Archiv für den Monat: Januar 2012

Traurige Bilanz: Im Januar mehr Tiere in den Tierheimen

Auch in den ersten Wochen des neuen Jahres hatten die ohnehin am Rande ihrer Belastbarkeit stehenden Tierheime mit einer erhöhten Tieraufnahme zu kämpfen. Was als niedliche Überraschung unter dem Weihnachtsbaum begann, endete wieder einmal – trotz ständiger Warnungen des Deutschen Tierschutzbundes – häufig im Tierheim. Nach der anfänglichen Euphorie über das neue Haustier in der Ferienzeit nach Weihnachten, schwenkt die Stimmung im Alltag häufig in Desinteresse um. Die oft spontan und unüberlegt verschenkten Tiere beanspruchen Zeit, Geld und Verantwortung. Oft heißt die Lösung dann Abgeben oder gar, feige und gesetzeswidrig, Aussetzen. Die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen über 500 Tierheime brauchen deshalb gerade jetzt Unterstützung.

Wer über ein Tier nachdenkt, muss sich ausgiebig informieren und die eigene Lebensplanung auf das neue Familienmitglied abstimmen, rät der Deutsche Tierschutzbund. „Trotz aller Erfolge, die wir in der Beratung vor einer Aufnahme eines Tieres in die Familie haben, es gibt immer wieder Menschen, die ohne notwendige gründliche Beratung ein Tier anschaffen“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und appelliert: „Wer sich jetzt überlegt, ein Tier aufzunehmen, sollte zuerst ins örtliche Tierheim gehen und sich erkundigen. Da warten viele Mitgeschöpfe auf ein gutes, neues Zuhause.“ Zudem sind die Tierheime auf Spenden oder ehrenamtliche Unterstützung gerade jetzt angewiesen, darauf weist Schröder hin.

Meerschweinchen im Tierheim Dormagen, Kaninchen und Hunde im Tierheim Berlin oder Katzen im Tierheim Niederlinxweiler. Die Tierschützer gehen von einer hohen Dunkelziffer ausgesetzter Tiere aus. Das Aussetzen von Tieren ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Gemäß Tierschutzgesetz kann dafür eine Strafe bis zu 25.000 Euro verhängt werden. Kommt das Tier dabei zu Schaden und wurde das bewusst in Kauf genommen, kann sogar eine Straftat vorliegen. Das „Aussetzen“ lässt sich oft nicht beweisen, insbesondere Tiere, die nicht gekennzeichnet und registriert sind, lassen sich nicht eindeutig einem Tierhalter zuordnen, wenn sie aufgefunden werden. Daher setzt sich der Deutsche Tierschutzbund für eine bundesweite Kennzeichnungs- und Registrierpflicht ein.

Neues Spendertier-Programm rettet Tierleben – Bundesverband ruft zum Mitwirken auf

Ein verstorbenes Haustier kann Leben retten – wenn der Besitzer es nach seinem Tod für das Studium angehender Biologen und Tierärzte zur Verfügung stellt. Hierfür hat der Bundesverband Menschen für Tierrechte jetzt einen Leitfaden erstellt.

Bislang werden meist gesunde Tiere, wie Hunde, Katzen und Nagetiere, extra getötet, um deren Anatomie sowie chirurgische Techniken zu lernen. Das will der Bundesverband beenden und ruft zur Umsetzung eines Spendertier-Programmes auf. In den USA, Niederlanden und Australien haben sich solche Programme, die mit der menschlichen Körperspende vergleichbar sind, bewährt.

„Mit dem Spendertier-Programm können Institute der Biologie und Veterinärmedizin Qualität und Inhalte der Lehre gewährleisten und gleichzeitig unnötiges Töten verhindern. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur ethisch einwandfreien Ausbildung junger Menschen“, so Dr. Astrid Schmidt, Leiterin des Bundesverbands-Projektes ‘SATIS – für humane Ausbildung‘, „Denn die Zahl der Tiere, die für Ausbildungszwecke getötet werden, ist groß und viele Studenten leiden unter dem quälenden Gewissenskonflikt. Eine Verweigerung nötigt meist zum Studienabbruch.“

Erste Institute in Deutschland nutzen bereits die Möglichkeit, tote Tiere aus Tierkliniken und Kleintierpraxen zu beziehen. Die Universitäten können so Kosten einsparen und die nötige Logistik relativ leicht durchführen. Auch für Tierhalter kann die Tierkörperspende bedeutungsvoll sein: Erfahrungen zeigen, dass sie dem Tod des geliebten Tieres noch einen Sinn geben und die Trauer mindern kann.

Um das Spendertier-Programm breitflächig zu etablieren, braucht es Viele, die mitmachen. „Jeder sollte hier aktiv werden, insbesondere lokal tätige Tierschützer, Studenten und Tierärzte. Auf einfachem Weg können so jährlich Tausende Tierleben gerettet werden“, so Schmidt. Alle nötigen Informationen, von der Kontaktaufnahme zu Tierarztpraxen, über die Körperspende bis hin zur Organisation in der Universität werden in einem ausführlichen Leitfaden dargestellt. Der Bundesverband stellt alle nötigen Informationen online auf seiner Projektseite ‘SATIS – für humane Ausbildung‘ zur Verfügung.

Informationen Spendertier-Programm: www.satis-tierrechte.de/alternativen/

Passivrauchen gefährdet Heimtiere

Vielfach wird in den Medien auf die Gefahr des Passivrauchens insbesondere bei Kindern hingewiesen. Doch auch für Heimtiere ist der blaue Dunst höchst gesundheitsschädlich. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN appelliert an die Verantwortung der Besitzer.

„Bei einer einzigen Zigarette entweichen mehr als zwei Liter Rauch. Lediglich ein Viertel wird vom Menschen aktiv eingeatmet, der Rest geht in die Luft über und kann so von unseren Schützlingen eingeatmet werden“, erklärt Heimtierexpertin Birgitt Thiesmann von VIER PFOTEN. Beim Rauchen von nur einer Zigarette werden durchschnittlich 1.650 Mikrogramm Nikotin und 12 Mikrogramm Teer freigesetzt. Die Tiere können durch die Genussgifte ähnliche Erkrankungen wie Menschen bekommen. Das Rauchen in geschlossenen Räumen erhöht die Gefahr dabei um ein Vielfaches. Die Beschwerden beginnen mit Keuchen, tränenden Augen und einem geschwächtem Immunsystem. Schlimmstenfalls steigern sie sich über eine Bronchitis bis hin zu Lungentumoren und/oder Nasen-bzw. Nasennebenhöhlenkrebs.

Bei Katzen in Raucherhaushalten ist festgestellt worden, dass sie doppelt so häufig an Lymphomen erkranken, wie Katzen aus Nichtraucherhaushalten. „Katzen sind durch ihre Fellpflege besonders gefährdet, da sie Rauchpartikel auch oral aufnehmen“, warnt Thiesmann. Die Samtpfoten erkranken auch häufig an Mundkrebs. Bei Hunden sind besonders die Rassen mit kurzen bis mittellangen Nasen betroffen. Bei ihnen wurden vermehrt Nasen- und Lungenkrebs diagnostiziert. Bei den Kleintieren verhält es sich ähnlich. Thiesmann: „Man vergleiche nur das Lungenvolumen eines Hamsters oder einer Rennmaus mit dem eines Menschen! Selbstverständlich wirkt sich bei diesen kleinen Tieren eine einzige Zigarette um ein Vielfaches schlimmer aus als beim Menschen.“ Vögel leiden ebenfalls in Raucherhaushalten unter Atemwegserkrankungen. Sie sterben oftmals an Lungenkrebs. „Daher unser Appell an alle tierlieben Raucher: Nehmen Sie bitte Rücksicht auf ihre Schützlinge – sie werden es Ihnen mit einem längerem und gesunderem Leben danken!“

VIER PFOTEN warnt vor Welpenkauf bei Zoo Zajac

Norbert Zajac, Betreiber des nach eigenen Angaben weltgrößten Zoofachhandels in Duisburg, startet nun entgegen aller Proteste den Verkauf von Hundewelpen. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN befürchtet den tierschutzwidrigen Handel zu Lasten der Tiere und bittet eindringlich, vom Erwerb dieser Hunde abzusehen.

Hunde und Katzen gehören nicht in den Zoofachhandel. An dieses ungeschriebene Gesetz halten sich alle Mitglieder des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF). Norbert Zajac, 2010 zum Unternehmer des Jahres gekürt, kümmert dies nicht. Er steigt in den offiziellen Welpenhandel ein.

VIER PFOTEN befürchtet nicht nur, dass andere Zoofachhandlungen nachziehen könnten und dass viele Hunde – spontan gekauft – letztlich im Tierheim enden, sondern wirft auch die Frage auf, woher diese Welpen überhaupt stammen sollen. Presseberichten zu Folge will Norbert Zajac nur Welpen ankaufen, die in Deutschland zu viel „produziert“ würden. Recherchen von VIER PFOTEN zeigen jedoch, dass unzählige Hundebabys aus den osteuropäischen Ländern nach Deutschland geschmuggelt werden. Die Tiere werden viel zu früh ihren Müttern entrissen und müssen unglaubliche Qualen bei der Aufzucht und den Transporten erleiden. Diese jungen Hunde sind in der Regel nicht geimpft, oft todkrank und seelisch gestört. Die Tierschutzorganisation sieht den Welpenhandel bei Zoo Zajac aber auch dann kritisch, sollte Norbert Zajac „nur“ mit regionalen Hundehändlern Geschäfte machen.

Birgitt Thiesmann, Leiterin der VIER PFOTEN-Kampagne gegen den unseriösen Hundehandel, sagt hierzu: „Gerade in der Sozialisierungs- und Prägungsphase brauchen die Tiere ein stabiles und ruhiges Umfeld mit festen Bezugspersonen. In einer Zoofachhandlung sind diese Bedingungen nicht gegeben. Die Folgen können für Hund und Herrchen zum Martyrium werden.“ Aber auch die prekäre Lage der deutschen Tierheime sollte jeden mitfühlenden Menschen davon abhalten, einen Welpen bei Zoo Zajac zu kaufen. „Die Tierheime platzen aus allen Nähten, da sie ständig Nachschub an Hunden, die keiner will, erhalten. Zoo Zajac handelt in unseren Augen damit ganz klar gegen den Tierschutz“, so Thiesmann weiter.

Prof. Dr. Theodor Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer, bestätigt diese Erfahrungen und rät ebenfalls von Welpenkäufen ab: „Statt Hunde über das Internet oder im Einzelhandel zu erwerben, sollte sich der zukünftige Hundebesitzer an seriöse Züchter wenden, wo er die Welpen zusammen mit dem dazugehörigen Muttertier besichtigen kann oder sich auf den Weg ins Tierheim machen, von denen die meisten schon jetzt überfüllt sind.“

Tierisch abnehmen: Mit dem Hund dem Weihnachtsspeck zu Leibe rücken

Bei Wind und Wetter raus in die Natur und joggen, walken oder einfach nur zügig spazieren gehen? Mit regelmäßiger Bewegung können Hundebesitzer oder Hundesitter ihren über die Weihnachtstage angesammelten Pfunden auf angenehme Weise entgegenwirken. Und nicht nur für Herrchen und Frauchen sind die täglichen Ausflüge gesund, auch die Vierbeiner können nach ein paar faulen Weihnachtstagen endlich wieder in Schwung kommen.

Wer einen mittleren bis großen Hund hat, macht seinem Vierbeiner eine große Freude, wenn er mit ihm schnell geht oder sogar joggt, ein solch zügiges Tempo entspricht eher seinem natürlichen Lauftempo.

Wer mit dem Training erst beginnt, kann seinen Hund natürlich auch durch Stöckchen werfen auspowern, möglichst erst nach einem ausgedehnten Spaziergang, damit auch Herrchens Kalorienverbrauch steigt.
Bei älteren oder übergewichtigen Hunden ist es ratsam, vor Beginn des Trainings einen Tierarzt aufzusuchen. Er kann die Belastbarkeit des Vierbeiners feststellen.

Ist der Entschluss zum täglichen Training gefasst, bereichern folgende Punkte das Bewegungsprogramm:

• Um zu erkennen, welches Tempo für den Hund das richtige ist, lässt man den Vierbeiner am besten regelmäßig ohne Leine laufen. Dadurch findet er sein eigenes Tempo und Hund und Herrchen können sich einander anpassen.

• Beim täglichen Joggen oder zügigen Walken wird ein Brustgeschirr mit langer Leine für den Hund empfohlen. So können Herrchen oder Frauchen sich die Leine um den Bauch knoten und haben die Arme frei.

• Immer wieder zwischendurch kleine Spiele anbieten: Stöckchen werfen oder über Baumstämme hüpfen lockert das Training auf und macht beiden Spaß.

• Zu Beginn des Trainings ist es ratsam, zwei- bis dreimal die Woche eine halbe Stunde Bewegung mit abwechselnden Trab- und Schrittintervallen zu realisieren. Die täglichen Ausflüge aber nicht kürzer werden lassen.

• Besonders wichtig: Den Hund immer wieder loben, wenn das Training mit ihm gut klappt. Das motiviert auch den untrainiertesten Hund.

Weitere Infos rund um Bewegung und Sport mit Hund gibt es auch online unter http://www.ivh-online.de/. IVH