Archiv für den Monat: November 2009

Hund und Schweinegrippe

Nach der ersten Erkrankung einer Katze an den H1N1 Virus vermehren sich die Anfragen wie man sich als Tierhalter verhalten soll.

Als erstes gilt: Kein Grund zur Panik

Auch für Haustierhalter gilt in Zeiten der Schweinegrippe: Hygiene ist das oberste Gebot beim Umgang mit den geliebten Hausgenossen. Auch nach der ersten Erkrankung einer Katze besteht kein Grund zur Panik. Allerdings sollten beim Auftreten eines Erkrankungsfalles im Familien– oder Freundeskreis auch beim Umgang mit den Haustieren einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

Da das Virus in erster Linie über Tröpfcheninfektion verbreitet wird (also beim Sprechen, Husten, Niesen) ist der beste Schutz Hygiene und Abstand. Erkrankte Tierhalter sollten also auf das Kuscheln mit ihrem Hausgenossen verzichten. Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) regelmäßiges Händewaschen. Dies gilt besonders beim Umgang mit Hunden und Katzen, die gerne die Hände ihrer Herrchen oder Frauchen lecken. Selbstverständlich sollte wie beim Umgang mit Menschen Anhusten oder Anniesen unbedingt vermieden werden.

In einem Punkt sind sich die Experten zu jetzigen Zeitpunkt einig: Haustiere können offenbar an dem Virus erkranken, das Virus jedoch wahrscheinlich nicht weitergeben. Wissenschaftler befürchteten schon vor Monaten, dass das Virus bei der Übertragung auf Tiere mutieren könnte – dann könnte es viel gefährlicher werden. Es gibt jedoch bisher keinerlei Hinweise auf eine solche Mutation.

Hunde: Obwohl bisher kein Hund erkrankt ist, sollten die obengenannten Hygienevorschriften eingehalten werden. Erkrankte Hundehalter sollten speziell klären, ob sie während der Quarantäne mit ihrem Vierbeiner Gassi gehen können. Ansonsten sollten Familienmitglieder oder Freunde vorübergehend den „Hundedienst“ übernehmen.

Katzen: Bei der Erkrankung einer Hauskatze in den USA könnte es sich um einen Einzelfall handeln. Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit schloss nicht aus, dass die erkrankte Katze Vorerkrankungen wie etwa Asthma hatte. Bei Erkrankungen von Menschen im Haushalt sollten jedoch die Hygienevorschriften eingehalten werden. Es gilt: Abstand ist in den Zeiten der Infektion besser als zu viel Nähe.

Vögel: Nach der Übertragung auf Puten auf einer chilenischen Farm gilt auch hier: Abstand und Hygiene. Besonders Anhusten oder Anniesen sollte vermieden werden.

Andere Haustiere: Bisher ist über eine Ansteckungsgefahr nichts bekannt. Trotzdem sollten die Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden.

Impfung: Eine Impfung für Tiere gibt es nicht. Kein entsprechender Impfstoff ist bisher zugelassen. Vorsorgliche Tests hatten gezeigt, dass der bekannte Impfstoff auch bei Tieren angewendet werden könnte. Es wurde jedoch keine Zulassung beantragt.

Bei Symptomen: Sollten beim Haustier Grippe-ähnliche Symptome auftreten, sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Die Haustiere sollten nicht ohne tierärztliche Untersuchung mit menschlichen Grippemedikamenten behandelt werden. Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Greifswald ist zudem an Speichelproben interessiert, da sich nur dadurch das Virus nachweisen lasse.

Zu Panik besteht also kein Anlass. Die aktuelle Situation sollte jedoch genau beobachtet und bei Mutationen des Virus über eine Aktualisierung der Gefahrenlage entschieden werden.

Quelle: Bund Deutscher Tierfreunde

Hunde sind keine Weihnachtsgeschenke

Deutscher Tierhilfe Verband appelliert an alle Eltern: Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke!

Viele Kinder wünschen sich zu Weihnachten ein Haustier. Doch eine solche Anschaffung muss wohlüberlegt sein, kann ein Tier doch nicht ohne weiteres einfach umgetauscht oder zurückgegeben werden. Eltern sind sich über das Risiko nicht immer im Klaren, Leidtragender ist in jedem Fall das Tier.

Viele Eltern können Kinderaugen nicht widerstehen, die hoch und heilig versprechen, sich um das Kaninchen oder den Hund zu kümmern, den sie sich sehnlich wünschen. Doch das Interesse an dem Tier vergeht oft, noch bevor das Kind erwachsen wird; weil die Eltern die eigentlichen Tierhalter sind, fällt die Verantwortung dann auf sie zurück. In vielen Fällen kommen diese damit offenbar nicht zurecht, und so häufen sich in den Tierheimen gerade nach Ostern und Weihnachten die Zugänge vor allem an Kleintieren wie Meerschweinchen, Kaninchen und auch Katzen. Ein Haustier in die Familie aufzunehmen bedeutet die Übernahme von viel Verantwortung, schließlich ist das Tierleben vollständig abhängig von den Haltern. Ein Haustier, gleich ob Kaninchen, Katze oder Hund, beansprucht zudem Zeit und verursacht nicht unerhebliche Kosten. So rechnen Ratgeber für Haustierhaltung bei der durchschnittlichen Lebenserwartung eines Hundes von 15 Jahren mit Kosten in Höhe von ca. 10.000,00 € für Futter, Behandlungen und Versorgung. Rassehunde und -katzen benötigen aufgrund spezieller Züchtung zudem oft noch zusätzliche tierärztliche Versorgung, die über die gängige Betreuung hinausgeht. Einige Hunde- und Katzenrassen etwa entwickeln überdurchschnittlich häufig Hüftgelenksprobleme oder Atemwegserkrankungen, die teure Operationen erfordern.

Doch auch der Zeitaufwand wird oft unterschätzt: Je nach Größe muss ein Hund täglich ein bis zwei Stunden „Gassi“ geführt werden, was von Kindern allein in der Regel nicht zu leisten ist. Auch sind Hunde Rudeltiere, die nicht zu lange alleine sein sollten, für berufstätige Familien sind sie daher als Haustier nicht die beste Wahl. Katzen können ihren Alltag zwar selbständiger organisieren, doch auch sie sind keine Einzelgänger und sollten am besten zu zweit gehalten werden, gleiches gilt für Kaninchen. Nicht nur die alltägliche Versorgung der Tiere sollte im Vorfeld jedoch gut überlegt sein, auch die Unterbringung während des Urlaubes sollte abgesichert werden.