Archiv für den Monat: Oktober 2011

Welttierschutztag: Deutscher Tierschutzbund fordert neues Tierschutzgesetz

Der Deutsche Tierschutzbund und die ihm angeschlossenen über 700 Mitgliedsvereine forderten zum Welttierschutztag ein neues Tierschutzgesetz. „Für ein neues Tierschutzgesetz“ heißt die dazugehörige Kampagne. Der Tierschutz steht seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz. Trotzdem hat sich an der realen Situation der Tiere wenig geändert. Die vorhandene Gesetzgebung muss daher dringend angepasst werden.

„Anders als es das Staatsziel erfordert, ist das Tierschutzgesetz in Wahrheit noch immer ein Tier-Nutz-Gesetz. Das kann nur eine Konsequenz haben: Wir brauchen ein neues Gesetz, wie es von der Bevölkerung unterstützt wird und das die Tiere auch wirklich schützt“, fordert Thomas Schröder, der am Wochenende zum neuen Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes gewählt wurde. Tiere werden in der Landwirtschaft für die Intensivhaltungssysteme „zurechtgestutzt“: Hühnern werden die Schnäbel abgeschnitten, Ferkel ohne Betäubung kastriert, Rinder unter Schmerzen enthornt. Alles tierschutzwidrige Handlungen, durch das derzeitige Tierschutzgesetz gedeckt. Auch deshalb fordert der Verband das Tierschutz-Klagerecht für anerkannte, seriöse Tierschutzorganisationen. Dieses Instrument ermöglicht einen besseren Vollzug des Tierschutzgesetzes.

Über 2,8 Millionen Tiere werden in Tierversuchen „verbraucht“, ohne dass es zwingende Vorschriften gibt, nach Alternativen ohne Tierversuche zu forschen. Den Heimtierschutz hat der Gesetzgeber bislang kaum konkretisiert: Der qualvolle Heißbrand von Pferden ist in Deutschland noch immer zulässig. Immer noch können private Hinterhofzüchter Hündinnen als Gebärmaschinen missbrauchen. Lösungskonzepte, um der Problematik der Sammelwut, dem sogenannten Animal Hoarding, zu begegnen, fehlen bis heute. Eine verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen fehlt, um u. a. dem Aussetzen von Tieren vorzubeugen und entlaufene Tiere besser wiederfinden zu können. Exotische Tiere werden in Wohnzimmern und Vorgärten gehalten und leiden unter nicht artgerechter Haltung, Wildtiere leiden in der Zirkusmanege. „Unsere bittere Quintessenz: das derzeitige Tierschutzgesetz ist grausam und einer ethisch verantwortlichen Gesellschaft unwürdig“, so Schröder.

Des Weiteren fordert der Verband, dass die Kostenerstattung für die Versorgung von Fundtieren und herrenlosen Tieren in den Tierheimen verbindlich geregelt und die finanzielle Ausstattung des karitativen Tierschutzes als Bundesaufgabe im Tierschutzgesetz festgeschrieben wird. Darüber hinaus ist aber eine finanzielle Soforthilfe für die Tierheime nötig. „Die Tierheime übernehmen immer mehr staatliche Aufgaben, ohne kostendeckende Erstattung. Die Kommunen nehmen jährlich über 250 Mio. EUR aus der Hundesteuer ein. Davon benötigen wir 20 Prozent als Rettungsschirm für Tierheime“, fordert Wolfgang Apel, der am Wochenende zum Ehrenpräsidenten des Deutschen Tierschutzbundes ernannt wurde.

Die Internet-Communities dogSpot und catSpot suchen Deutschlands schönste Hunde und Katzen – für den Tierschutzkalender 2012. Der Verkaufserlös geht als Spende an die Tierschutzorganisation TASSO e.V.

Karlsruhe/Hattersheim, 05.10.2011 (profact) – Noch bis zum 13. Oktober können Hunde- und Katzenfans tolle Fotos ihres Vierbeiners bei dogSpot beziehungsweise catSpot hochladen. Die Mitglieder der Communities nominieren anschließend die schönsten Kalendermotive. Anfang November schließlich wählt eine fachkundige Jury jene Fotos aus, die jeweils einen Monat lang im Tierschutzkalender 2012 zu sehen sein werden.

„Die Erlöse des Verkaufs kommen direkt unserer Tierschutzarbeit zugute“, freut sich Philip McCreight von TASSO. „Jeder Hunde- oder Katzenbesitzer sollte deshalb zur Kamera greifen, seinen Liebling fotografieren und die Bilder hochladen.“

Weitere Informationen zum Tierschutzkalender 2012 sind unter www.dogspot.de/tierschutzkalender und www.catspot.de/tierschutzkalender zu finden.

Vorbildlicher Tierschutz im In- und Ausland wurde mit insgesamt 16.000 Euro honoriert

Hattersheim, 05.10.2011 (profact) – Zum vierten Mal hat TASSO den Tierschutzpreis „Die Goldene Pfote“ vergeben, ausgezeichnet wurden vorbildliche Projekte im In- und Ausland.

Der mit 5000 Euro dotierte 1. Preis in der Kategorie „International“ ging an „Perros en Puerto A.C.“. Der Verein betreut in Mexiko ausgehungerte und kranke Straßenhunde. Unter den nationalen Preisträgern konnte die Initiative „Starke Handicap Pfoten“ die meisten Jurystimmen auf sich vereinen. Die engagierten Tierschützer aus dem niedersächsischen Bohlsen ermöglichen Hunden mit Handicap über ein spezielles Training neue Lebensfreude. TASSO belohnte die Initiative ebenfalls mit 5000 Euro.

Mit seinem Engagement für bulgarische Straßenhunden eroberte der Verein „Deutsch-Bulgarische Straßentier-Nothilfe“ aus dem hessischen Homberg den 2. Platz im internationalen Bereich. In der nationalen Endausscheidung belegte die „Stiftung Hof Butenland“ aus Butjadingen in Niedersachsen den gleichen Rang. Die Tierschützer von der Nordseeküste widmen sich in erster Linie alten Milchkühen, denen sie in einem „Kuh-Altersheim“ noch viele schöne Jahre ermöglichen. Beide Preisträger erhielten 2000 Euro als Unterstützung für ihre laufenden Projekte. Die dritten Plätze gingen an „Cani F.A.I.R.“ aus Ungarn (Rettung und Unterbringung von Straßenhunden) und das „Tierheim Herzsprung“ aus Brandenburg, dessen Mitarbeiter vollkommen ehrenamtlich arbeiten und das sich in erster Linie um alte, kranke und verhaltensauffällige Tiere kümmert. Das Preisgeld betrug jeweils 1000 Euro.

Über 100 Vereine und Privatpersonen hatten sich für die diesjährige „Goldene Pfote“ beworben, 24 von ihnen kamen in die Endauswahl. Die Bewertung der eingereichten Wettbewerbsformulare übernahm eine Experten-Jury. Ort der Preisverleihung war wie auch in den Vorjahren das Tierschutzzentrum Pfullingen des Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt). Als Schirmherrin konnte die Künstlerin Dunja Rajter gewonnen werden.

ZZF lehnt Hundeverkauf im Zoofachhandel ab

Wiesbaden – Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) lehnt den Verkauf von Hunden im Zoofachhandel ab. In den „Heidelberger Beschlüssen“ haben sich die ZZF-Mitglieder bereits vor sechs Jahren verpflichtet, keine Hunde im Zoofachhandel zu präsentieren (Vermittlung und vermittelnder Verkauf sind erlaubt). In den Heidelberger Beschlüssen wird die vermittelnde Zusammenarbeit mit Tierheimen und Züchtern ausdrücklich empfohlen.

Die grundsätzliche Position des ZZF ergibt sich aus folgenden Überlegungen:
Bei Welpen stellt die Prägungsphase außerordentlich hohe Anforderungen an die Bezugspersonen und Umgebung der Tiere. Diese Anforderungen sind gegenwärtig im Zoofachhandel nur sehr schwer zu erfüllen. Der Zoofachhandel stellt für den Hund eine Art „Zwischenrudel“ mit wechselndem Pflegepersonal und mit nur kurzfristig miteinander vergesellschafteten Artgenossen dar. Fachleute befürchten deshalb erhebliche Sozialisierungsprobleme mit allen sich daraus zunächst für die Halter und dann insbesondere für den jeweiligen Hund ergebenden negativen Konsequenzen: Sozialisierungsschwierigkeiten sind eine der häufigsten Ursachen für die Abgabe von Hunden in Tierheimen.

Das zweite Problem stellt die Herkunft der im Zoofachhandel anzubietenden Hunde dar. Die in Verbänden organisierten Hundezüchter haben entschieden, keine Hunde über den Zoofachhandel zu verkaufen. Einzelne Zoofachhändler mögen dieses Problem auf regionaler Ebene lösen können, weil sie über Kontakte zu Züchtern verfügen, die nicht in den Züchterverbänden Mitglied sind. Sollte der Hund bundesweit Bestandteil des üblichen Lebendtiersortiments werden, befürchtet der ZZF, dass im Zoofachhandel viele Welpen aus unter Tierschutzaspekten fragwürdigen Quellen (Massenzuchten) angeboten würden. Darüber hinaus steht zu befürchten, dass die tierseuchenrechtlichen Bestimmungen, deren Einhaltung insbesondere für die Gesundheit der bereits vorhandenen Hunde von Bedeutung ist, missachtet oder umgangen würden.

Die Heidelberger Beschlüsse für den Tierschutz im Zoofachhandel finden Sie hier

Tierkrankenversicherung: Tierisch teuer

Eine Krankenvollversicherung fürs Haustier kann ins Geld gehen: Für einen älteren Hund kostet sie je nach Anbieter schnell über 400 Euro im Jahr. Preisvergleiche lohnen, betonen die Experten der Zeitschrift Finanztest, die für die aktuelle Ausgabe zwölf Tarife verglichen haben.

Mindestens 234 Euro kostet die Krankenvollversicherung für einen jungen Hund bei der Axa Assistance – teurere Anbieter verlangen fast das Doppelte. Katzen werden zu einem geringeren Beitrag versichert. Ab 129 Euro kostet der Krankenschutz hier. Je nach Rasse, Alter und Art der Haltung klettert der Preis. Manche Versicherer lehnen einzelne Rassen ganz ab, andere wollen keine Tiere, die älter sind als sieben Jahre.

Trotz Krankenvollversicherung sind Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen oft nicht oder nur teilweise eingeschlossen. Generell sollten Tierhalter daher abwägen, ob es nicht sinnvoller ist, für Behandlungen zu sparen. Günstiger als eine Krankenvollversicherung ist eine OP-Kostenversicherung, die aber nur Operationskosten abdeckt. Für Hunde kostet sie ab 131 Euro pro Jahr (Axa Assistance), bei Katzen macht die Helvetia für 100 Euro das günstigste Angebot.

Viel wichtiger als eine Krankenversicherung für das Tier ist für Hundebesitzer eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung, so die Tester. Sie zahlt, wenn der Hund einen Schaden anrichtet. Für Halter von Katzen genügt eine Privathaftpflichtversicherung.

Der ausführliche Test Tierkrankenversicherung ist online unter www.test.de veröffentlicht.