Haustier mit Demenz

Gute medizinische Versorgung, Pflege und hochwertiges Futter lassen unsere Haustiere immer älter werden. Mit diesem erhöhten Alter gehen jedoch auch dafür typische Erkrankungen einher. Die Demenz ist eine dieser Krankheiten und tritt mittlerweile regelmäßig bei Haustieren auf. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes Haustierregister betreibt, informiert über Symptome und gibt Tipps für den Umgang mit dieser Krankheit.

„Demenz wird in der Tiermedizin auch als kognitive Dysfunktion bezeichnet“, erläutert die für TASSO tätige Tierärztin Dr. Anette Fach. Die kognitiven Fähigkeiten der Tiere lassen also nach und entsprechend ändert sich das Verhalten. „Bei dem Krankheitsverlauf spielen mit Plaque-Ablagerungen im Gehirn ähnliche Veränderungen wie bei Alzheimerpatienten eine Rolle“, beschreibt Dr. Anette Fach die Ausprägung der Krankheit.

Die Demenz bei Tieren ist ebenso wie beim Menschen nicht heilbar, lässt sich jedoch mit Medikamenten in einem gewissen Rahmen behandeln. Diese Behandlung sollte genauestens mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Doch zuvor muss der Mensch natürlich zunächst bemerken, dass mit seinem Tier etwas nicht stimmt. Gerade bei Katzen, die von Natur aus zurückhaltender sind als Hunde, fällt eine Veränderung häufig nicht sofort auf. Ein Tierhalter sollte seinen Vierbeiner daher genau im Blick behalten und auf die ersten Anzeichen achten. „Verwirrtheit, desorientiertes Verhalten, verändertes Wesen, plötzliche Probleme mit Artgenossen oder Unsauberkeit sind einige Symptome für Demenz“, beschreibt Dr. Fach. Auch neue Ängste, ein veränderter Schlafrhythmus oder bei Katzen auch nächtliches grundloses Schreien können erste Anzeichen sein.

Ist die Diagnose erst gestellt und erhält das Tier die passenden Medikamente, kann auch der Tierhalter selbst aktiv werden, um seinem tierischen Freund das Leben zu erleichtern. Sicherheit geht nun vor. Das bedeutet, dass Hunde besser an der Leine laufen sollten. Sie finden sonst vielleicht nicht zu ihrem Halter zurück oder reagieren nicht auf dessen Rufe, weil sie sie nicht zuordnen können. Freigängerkatzen sind nun besser in der Wohnung aufgehoben. Die frühere Freiheit birgt zu große Gefahren, die verwirrte Tiere nicht mehr einschätzen können. Auch hier ist das Risiko groß, dass ein Stubentiger nicht wieder nach Hause findet.

Grundsätzlich helfen feste Abläufe den Tieren, im Alltag zurecht zu kommen. Beständigkeit und Ruhe sind wichtig, Stress gilt es zu vermeiden. Zusätzliche Futter- und Wassernäpfe erinnern demente Hunde und Katzen daran, zu essen und zu trinken. Katzen fällt es leichter, sich an den geeigneten Orten zu erleichtern, wenn weitere Katzentoiletten zur Verfügung gestellt werden. Hunde benötigen manchmal spezielle Windeln, wenn sie nicht mehr stubenrein sind.

Trotz Krankheit: Ein dementes Tier gehört noch lange nicht zum alten Eisen. Die Vierbeiner möchten trotzdem etwas erleben und haben Spaß an Spielen. Wer früher zum Beispiel Clickertraining mit seinem Tier gemacht hat, kann dies ruhig mit leichten Übungen fortsetzen. Spiele, die die grauen Zellen etwas anstrengen, können hilfreich sein und das Fortschreiten der Krankheit im Idealfall sogar verlangsamen. Außerdem macht die Beschäftigung mit ihrem Menschen den Tieren Spaß und stärkt die Bindung. Ein positiver Nebeneffekt, der gerade bei einer Krankheit wie der Demenz nicht zu vernachlässigen ist.

Keine Hunde auf der Rolltreppe!

Sie vereinfachen uns den Alltag und bringen uns schnell von unten nach oben oder umgekehrt. Millionen Menschen weltweit nutzen sie täglich. Und doch sind sie oft eine unterschätzte Gefahr: Rolltreppen. Stürze von Senioren und Kleinkindern, eingeklemmte Kleidungsstücke sowie verfangene Haare sind nur einige Beispiel dafür, dass diese praktischen Beförderungsgeräte von Menschen mit Vorsicht genutzt werden sollten. Und von Hunden? Die sollten mit ihren Pfoten niemals eine Rolltreppe betreten und für die kurze Fahrt auf den Arm genommen werden. Darauf weist die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes Haustierregister betreibt, erneut mit Nachdruck hin.

Krallen, lange Haare, unvorsichtiges Auftreten mit der Pfote: Für Hunde birgt eine Rolltreppe zahlreiche Gefahren, derer sich das Tier nicht bewusst ist. Sogar wenn manche Menschen versuchen, ihren Tieren das Rolltreppefahren beizubringen. Sehr schnell kann sich beispielsweise die Pfote in dem stählernen Aufsatz am Ende der Rolltreppe verfangen. Die Folgen sind dann meist dramatisch. Häufig verlieren die Tiere unter großen Schmerzen eine Kralle, manchmal muss sogar noch vor Ort von der Tierrettung ein Zeh amputiert werden. Hunde auf einer Rolltreppe sind also tabu. Kleine Vierbeiner können auf den Arm genommen werden, mit großen Hunden sollten verantwortungsvolle Tierhalter die Treppe nutzen. Oder den Aufzug, der oft ebenfalls zur Verfügung steht, wo Rolltreppen sind. Aber Achtung: Auch beim Einsteigen in den Aufzug müssen Hundehalter natürlich achtsam sein und aufpassen, dass beispielsweise die Leine nicht eingeklemmt wird. Dennoch ist die Fahrt im Aufzug eine sicherere Alternative. Das weiß auch die Prüfstelle Dekra. Erst in diesem Frühjahr warnten auch deren Sachverständige erneut vor den noch immer oft unterschätzten Gefahren der Rolltreppe und verwiesen auf zahlreiche Unfälle.

Im Internet und vermehrt in sozialen Medien finden sich in letzter Zeit auch immer wieder Fotos von Menschen, die mit großen Hunden auf dem Arm die Rolltreppe nutzen. Dazu steht dann oft geschrieben: „Weil sein Hund Angst vor der Rolltreppe hatte, trägt ihn dieser Mann hinunter.“ „Damit wird sowohl dem Hund als auch dem Halter ungerechtfertigter Spott zuteil, denn beide machen alles richtig. Der Hund, weil er die Rolltreppe zu Recht scheut, der Halter, weil er seinem Tier die Gefahren erspart und ihn stattdessen auf den Arm nimmt“, sagt TASSO-Leiter Philip McCreight.

McCreight wünscht sich daher, dass im Internet aufgeklärt wird, statt das Thema ins Lächerliche zu ziehen. Aber auch an den Rolltreppen selbst gebe es mehr Möglichkeiten, auf die Gefahren hinzuweisen. „Die kleinen Schilder, die oft am Fuße der Treppe angebracht sind, werden leicht übersehen oder nicht ernstgenommen“, kritisiert der Tierschützer und appelliert an Verkehrsbetriebe und Kaufhäuser, deutlicher zu warnen. Vor allem ist aber der Halter gefragt: Kleine Hunde gehören auf den Arm, mit großen sollte unbedingt eine normale Treppe oder der Aufzug genutzt werden.

Tag des Hundes am 11. Juni

Am 11. Juni ist der „Tag des Hundes“, an dem die besondere Bedeutung dieser Tierart für uns Menschen hervorgehoben werden soll. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. nimmt diesen Tag zum Anlass, um an jene bedauernswerte Hunde zu erinnern, die tagtäglich in Versuchslaboren für den Menschen leiden müssen.

In Deutschland ist es nach wie vor erlaubt, Hunde in Tierversuchen einzusetzen. Die Tierschutz-Versuchstierverordnung (TierSchVersV) sieht jedoch vor, dass die Tiere grundsätzlich für diesen Zweck gezüchtet worden sein müssen.

Laut der aktuellen Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums wurden 2015 in Deutschland 4.491 Hunde für Tierversuche verwendet. Im Wesentlichen mussten diese für gesetzlich vorgeschriebene Toxizitäts- und Unbedenklichkeitsprüfungen von Arzneimitteln und sonstigen Chemikalien herhalten. „Bei diesen Tests werden den Hunden täglich über einen bestimmten Zeitraum Prüfsubstanzen auf verschiedenstem Wege verabreicht“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. Beispielsweise bekämen die Tiere die Prüfstoffe in Tablettenform einverleibt, als Injektions- oder Infusionspräparat gespritzt oder sie müssen gasförmige beziehungsweise vernebelte Stoffe einatmen. Das Leid der Tiere hat damit noch lange kein Ende. Die Hunde müssen bei solchen Versuchen teilweise in kleinen Stoffwechselkäfigen in Einzelhaltung ausharren und engmaschige Blut- und Urin-Entnahmen über sich ergehen lassen. Nach Beendigung der Tests erwartet sie schließlich die Tötung und Sektion. „Bei solchen Toxizitäts- und Unbedenklichkeitsprüfungen können die auftretenden Effekte beziehungsweise Vergiftungserscheinungen den Hunden auch schwerste Schmerzen, Leiden und Schäden zufügen“, erklärt der Tierschutzexperte.

Auch für die Grundlagen- oder angewandte Forschung müssten Hunde leiden, berichtet Mike Ruckelshaus. So werden beispielsweise trotz längst bekannter Zweifel an dem wissenschaftlichen Nutzen von Hundeexperimenten für die Zahnmedizin immer noch Versuche mit dieser Tierart durchgeführt. Im Rahmen solcher Versuche wurden den Hunden beispielsweise Defekte in den Unterkieferknochen gesetzt, die nach zwölf Wochen mit gezogenen Zahnwurzeln aus dem Oberkiefer aufgefüllt und nach einer erneuten Einheilungsphase von zwölf Wochen mit Titanimplantaten versehen wurden. Zwei Wochen nach dem Setzen der Implantate wurden alle Hunde getötet.

Bereits seit über 10.000 Jahren ist der Hund für uns Menschen ständiger und treuer Begleiter. Er ist Sozialkumpan und leistet Hilfsbedürftigen große Dienste als Rettungs-, Therapie- oder Behindertenbegleithund. „Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen“, resümiert Mike Ruckelshaus, und fragt abschließend: „Aber behandelt man so etwa seinen besten Freund?“

Autos werden wieder zur tödlichen Falle für Hunde

Der Sommer naht mit großen Schritten und mit den steigenden Temperaturen ist auch wieder die Zeit gekommen, Hundehalter vor einer großen Gefahr für ihre tierischen Lieblinge zu warnen: Dem Auto. Nach wie vor sterben in Deutschland jedes Jahr Hunde, weil ihre Halter sie im Fahrzeug zurücklassen. Dabei gilt: Ein Hund gehört nicht ins abgestellte Auto, wenn es warm ist.

Noch immer wissen viele Hundehalter nicht darüber Bescheid, wie gefährlich das im Autozurücklassen ihres Tieres wirklich ist. Bereits im März hat es in diesem Jahr die ersten Fälle gegeben, bei denen Hunde nur knapp gerettet worden sind. „Schon ab 20 Grad darf der Hund nicht im Auto zurückgelassen werden“, erklärt Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V. Bereits ab dieser Temperatur heizt sich das Innere des Fahrzeuges binnen kürzester Zeit auf extreme Temperaturen auf. Eine große Gefahr für die Tiere, die in diesem „Backofen“ auf die Rückkehr ihrer Halter warten müssen.

Auch wer die Seitenscheiben seines Autos ein Stück herunter lässt, bevor er weggeht, bringt seinen Hund dennoch in große Gefahr: „Das genügt nicht, um die notwendige Kühlung zu bringen“, sagt der TASSO-Leiter. Parken im Schatten ist ebenfalls ein häufig unterschätztes Risiko, denn auch dort kann sich ein Auto aufheizen. Außerdem wandert die Sonne. Sogar wer seinem Hund einen mit Wasser gefüllten Napf hinstellt, wiegt sich in falscher Sicherheit. Das Wasser kann umkippen oder ausgetrunken werden, während der Hund noch immer unter der Hitze leidet.

Hunde schwitzen völlig anders als Menschen. Ihren Wärmehaushalt kontrollieren sie über das Hecheln. Schon kurze Zeit in dieser Hitze ist gefährlich für die Tiere. Wenn die Hunde überhitzt sind und zu viel Flüssigkeit verloren haben, droht ein Kreislaufkollaps und damit auch der Tod.

Um die Tiere vor einem solchen qualvollen Tod zu schützen, macht TASSO regelmäßig im Frühjahr auf dieses wichtige Thema aufmerksam und bietet kostenlose Informationskarten und Plakate an. Sie können unter www.tasso.net/hund-im-backofen angefordert werden. Inhaber von Geschäften, Gastronomiebetrieben und Firmen, die ihren Kunden gestatten, Hunde mitzubringen, können dort auch ein „Hunde willkommen“-Schild zum Aushängen anfordern. Denn jeder Hund, der seinen Halter begleiten darf, muss nicht im backofenheißen Wagen zurückbleiben.

Wer an einem warmen Tag einen Hund im Auto sieht und eine Notsituation für das Tier erkennt, sollte sofort versuchen, den Halter ausfindig zu machen und anderenfalls die Polizei informieren. Weitere Tipps für den Ernstfall hat TASSO hier zusammengefasst: www.tasso.net/hund-im-backofen

Hilfe gegen Reisekrankheit beim Hund

Manche Hunde lieben das Autofahren und können es kaum abwarten, bis es losgeht. Andere werden nervös, hecheln, bellen, zittern oder müssen sich sogar im Fahrzeug übergeben. In den meisten Fällen ist die Übelkeit eine Auswirkung von Angst. So hat der Hund möglicherweise die Trennung von der Mutter und den Geschwistern oder einen Unfall negativ mit dem Autofahren verknüpft. Schafft man es, dem Hund die Angst zu nehmen, bedeutet dies meist auch den Sieg über die Reisekrankheit.

Um Hunden in stressreichen Situationen, wie dem Autofahren, zu helfen und die Angst zu nehmen, haben Tierärzte eine spezielle Produktreihe entwickelt. Diese enthält eine synthetische Nachbildung des natürlichen Beruhigungspheromons, das von der Mutterhündin gebildet wird, um ihren Welpen ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit zu vermitteln. Dieser vertraute Botenstoff hilft Hunden jeden Alters dabei, Autofahrten nicht mehr als bedrohlich zu empfinden und ruhig und entspannt zu bleiben. 15 Minuten vor Fahrtbeginn empfiehlt sich, das Spray, etwa von Adaptil, in die Transportbox oder den Kofferraum zu sprühen und so für Geborgenheit während der Fahrt zu sorgen.

Schritt für Schritt die Angst nehmen

Eine Reduzierung des Angst- und Stresslevels geht am besten in ganz kleinen Schritten, bei denen man dem Vierbeiner vermittelt, dass vom Auto nichts Schlechtes ausgeht:
– Zunächst wird das ruhige Sitzen im Auto geübt, während das Auto stillsteht und der Motor nicht läuft.
– Um das Auto mit etwas Positivem zu verbinden, gibt man Leckerlis, spielt oder kuschelt mit dem Hund im Fahrzeuginneren.
– Die Übungseinheiten sollten kurz gehalten werden und den Hund nicht überfordern.
– Im nächsten Schritt wird das Einsteigen in das Auto mit laufendem Motor geübt. Kleine Snacks als Lob und zur Ermutigung sind erlaubt.
– Sobald das problemlos klappt, kann man mit kurzen Fahrten beginnen, die man bei Erfolg allmählich verlängert.

Positive Atmosphäre schaffen

Um für den Hund eine positive Atmosphäre zu schaffen und die Lernerfolge zu unterstützen, empfiehlt es sich, ein spezielles Halsband, das ebenfalls Pheromone freisetzt, anzulegen. Das Halsband unterstützt den Hund zusätzlich am Ferienort, indem es Sicherheit und Geborgenheit in der neuen Umgebung und bei aufregenden Ereignissen, wie Feuerwerk oder Menschenmengen vermittelt.
Die Produkte sind erhältlich beim Tierarzt oder im Zoofachhandel. Mehr Informationen und Links zu Onlineshops findet man unter www.adaptil.de.

Hund Bruno überlebt rätselhaften Autounfall

So etwas hat Karl Niedermeier noch nie erlebt: Am 21. März 2017 betrat ein Kunde sein Autohaus im bayrischen Donaustauf und teilte ihm mit, er habe einen Hund im Auto. Das ist noch nichts Besonderes, dachte Karl Niedermeier zunächst schulterzuckend. Doch als er der Kunde ihm dann sein Auto zeigte, stockte dem Händler kurz der Atem. Der braune Mischling Bruno hing nach einem Unfall im Lufteinlass der Stoßstange des schwarzen BMW fest.

Bruno hatte sein Frauchen beim Spaziergang im strömenden Regen aus den Augen verloren und vermutlich wegen seiner leichten, altersbedingten Schwerhörigkeit ihre Rufe nicht mehr gehört. Orientierungslos lief er auf eine Bundesstraße und geriet vor einen fahrenden BMW. Bei dem Zusammenstoß rutschte er in den Lufteinlass des Wagens. Der Fahrer bemerkte den Unfall, fuhr sofort rechts ran, konnte Bruno jedoch nicht befreien und brachte seinen Wagen ganz vorsichtig zum nahegelegenen Autohaus.

Dort stellte Karl Niedermeier schnell fest, dass auch er Bruno nicht einfach nach vorne herausziehen, hob daher kurzerhand das Fahrzeug auf die Hebebühne, schraubte den Unterboden ab, hoffte, dass der gelassen wirkende Bruno ihn nicht vor Schreck beißen würde und befreite den Hund vorsichtig. „Er stand dann erst einmal etwas verdattert da, war aber nicht aggressiv oder verstört“, berichtet Karl Niedermeier von diesem außergewöhnlichen Moment. Anschließend fuhr Niedermeier mit Bruno zum Tierarzt, dieser las den Chip aus, den Bruno unter der Haut trägt, und informierte die TASSO-Notrufzentrale. Da das Tier keine medizinische Versorgung benötigte, nahm Niedermeier den Hund wieder mit zurück in sein Geschäft.

Unterdessen war Brunos Frauchen, Anna Paula Gabriel, bereits seit mehr als einer Stunde auf der Suche nach ihrem tierischen Liebling. Verzweifelt sprach sie Passanten an, informierte die Polizei und entdeckte plötzlich eher zufällig auf ihrem Handy eine E-Mail. Sie war von TASSO. Die Mitarbeiter aus der TASSO-Notrufzentrale hatten Anna Paula Gabriel telefonisch nicht erreichen können und daher eine E-Mail geschickt. „Ich bin sofort zum Autohaus gefahren und habe mir erstmal gar nichts dabei gedacht, dass Bruno dort ist“, erzählt sie. Erst vor Ort erfuhr sie von Brunos unglaublichem Abenteuer und konnte kaum glauben, dass ihrem Vierbeiner nichts Schlimmes zugestoßen ist, als das Auto ihn mitten auf der Bundesstraße mit etwa 70 Stundenkilometern anfuhr.

Ein paar kleinere Prellungen und einen Kratzer an der Schnauze – ansonsten war Bruno unverletzt. „Es ist wirklich ein Wunder. Ein ganz tolles Wunder! Ich bin dem Fahrer des Autos so dankbar, dass er Hilfe für Bruno gesucht hat, dem Autohaus, dass sie ihn befreit haben und TASSO, dass sie mich so schnell informiert haben“, freut sich Anna Paula Gabriel, der auch heute Freude und Überraschung noch heute anzuhören sind. Bruno hat sein Abenteuer gut überstanden. Laut seiner Halterin springt er trotz seiner 13 Jahre wie „ein junger Gott“ und hat nach wie vor keine Scheu vor Autos. Bruno muss an diesem verregneten Tag Ende März wirklich mehr als einen Schutzengel gehabt haben. Und großes Glück, so engagierten Tierfreunden zu begegnen.

Bremerhaven: Veterinäramt beschlagnahmt illegal gehandelte Welpen

Erfolgreicher Einsatz gegen die Welpenmafia. Am 03. April hat der Veterinärdienst des Landes Bremen in Bremerhaven illegal gehaltene Welpen von einem Händler beschlagnahmt. Der entscheidende Hinweis kam von VIER PFOTEN. Mitarbeiter hatten die Welpen auf eBay-Kleinanzeigen entdeckt. Sie waren misstrauisch geworden, da der Händler Welpen unterschiedlichster Rassen anbot. Die international tätige Stiftung für Tierschutz setzt sich seit Jahren gegen die Machenschaften der Welpenmafia ein.

Die Tierschützer raten dazu, sich im Falle eines Verdachts direkt an die nächste Polizei- oder Veterinärbehörde zu wenden. Erst im vergangenen Monat konnten durch die Mithilfe einer Privatperson und dem prompten Handeln der Behörde vierzehn Welpen von einem illegalen Händler in Ingolstadt beschlagnahmt werden. Betroffene, die bereits einen kranken Welpen gekauft haben, können sich über www.stoppuppytraders.org bei VIER PFOTEN melden.

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN:
„Das Veterinäramt hat in diesem Fall vorbildlich reagiert. Mit kranken, nicht geimpften, viel zu jungen Welpen zu handeln, ist kein Bagatelldelikt und muss konsequent bestraft werden. Ebenso wichtig: Onlineportale wie eBay-Kleinanzeigen müssen strengere Regeln einführen, damit Dealer diese Plattformen nicht mehr für den illegalen Handel nutzen können.“

Zeckenschutz für Bello und Co.

Mit den ersten warmen Tagen geht die Zeckensaison los. Dabei setzen die winzigen Plagegeister nicht nur dem Menschen zu, sondern auch Hunden und Katzen. Denn bei den Vierbeinern können sie ebenfalls gefährliche Krankheiten übertragen, beispielsweise Borreliose, Babesiose – die sogenannte Hundemalaria – oder sogar die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Natürliche Zeckenabwehr verändert das Hautmilieu

Beim Haustier sollte man ebenfalls auf guten Zeckenschutz achten, um es vor Krankheiten zu bewahren – aber auch deshalb, weil die Zecken vom Hund auf den Menschen übersiedeln können. Nun möchten jedoch die meisten Tierhalter nicht mit chemischen Präparaten gegen die Parasiten vorgehen. Schließlich kommen sie dabei selbst schnell mit den Mitteln in Berührung. Noch größer ist die Sorge, wenn Kinder im Haushalt leben. Sie spielen und kuscheln oft sehr intensiv mit dem geliebten Vierbeiner, weshalb Eltern zu Recht fürchten, dass sie besonders stark mit den Inhaltsstoffen in Kontakt geraten.

Eine natürliche Alternative für die Zeckenabwehr ist zum Beispiel das Nahrungsergänzungsmittel „Formel-Z“ für Hunde. Es enthält einen Vitamin-B-Komplex aus Hefe sowie Vitamin B1 und wird dem Futter beigemischt oder als Leckerli verabreicht. Dabei aktiviert es den Hautstoffwechsel und verändert das Hautmilieu. Das ist für den Mensch und das behandelte Tier nicht wahrnehmbar, für Zecken und anderes Ungeziefer entsteht jedoch ein unangenehmer Geruch, sie werden dadurch ferngehalten. Als zusätzlichen Effekt sorgen die Tabletten für gesundes, dichtes und glänzendes Fell. Unter www.formel-z.info gibt es weitere Informationen dazu.

Auch auf den Selbstschutz achten

Zusätzlich zu solch vorbeugenden Maßnahmen sollten allerdings auch weitere Vorsichtsmaßnahmen nicht vernachlässigt werden. Hunde und freilaufende Katzen sucht man am besten nach dem Ausflug ins Freie gründlich nach Zecken ab und entfernt diese gegebenenfalls vorsichtig. Krankheitserreger werden nicht immer sofort ins Blut übertragen. Tierhalter selbst sollten sich ebenfalls schützen, indem sie etwa auf Wiesen und im Wald geschlossene Schuhe tragen und die Strümpfe über den Hosensaum ziehen.

Zahngesundheit bei Hunden

Tube auf, Zahnpasta auf die Bürste, putzen – Für uns Menschen ist das mindestens zweimal täglich zwei bis drei Minuten lang Routine. Nicht weniger wichtig ist die regelmäßige Zahnpflege für Haustiere. Denn auch bei Hunden kann vernachlässigte Zahnhygiene zu Problemen führen. Das ist sogar ein häufiger Grund für Tierarztbesuche, weiß die für die Tierschutzorganisation TASSO e.V. tätige Tierärztin Dr. Anette Fach.

Da für die medizinisch sinnvolle Entfernung von Zahnstein eine Narkose notwendig ist, sollten Tierhalter versuchen, möglichst viel für die Zähne ihrer Haustiere zu tun. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Zähne von Hunden zu pflegen. Zum Beispiel gilt Trockenfutter im Allgemeinen als besser für die Zahngesundheit, da das Kauen zu einem gewissen Abrieb an den Zahnflächen führt. Außerdem gibt es spezielle Zahnpflegefutter auf dem Markt, die aufgrund ihrer Textur zusätzlich zahnreinigend wirken. Speziellen Kaustangen können ebenfalls helfen, die Zähne zu reinigen. Allerdings haben die industriell hergestellten Produkte auch Nachteile: Sie bestehen meist aus relativ viel Bindegewebe und nicht aus hochwertigem Eiweiß. So nehmen die Tiere zusätzliche Kalorien auf. Da viele Haustiere in Deutschland bereits zu dick sind, ist Vorsicht geboten. Desinfizierende Trinkwasserzusätze sind eine gute Alternative. Diese Produkte helfen auch für einen frischen Atem.

„Am besten, man putzt seinem Tier aktiv die Zähne. Mit vielen Tieren lässt sich das trainieren“, rät Dr. Anette Fach. Dafür gibt es spezielle Hundezahncremes. Man kann mit einer Zahnbürste oder auch mit einem Baumwolltuch die Zahncreme auf die Zähne des Tieres auftragen und verteilen. Hierbei gilt: Ein einfaches Auftragen auf die Zähne ist gut, ein regelrechtes Putzen der Zähne ist besser.

Einem Tier das Zähneputzen beizubringen, sollte mit viel positiver Bestärkung, Geduld und schrittweisem Üben erfolgen. Grundsätzlich gilt: Jede Maßnahme, die man für die Zahngesundheit tut, hat einen Effekt und hilft in der Summe. Regelmäßige professionelle Zahnreinigung und tägliches Zähneputzen zu Hause sind am erfolgreichsten.

Der TASSO-Zahncheck für zu Hause:

1. Frisst oder kaut das Tier abnormal, oder meidet es feste Futterbestandteile?

2. Speichelt oder blutet das Tier aus dem Maul?

3. Riecht das Tier unangenehm aus dem Maul?

4. Ist das Zahnfleisch um die Zähne gerötet oder blutig?

5. Fehlen bei dem Tier Zähne?

6. Sind auf den Zähnen (vor allem hinten im Maul an den oberen Zähnen nachschauen) Beläge zu sehen?

Wer eine oder mehrere Fragen mit „Ja“ beantwortet hat, sollte sein Tier bei einem Tierarzt vorstellen. Eine Erkrankung in der Maulhöhle ist dann wahrscheinlich.

Hunde willkommen

Wanderungen in weitläufiger Landschaft, durch grüne Wälder und über blühende Wiesen – das gefällt Zwei- und Vierbeinern gleichermaßen. Gegenden wie der Bayerische Wald, in denen die Natur die Hauptrolle spielt, sind daher ideale Ziele für einen Wanderurlaub mit Hund. Eingebettet in das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas, gebildet von dem ältesten Nationalpark Deutschlands und dem tschechischen Nationalpark Sumava, liegt Philippsreut. Die Grenzgemeinde im Landkreis Freyung-Grafenau dürfte zu den hundefreundlichsten Kommunen im Bayerischen Wald zählen.

Füße und Pfoten im Speichersee erfrischen

Zu den speziellen Angeboten für Mensch und Tier gehören zum einen abwechslungsreiche Möglichkeiten des gemeinsamen Auslaufs, beispielsweise geführte Wanderungen mit Hund. Dazu kommen zahlreiche hundefreundliche Gastgeber, Trainingsangebote in der Hundeschule und sogar Wellness-Angebote für die Vierbeiner. Unter www.philippsreut.de gibt es weitere Informationen zur Region und zahlreiche Wandertipps. Zu den genussvollen Grenzerfahrungen für Herrchen oder Frauchen gehört beispielsweise der Rundblick vom Aussichtsfelsen des 1.139 Meter hohen Almbergs über die ursprüngliche Mittelgebirgslandschaft bis ins benachbarte Tschechien. Beim Rückweg über die bequeme Forststraße kann man Füße und Pfoten im großen Speichersee erfrischen.

Attraktive Wanderrouten

Durch die Gemeinde Philippsreut führen der Goldsteig, der längste Wanderweg Deutschlands, der europäische Fernwanderweg E6 sowie der Pilgerweg Via Nova. Wer beim Wandern gerne Natur- und Kulturgenuss verbindet, begibt sich am besten auf den Themenwanderweg „Von Kapelle zu Kapelle“. Ein Muss ist dabei ein Besuch der Tusset-Kapelle im tschechischen Stozec. Den Weg dorthin kann man verkürzen mit den sogenannten Igel- und Linienbussen, deren Benutzung mit dem Gästeservice-Umwelt-Ticket kostenlos ist. Praktisch für alle, die es bei einer kleinen Gassirunde belassen wollen: Eine originalgetreue Kopie der Wallfahrtskapelle steht seit 1985 in Philippsreut.