Archiv für den Monat: Februar 2012

Tiere sind keine Jecken: Tipps für einen tierleidfreien Karneval

In wenigen Tagen ist es wieder soweit: In den Karnevalshochburgen herrscht Ausnahmezustand und in ganz Deutschland feiern die Jecken den Höhepunkt der „fünften Jahreszeit“ – darunter auch viele Tierhalter. Kostümierte Tiere sind daher beim Rosenmontagszug immer wieder zu beobachten. Der Deutsche Tierschutzbund rät Tierfreunden, ihren Lieblingen den Rummel zur Karnevalszeit zu ersparen. Tiere sollten weder verkleidet noch zu Umzügen mitgenommen werden. Auch ist das Mitziehen von Pferden und anderen Tieren aus Sicht des Tierschutzes sehr bedenklich. Wer beim Verkleiden nicht auf Karnevalsschminke verzichten will, sollte darauf achten nur Schminke von Herstellern aus der Kosmetik-Positivliste zu verwenden. Mit diesen Tipps kann Fastnacht ganz ohne Tierleid gefeiert werden.

Sie sind in diesem Jahr wieder groß in Mode: Fastnachtskostüme für Vierbeiner. Vor allem das Angebot an Hundekostümen stieg in den letzen Jahren enorm an. Dabei wird vergessen, dass diese Verkleidungen nicht tiergerecht sind. Sie verwirren die Tiere und schränken zudem ihre Bewegungsfreiheit ein. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt ganz auf diesen Trend zu verzichten. Auch sollten keine Vierbeiner zu Umzügen oder Sitzungen mitgenommnen werden. Menschenansammlungen machen vielen Hunden Angst und bedeuten puren Stress. Darüber hinaus stellen Wurfgeschosse, herumliegende Glassplitter etc. erhebliche Gefahrenquellen dar.

Noch immer werden zahlreiche Pferde unter extremen Gefahren und hohem Stress bei Karnevalsumzügen eingesetzt. Die Pferde werden gezwungen, oft stundenlang auf Asphalt zu gehen. In unnatürlichem Tempo sowie bei lauter Musik und Gegröle werden die Tiere körperlich und nervlich extrem strapaziert. Zudem besteht für den Menschen eine nicht zu unterschätzende Gefahr: Das Risiko, dass Pferde nervös werden und auf den oft engen Wegen die Jecken am Straßenrand verletzen, ist hoch. Grundsätzlich haben Tiere in einem Karnevalsumzug nichts verloren.

Polizei beschlagnahmt 92 geschmuggelte Rassewelpen

Die Polizei Nürnberg hat 92 verwahrloste Rassewelpen in einem Lastwagen entdeckt und beschlagnahmt. Ohne Futter und Wasser waren die jungen Hunde in winzige Transportboxen gepfercht. Aus Osteuropa eingeschmuggelt, sollten sie mit zum Teil gefälschten Papieren in die Niederlande transportiert werden.

Die Welpen werden nun im Nürnberger Tierheim versorgt. Viel zu jung und krank, schweben einige noch immer in Lebensgefahr. Unterstützt von der Bundestierärztekammer, engagiert sich die international tätige Tierschutzorganisation VIER PFOTEN mit einer Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel. Zu Schnäppchenpreisen und unter falschen Angaben werden unzählige der Hunde auch in Deutschland angeboten. Doch viele der Welpen, meistens ungeimpft und todkrank, sterben bereits kurz nach dem Kauf. Überleben sie, kann der Besitzer mit hohen Tierarztkosten rechnen. Außerdem führt die allzu frühe Trennung von der Mutter und den Geschwistern bei den sozialen Tieren oft ein Leben lang zu schweren Verhaltensstörungen und Aggressionen.

Bitte kaufen Sie keine Hunde über das Internet oder über kostenlose Anzeigen,“ warnt Kampagnenleiterin Birgitt Thiesmann von VIER PFOTEN. Eine Vielzahl der dort angebotenen Welpen kommt aus Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien. Die EU-Osterweiterung macht es den Schieberbanden leicht und erschwert die Kontrollen an den Grenzen. „Nur eine sinkende Nachfrage kann das Leid der Welpen beenden“, erklärt Thiesmann.

Kältewelle: Tipps für den richtigen Umgang mit Tieren – Tierheime benötigen Hilfe

Das Fell reicht als natürlicher Wärmeschutz bei Hunden aus, darauf weist der Deutsche Tierschutzbund hin. „Winterbekleidung“ für gesunde Tiere ist unnötig und nicht artgerecht. Allenfalls kranke oder ältere Hunde benötigen eventuell einen tiergerechten Kälteschutz. Kleintiere, wie Kaninchen oder Meerschweinchen, die ganzjährig im Freien gehalten werden, benötigen einen trockenen und gut isolierten Rückzugsort. Hilfe benötigen die Tierheime bei einem Kälteeinbruch: Aufgrund der frostigen Temperaturen benötigen die Vierbeiner mehrere und wärmere Decken, um sich in den Außen- aber auch in den beheizten Innenbereichen im Körbchen mit Decken vor der Kälte ausreichend schützen zu können. Auch Tipps für Weidetiere hält der Verband bereit.

Bei sehr niedrigen Temperaturen sollten Hunde lieber mehrmals täglich kurz ausgeführt werden. Vor allem mit kurzhaarigen, alten und kranken Hunden ist bei klirrender Kälte und beißendem Wind auf ausgedehnte Spaziergänge zu verzichten. Auf jeden Fall sollte der Spaziergang aber abgebrochen werden, wenn der Hund zu zittern anfängt. In Verbindung mit Nässe setzt auch Hunden die Kälte verstärkt zu. Für viele Hunde ist der Schnee eine „kulinarische“ Verlockung. Dennoch ist Vorsicht geboten: Die Kälte und die möglicherweise im Schnee enthaltenen Erreger, Schadstoffe oder Streusalz können zu Erbrechen, Durchfällen bis hin zu Magen- und Darmentzündungen führen. Nach dem Spaziergang sollten die Hunde sorgfältig abgetrocknet und vor Zugluft geschützt werden. Die Pfoten sollten nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser abgespült werden, wenn sie in Kontakt mit Streusalz gekommen sind. Um die Sicherheit des Hundes in der dunklen Jahreszeit zu gewährleisten, sollten Hundehalter ein Leuchthalsband oder Blinklichter an Halsband oder Brustgeschirr anbringen, sodass die Tiere auch schon aus großer Entfernung von Auto- und Radfahrern gesehen werden können.

Kleintiere, wie Kaninchen oder Meerschweinchen, die ganzjährig im Freien gehalten werden, benötigen einen trockenen und gut isolierten Rückzugsort, darauf weist der Deutsche Tierschutzbund hin. Bei extremen Temperaturen sollte der Zugang zum Freien auch mal für ein paar Tage geschlossen werden, kleine elektrische Heizungen können darüber hinaus ebenfalls helfen.

Messe „Jagd und Hund“: Tiere Töten als Freizeitspaß

Die am 31.01.2012 in Dortmund begonnene Messe „Jagd und Hund“ gibt sich nüchtern als Einkaufs- und Erlebnisparadies für Tier- und Naturfreunde. Dabei geht es in erster Linie um das Töten von Tieren, kritisiert der Deutsche Tierschutzbund. Jagdreisen ermöglichen den Abschuss von Tieren weltweit. Vom Braunbären in Sibirien bis zum Löwen in Südafrika ist alles dabei: Jagdtrophäen ohne ökologischen Sinn. Tierquälerische Greifvögelschauen bespaßen die Messebesucher. Der Deutsche Tierschutzbund erneuert anlässlich der Messe zudem seine Forderung nach einer grundlegenden Novellierung des deutschen Jagdrechts.

Jährlich sterben beim „Volkssport Jagd“ mehr als fünf Millionen Wildtiere in Deutschland, obwohl es für den Abschuss der meisten jagdbaren Tierarten keinerlei ökologische Notwendigkeit gibt. Einzelne Jagdpraktiken, z.B. die Jagdhundeausbildung an lebenden Enten oder tierschutzwidrige Jagdmethoden wie die Fallenjagd und die Verwendung von Bleischrot, müssen ebenso verboten werden wie der Abschuss Tausender Haustiere, fordert der Deutsche Tierschutzbund

Abschuss geschützter Arten zum Sparpreis

Jagdreisen stehen auch bei deutschen Jägern noch hoch im Kurs. Daher bieten auf der Messe zahlreiche Anbieter Jagden auf streng geschützte Arten an – und das weltweit. Ein Schnäppchen ist der Pavianabschuss in Südafrika für nur 50 Euro. Doch auch exklusive Abschüsse von Nashörnern oder Elefanten für einige Tausend Euro sind möglich. Und sogar für den stark gefährdeten Eisbären ist eine Tötungslizenz zu haben. Dass sich gerade die deutsche Jägerschaft dennoch gerne als Naturliebhaber und Artenschützer inszeniert, erscheint angesichts solcher Praktiken beinahe zynisch.

Tierquälerische Greifvögelschauen

Bei den auf der Messe gezeigten Greifvogel-Vorführungen bleibt den Besuchern in der Regel meist verborgen, welche Tierschutzprobleme mit der Haltung und Ausbildung der Vögel verbunden sind. Für Freiflugveranstaltungen sind nur an den Menschen gewöhnte Tiere verwendbar. Deshalb werden die Greifvögel zunächst durch einen gezielt herbeigeführten Hungerzustand abgerichtet. In Falknereien müssen die Tiere die meiste Zeit des Tages festgebunden auf einer Stange verbringen. Die Bewegungsmöglichkeiten der Tiere werden auf ein Minimum beschränkt. Verletzungen und Erkrankungen der Füße durch die Anbindehaltung sind nicht auszuschließen. Nur wenige Tiere bekommen überhaupt die Möglichkeit am Tag zumindest einmal für kurze Zeit ihrem Bewegungsbedürfnis nachzukommen.