munter. Und auch wenn sich Erkrankungen nicht immer ausschließen lassen, für nahezu jede Krankheit gibt es heute moderne Therapien, die betroffenen Hunden das Leben spürbar erleichtern, ja sogar verlängern können. Zunehmend diagnostizieren Tierärzte auch altersbedingte Krankheiten. Die Arthrose gehört dazu, chronische Nierenerkrankungen oder Diabetes. Regelmäßige Tierarztbesuche und die Linderung von Alterserscheinungen mit Medikamenten spielen in dieser Lebensphase eine besondere Rolle. Darauf sollten Hundehalter achten.

Nicht jeder Hund kann ein Lebensretter sein, die notwendige Fürsorge hat er aber immer verdient. Der Welthundetag ist der richtige Tag, um daran zu denken.

Mit Bello auf Reisen

Das Urlaubsziel steht fest, die Vorbereitungen für den Tag der Abreise laufen auf Hochtouren. Wer dann seine Zahnbürste doch vergisst, kauft sich am Ferienort einfach eine neue – kein Problem. Doch was ist mit dem Hund? Wenn der mit soll, darf nichts vergessen werden. Sonst könnte die schönste Zeit im Jahr schon am ersten Grenzpfosten des Urlaubslandes ein jähes Ende finden. Hunde müssen nämlich bei Reisen ins Ausland mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein, eine gültige Tollwutimpfung vorweisen und einen EU-Heimtierausweis mitführen. Darüber hinaus gelten weitere länderspezifische Reisebestimmungen. Der rechtzeitige Besuch beim Tierarzt, der die Vorschriften kennt, gehört deshalb zum Pflichtprogramm.

Reiseerprobte Hundehalter kennen aber auch das: Der Hund verträgt die Fahrt nicht, ihm wird immer wieder schlecht mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen. Jeder sechste Hund leidet nämlich unter der Reisekrankheit. Sprechen Sie auch darüber mit Ihrem Tierarzt. Er kann Ihnen spezielle Medikamente für die Hundereiseapotheke mitgeben.

Bei der Reisekrankheit handelt es sich um eine Bewegungsübelkeit, die durch Beschleunigungskräfte verursacht wird. Das Unwohlsein kann sich durch Stress und Angst verstärken. Schließlich ist der Hund fürs Laufen und nicht fürs Auto fahren oder gar Fliegen geschaffen. Gönnen Sie sich und Ihrem Begleiter während der Autofahrt häufiger Pausen. Das kommt Hund und Herrchen gleichermaßen zugute.

Am Urlaubsziel angekommen, lauern häufig weitere Gefahren. Aus Sicht der Tiergesundheit ist vor allem bei Reisen in den Süden Vorsicht geboten. Dort können Wurm- und Infektionserkrankungen, die beispielsweise auch von Zecken übertragen werden, die Gesundheit des Reisegefährten ernsthaft bedrohen. Eine entsprechende Parasitenvorsorge sollte deshalb auf der Urlaubscheckliste ebenfalls ganz weit oben stehen.

Der Erfolg des Urlaubs hängt nicht zuletzt auch davon ab, ob das Urlaubsziel passt. Ist ihr Hund auch wirklich willkommen, ist das Umfeld tiergerecht und bietet alle Möglichkeiten, die ein Tier benötigt? Vorher informieren lohnt sich immer. Es gibt inzwischen viele Anbieter, die sich speziell auf tierische Touristen mit (Familien-)anhang vorbereitet haben.

Basics für die richtige Hundeerziehung

Hunde können wirklich niedlich sein, sie können ein toller Teil unsere Lebens werden. Sie können aber auch, wenn man die Erziehung streifen lässt, Besitzer in den Wahnsinn treiben. Damit das nicht passiert und der Hund zu jemandem wird, den man gerne bei sich hat und ihn nicht als Last empfindet, gilt es ein paar Dinge zu beachten. Ganz nach dem Motto, früh übt sich, sollte man bereits kurz nach der Anschaffung, die im besten Fall beim frühen Hundeleben erfolgt, gewisse Grundlagen schaffen. So sollte darauf geachtet werden, dem Hund auch Grenzen aufzuzeigen, die er nicht übertreten darf.

Eigene Zonen ermöglichen

Wenn Sie es beispielsweise nicht wollen, dass der Hund im Bett oder auf der Couch liegt, muss er dies wissen und Alternativen geboten bekommen, die ihm als das Positivere erscheinen. Genauso wie ein Hund draußen sein Revier markieren möchte, will er es auch innerhalb der vier Wände. Ein Hundebett oder auch Hundedecken können so dazu dienen, dem Hund oder der Hündin einen Platz zu bieten, den nur er oder sie betreten darf. Gleiches gilt auch für das Fressen, bei welchem es viel Hundezubehör gibt, das die Grenzen abstecken kann. Vollkommen falsch ist es natürlich, dem Hund etwas vom Tisch zu geben oder etwas von der Arbeitsfläche fallen zu lassen. Viel besser ist es, Reste oder auch mal eine Wurstscheibe in seinen Napf zu packen, den er dann als seinen Essensplan umso mehr zu schätzen weiß. Auch auf Reisen empfiehlt es sich, einen derartigen eigenen Fressplatz aufzubauen, so dass der Vierbeiner gar nicht erst auf die Idee kommt, am Tisch oder Grill zu betteln.

Intelligenz fördern

Dass Hunde ganz gerne einmal herumwüten, wenn man selbst nicht zuhause ist, hat bestimmt auch schon der ein oder andere bemerkt. Grund dafür ist nicht die streitlustige Grundhaltung, sondern schlichtweg Langeweile. Damit diese gar nicht erst aufkommt, ist es ratsam, den Hund koordinativ zu fordern. Mit einigen Accessoires ist es möglich, nicht nur den Spieltrieb aufrecht zu erhalten, sondern auch das kognitive Vermögen stets weiter zu schulen. Ein gutes Beispiel dafür wäre ein Snackball, durch welchen der Hund erst beschäftigt wird ehe er an das Fressen kommt. Ganz wichtig ist es, ihm bei der Lösungsfindung auch Zeit zu lassen. Irgendwann kommt er auch ohne das Zeigen von Frauchen und Herrchen hinter das System.

Giardien, nur eine Zelle groß – und doch so gefährlich

Etwa kampfesmutige römische Gladiatoren, vielleicht Soldaten einer extragalaktischen Armee oder gar Droiden aus einem Science Fiction-Roman? Alles falsch! Giardien sind mikroskopisch kleine, einzellige Parasiten, deren evolutionäre Entwicklung noch weitgehend unbekannt ist. Hätten Giardien ein Gedächtnis, könnten Sie sich sicher noch an Säbelzahntiger oder Miacis, den Urvater aller hundeartigen Tiere, erinnern. Im Darm dieser Urzeitwesen und deren Nachkommen haben Giardien ihre Existenz bis in die Neuzeit hinein gerettet.

Und so machen sie noch heute Hunden und Katzen das Leben schwer. Denn Giardien gehören neben den Spulwürmern zu den am häufigsten vorkommenden Parasiten bei unseren geliebten Vierbeinern. Sie besiedeln den Darm der Tiere, vermehren und verkapseln sich dort und verursachen Durchfälle, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Die infektiösen Zysten werden zu Hunderttausenden mit dem Kot der Tiere ausgeschieden. Untersuchungen zufolge sind fast 20 Prozent aller Hunde mit Giardien infiziert. Besonders betroffen sind Welpen und junge Hunde unter sechs Monaten. Bei ihnen kann die Befallsrate sogar bis zu 70 Prozent betragen. Andere Untersuchungen weisen darauf hin, dass auch jede zweite Katze diese ungebetenen Darmbewohner beherbergt.

Ausgewachsene Tiere bleiben häufig ohne Symptome. Das verstärkt die Gefahr einer unerkannten Verbreitung des Darmparasiten durch die infizierten Tiere. Wegen des hohen Infektionsrisikos sollten Hunde und Katzen auf diesen Erreger untersucht und bei positivem Befund auf jeden Fall behandelt werden. Denn Giardien besitzen zoonotisches Potential. Das bedeutet, dass eine Infektion auch auf Menschen übertragen werden kann. Welche Behandlung den größten Erfolg verspricht, entscheidet der Tierarzt. Hunde- und Katzenhalter können mit entsprechenden Hygienemaßnahmen den Therapieerfolg aber maßgeblich unterstützen.

Neben den Giardien bedrohen weitere einzellige Darmparasiten – die Kokzidien – die Gesundheit von Hund und Katze. Besonders betroffen sind Welpen und Jungtiere. Daneben gehören Spulwürmer und Hakenwürmer, der Hundebandwurm und der Fuchsbandwurm zu den unangenehmen Darmparasiten. Für Hunde und Katzen, die ins Ausland reisen oder von dort nach Deutschland gebracht werden, besteht zusätzlich ein Risiko, sich mit dem Herzwurm zu infizieren. Auch an diesen Wurmarten können sich Menschen infizieren. Regelmäßige Wurmkuren sind im Zusammenleben von Mensch und Tier deshalb ein absolutes Muss. Wie häufig behandelt werden muss, richtet sich dabei nach Alter und Lebensumständen von Hund und Katze.