Infos

Sie befinden sich aktuell in den Blog von Hundeurlaub Hundestrand - Hunde Blog - Hundeblog - Hundeseiten Blog-Archiven für den folgenden Tag 12.10.2011.

Calendar
Oktober 2011
M D M D F S S
« Mai   Nov »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

Archive für 12.10.2011

Welttierschutztag: Deutscher Tierschutzbund fordert neues Tierschutzgesetz

Der Deutsche Tierschutzbund und die ihm angeschlossenen über 700 Mitgliedsvereine forderten zum Welttierschutztag ein neues Tierschutzgesetz. „Für ein neues Tierschutzgesetz” heißt die dazugehörige Kampagne. Der Tierschutz steht seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz. Trotzdem hat sich an der realen Situation der Tiere wenig geändert. Die vorhandene Gesetzgebung muss daher dringend angepasst werden.

„Anders als es das Staatsziel erfordert, ist das Tierschutzgesetz in Wahrheit noch immer ein Tier-Nutz-Gesetz. Das kann nur eine Konsequenz haben: Wir brauchen ein neues Gesetz, wie es von der Bevölkerung unterstützt wird und das die Tiere auch wirklich schützt”, fordert Thomas Schröder, der am Wochenende zum neuen Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes gewählt wurde. Tiere werden in der Landwirtschaft für die Intensivhaltungssysteme „zurechtgestutzt”: Hühnern werden die Schnäbel abgeschnitten, Ferkel ohne Betäubung kastriert, Rinder unter Schmerzen enthornt. Alles tierschutzwidrige Handlungen, durch das derzeitige Tierschutzgesetz gedeckt. Auch deshalb fordert der Verband das Tierschutz-Klagerecht für anerkannte, seriöse Tierschutzorganisationen. Dieses Instrument ermöglicht einen besseren Vollzug des Tierschutzgesetzes.

Über 2,8 Millionen Tiere werden in Tierversuchen „verbraucht”, ohne dass es zwingende Vorschriften gibt, nach Alternativen ohne Tierversuche zu forschen. Den Heimtierschutz hat der Gesetzgeber bislang kaum konkretisiert: Der qualvolle Heißbrand von Pferden ist in Deutschland noch immer zulässig. Immer noch können private Hinterhofzüchter Hündinnen als Gebärmaschinen missbrauchen. Lösungskonzepte, um der Problematik der Sammelwut, dem sogenannten Animal Hoarding, zu begegnen, fehlen bis heute. Eine verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen fehlt, um u. a. dem Aussetzen von Tieren vorzubeugen und entlaufene Tiere besser wiederfinden zu können. Exotische Tiere werden in Wohnzimmern und Vorgärten gehalten und leiden unter nicht artgerechter Haltung, Wildtiere leiden in der Zirkusmanege. “Unsere bittere Quintessenz: das derzeitige Tierschutzgesetz ist grausam und einer ethisch verantwortlichen Gesellschaft unwürdig”, so Schröder.

Des Weiteren fordert der Verband, dass die Kostenerstattung für die Versorgung von Fundtieren und herrenlosen Tieren in den Tierheimen verbindlich geregelt und die finanzielle Ausstattung des karitativen Tierschutzes als Bundesaufgabe im Tierschutzgesetz festgeschrieben wird. Darüber hinaus ist aber eine finanzielle Soforthilfe für die Tierheime nötig. „Die Tierheime übernehmen immer mehr staatliche Aufgaben, ohne kostendeckende Erstattung. Die Kommunen nehmen jährlich über 250 Mio. EUR aus der Hundesteuer ein. Davon benötigen wir 20 Prozent als Rettungsschirm für Tierheime”, fordert Wolfgang Apel, der am Wochenende zum Ehrenpräsidenten des Deutschen Tierschutzbundes ernannt wurde.

|