Archiv für den Monat: Februar 2010

Wolf kehrt zurück nach Bayern

In Oberbayern hält sich laut Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbund bereits seit Dezember ein frei lebender Wolf auf. Dies wurde nun auch vom bayerischen Umweltministerium offiziell bestätigt. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt die Rückkehr des Wolfs ganz ausdrücklich und ruft gleichzeitig zu einem besonnenen Umgang mit dem Tier auf.

Das bayerische Umweltministerium hat Meldungen bestätigt, wonach sich im Großraum Brannenburg am Wendelstein in Oberbayern ein Wolf aufhält. Anhand von Bissspuren an einem getöteten Stück Rotwild konnte dies zweifelsfrei nachgewiesen werden. Den letzten Nachweis gab es offenbar Ende Januar. Nutztiere seien bisher nicht gerissen worden. Es wird vermutet, dass es sich um ein aus dem Alpenraum zugewandertes Einzeltier handelt.

„Wir freuen uns über die Rückkehr des Wolf nach Bayern“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Nun muss alles getan werden, um das Tier vor störenden Einflüssen von außen zu bewahren. Die Bevölkerung muss darüber aufgeklärt werden, dass von einem Wolf keine Gefahr ausgeht. Keinesfalls darf Panikmache zu einem zweiten „Fall Bruno“ führen“, so Apel, der in diesem Zusammenhang an den Abschuss des Braunbären Bruno vor wenigen Jahren erinnert. Gefahr bestehe weniger für die Bevölkerung als für das Tier selbst, sei es durch den Straßenverkehr oder illegalen Abschuss durch Jäger.

Frei lebende Wölfe sind nach Angaben des Verbands sehr scheue und misstrauische Tiere, die Menschen aus dem Weg gehen. Es sei allerdings möglich, dass vereinzelt Nutztiere gerissen werden. Betroffene Bauern sollten in einem solchen Falle angemessen entschädigt werden. Für den Umgang mit den streng geschützten Wölfen existiere in Bayern sogar ein Managementplan. In Deutschland gibt es derzeit mit Sachsen und Brandenburg nur zwei Bundesländer mit einem reproduzierenden Wolfsbestand. In anderen Bundesländern werden vereinzelt Wölfe gesichtet, die auf der Suche nach neuen Revieren eingewandert sind. In Bayern wurde im Jahr 2006 ein Wolf bei Starnberg überfahren.

Polizisten überfahren entlaufenden Hund. Deutscher Tierschutzbund prüft Anzeige

02.02.2010
Schleswig-Holsteinische Polizei in Rambolaune: Deutscher Tierschutzbund prüft Anzeige

Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert das Vorgehen der schleswig-holsteinischen Polizei: Weil er auf der Autobahn umherirrte, und die Beamten offenbar nicht in der Lage waren, eine angemessene Lösung zu finden, überfuhren die Polizisten einen entlaufenen Hund. Für den Verband eine klare Sache: Es gibt keine polizeirechtliche Rechtfertigung für den Einsatz, aber viele offene Fragen. Der Deutsche Tierschutzbund will die weiteren Ermittlungen abwarten, behält sich eine Anzeige wegen Verstoßes gegen Tierschutzgesetz vor.

In Hoisdorf (Kreis Stormarn), bei Hamburg wurde ein Australian Shepherd bei einem Polizeieinsatz getötet. Offenbar wurde er mit einem Dienstwagen der Landespolizei auf der Autobahn absichtlich überfahren. Das schleswig-holsteinische Landespolizeiamt hat daraufhin eine Schadenersatzforderung wegen Sachbeschädigung gegen eine Hundehalterin aus Hoisdorf geltend gemacht.

„Die Ankündigung, den Vorfall intern zu prüfen, begrüßen wir. Klar muss aber auch sein, dass das Verhalten Folgen haben muss. Die Tötung eines Tieres kann immer nur letztes Mittel sein und muss möglichst ohne weiteres Leid für das Tier und ohne weitere Gefährdungen erfolgen. Das war hier nicht der Fall“, fasst Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes, zusammen.

Für die Tierschützer ist nicht nachvollziehbar, warum das Überfahren des Hundes möglich war, nicht aber das gezielte Erschießen des Tieres. Grundsätzlich kann die Tötung eines Tiers gerechtfertigt sein um die Sicherheit von Autofahrern zu gewährleisten. Keinesfalls kann aber das gezielte Überfahren eines Tieres ein polizeirechtlich korrektes Vorgehen darstellen. Durch diesen provozierten Unfall hätten weitere Unfälle entstehen können. Zudem bestand die Gefahr, dass das Tier verletzt wird und weiter herumirrt in einem leidvollen Todeskampf. Zu prüfen ist auch, warum keine kurzfristige Sperrung der Autobahn zur Nachtzeit erfolgte.

Der Deutsche Tierschutzbund erwartet insbesondere Aufklärung, ob die Polizisten eigenständig oder auf Basis einer Dienstanweisung gehandelt haben. Dahinter steht die Frage, ob die Tötung durch Überfahren eines Hundes die „übliche Problemlösung“ ist. „Wir erwarten gemeinsam mit unserem Landesverband Schleswig-Holstein eine klare, transparente und öffentliche Aufklärung durch die Dienstvorgesetzten. Falls das nicht zufriedenstellend erfolgt, bliebe nur die Anzeige“, so Schröder.